National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
|
|
Color Thumbnail -
Table of Contents -
Page Number -
Biliographic Information (Metadata) -
Caption -
Color Image -
Gray HighRes. Image -
Facing Pages -
Graphics -
Citation Information
OCR Text
scharfen Rücken steigen die Gipfel zu ungefähr 3000 Fuss auf. Es führt den häufigen
Namen Tshang-shan, der lange Berg, und besteht aus wilden Felsmassen, die schroffe
Gräte und steinige Abhänge bilden, wiewohl kühne Felsformen fehlen. Schon von Weitem
ist deutliche Schichtung, mit westöstlichem Streichen und südlichem Fallen, wahrnehmbar.
Die Neigung beträgt 40—50°, so dass auch in dieser Beziehung das Gebirge im Ver-
hältniss zu allem bisher Beschriebenen ganz abnorm dasteht. Leider kam ich nur an
den nördlichen Gehängen vorüber, welche vorwaltend aus einem sehr festen, dunkel-
grünen Sandstein mit rhomboedrischer Zerklüftung bestehen. Er ist meist feinkörnig
und verkieselt. Damit wechseln schwarze, kieselschiefer artige, aber stets durch Thon und
Kalk verunreinigte Gesteine von grosser Härte und muschligem Bruch. Unter diesem
Schichtencomplex, dessen Mächtigkeit zwar nicht bestimmbar war, aber jedenfalls sehr
beträchtlich ist, lagern Eruptivgesteine mit Tuffen. Die ersteren bestehen aus sehr dunkel-
dunklem Korn, meist mit Einschlüssen des Diorits, und fast sämmtlich so hart verkieselt,
Dioritporphyren mit weisslichen Feldspathkrystallen. Die Tuffe sind grün, von verschie-
dass bei dem Versuch des Ritzens der Stahl darauf haften bleibt. Diese Gesteine bilden
den nordöstlichen Ausläufer, der sich durch besondere Rauhheit auszeichnet. Einige
Abänderungen sind weicher und werden in Steinbrüchen als Bausteine gewonnen.
Dies ist Alles, was ich zu beobachten vermochte, da meine Hoffnung, dass der
Weg am Ostabhang des Gebirges hinführen würde, vereitelt wurde. Derselbe betritt nun
eine grosse Vertiefung, welche sich südlich tief in das Hügelland hineinzieht und vom
Hsiau-fu-hô (oder kleinen Weiberfluss) durchströmt wird. Eine Menge von Städten und
Dörfern, darunter auch drei Kreisstädte, sind in dem Thalboden zerstreut. Die Hauptstrasse
führt quer über den unteren Theil des letzteren hinweg, während der Weg nach Po-shan
sich südlich abzweigt. Bis zu dem lebhaften Markt Tshôu-tsun ist nichts als Ebene,
mit etwas Lössbedeckung, sehr productiv und dicht bevölkert, aber einförmig. Dann
beginnt Hügelland. Zum ersten Mal in Shantung traf ich Basalt. Er ist theils dicht,
theils blasig, enthält wenig Olivin, und ist säulenförmig zerklüftet. Die Säulen brechen
in ebenen Querflächen. Schon in Tshôu-tsun sah ich ihn als Baustein verwendet, und
am Rand der Hügel sind die Dörfer ganz daraus gebaut. Die schönsten Säulenstücke,
durch vielleicht Jahrhunderte lange Benutzung polirt, sieht man auf Plätzen unter hohen
Bäumen, wo die Dorfbewohner zu traulicher Unterhaltung bei der Pfeife zusammenzu-
kommen pflegen. Der Basalt tritt unter einer Lössbedeckung hervor. Die Kuppen bilden
ein flachwelliges Terrain von 300 Fuss Höhe.
In unmittelbarem Anschluss daran folgen Sandsteine, Schieferthone und
gemischte sandigthonige Schichten von verschiedenen Färbungen, mit wechselnden Streich-
richtungen und flachen Einfallswinkeln. Erst herrscht westöstliche Richtung mit süd-
lichen Fallen. In diesem Theil treten Gänge eines in runde Blöcke aufgelösten basischen
Eruptivgesteins von porphyrischem Gefüge mit dunkler Grundmasse und hellen Feldspath-
krystallen auf. Weiterhin sah ich dasselbe nicht mehr. Bald wird das Streichen N—S,
mit NW und NO wechselnd, bei constantem westlichem Einfallen unter Winkeln bis
zu 20°. Der nördlichste Theil des Profils Fig. 46 (S. 208) stellt dieses Gebiet dar.
Einen von West kommenden Bach, 20 li von Tshôu-tsun, übersetzt die Strasse auf
einer langen Steinbrücke; 25 li weiter folgt die Kreisstadt Tshi-tshwan-hsien. Von der Gegend
sah ich an diesem Tage so gut wie gar nichts, da feiner Lössstaub die Atmosphäre
erfüllte und alle Gegenstände verhüllte. Bald gab es wieder Hügelland derselben Sand-
steine wie vorher zu übersetzen. Das Thal wird enger. Lange Züge von Schiebekarren,
die bis 700 bis 933 engl. Pfund laden, mit Kohle, Coke, Eisenwaaren, Thonwaaren,
Tabak, Kornfrucht, Glas etc. kommen uns entgegen; ich zählte in einer Stunde allein
65 Karren mit Steinkohle. Mitten in den Bergen erreicht man Po-shan-hsien, wie der
amtliche Name der Kreisstadt lautet; in der Gegend kennt man besser den Namen Yen-
tshông (abgekürzt von Yen-shwun-tshông), welcher eigentlich einer sehr industriellen und
lebhaften Vorstadt am gegenüberliegenden, südöstlichen Ufer des Flusses zukommt.
Das Kohlenfeld von Po-shan den 15ten bis 18ten April.
Po-shan-hsien ist die industriellste Stadt, die ich bisher getroffen hatte. Alles arbeitet
und rührt sich. Die Stadt hat das geschwärzte Ansehen eines Fabrikortes, und dicke
Rauchwolken zeigen die Lage einzelner Etablissements an. Denn die vortreffliche Kohle,
1
.
.
.
.
|
.
.
.
.
14
.
.
.
.
|
.
.
.
.
24
.
.
.
.
|
.
.
.
.
34
.
.
.
.
|
.
.
.
.
44
.
.
.
.
|
.
.
.
.
54
.
.
.
.
|
.
.
.
.
64
.
.
.
.
|
.
.
.
.
74
.
.
.
.
|
.
.
.
.
85
.
.
.
.
|
.
.
.
.
95
.
.
.
.
|
.
.
.
.
105
.
.
.
.
|
.
.
.
.
115
.
.
.
.
|
.
.
.
.
125
.
.
.
.
|
.
.
.
.
135
.
.
.
.
|
.
.
.
.
146
.
.
.
.
|
.
.
.
.
156
.
.
.
.
|
.
.
.
.
166
.
.
.
.
|
.
.
.
.
176
.
.
.
.
|
.
.
.
.
186
.
.
.
.
|
.
.
.
.
196
.
.
.
.
|
.
.
.
.
207
.
.
.
.
|
.
.
.
.
217
.
.
.
.
|
.
.
.
.
227
.
.
.
.
|
233
234
235
236
237
.
.
.
.
|
.
.
.
.
247
.
.
.
.
|
.
.
.
.
257
.
.
.
.
|
.
.
.
.
267
.
.
.
.
|
.
.
.
.
277
.
.
.
.
|
.
.
.
.
287
.
.
.
.
|
.
.
.
.
297
.
.
.
.
|
.
.
.
.
307
.
.
.
.
|
.
.
.
.
317
.
.
.
.
|
.
.
.
.
327
.
.
.
.
|
.
.
.
.
337
.
.
.
.
|
.
.
.
.
348
.
.
.
.
|
.
.
.
.
358
.
.
.
.
|
.
.
.
.
368
.
.
.
.
|
.
.
.
.
378
.
.
.
.
|
.
.
.
.
388
.
.
.
.
|
.
.
.
.
398
.
.
.
.
|
.
.
.
.
408
.
.
.
.
|
.
.
.
.
418
.
.
.
.
|
.
.
.
.
429
.
.
.
.
|
.
.
.
.
439
.
.
.
.
|
.
.
.
.
449
.
.
.
.
|
.
.
.
.
459
.
.
.
.
|
.
.
.
.
469
.
.
.
.
|
.
.
.
.
479
.
.
.
.
|
.
.
.
.
489
.
.
.
.
|
.
.
.
.
499
.
.
.
.
|
.
.
.
.
509
.
.
.
.
|
.
.
.
.
519
.
.
.
.
|
.
.
.
.
529
.
.
.
.
|
.
.
.
.
539
.
.
.
.
|
.
.
.
.
550
.
.
.
.
|
.
.
.
.
560
.
.
.
.
|
.
.
.
.
570
.
.
.
.
|
.
.
.
.
581
.
.
.
.
|
.
.
.
.
591
.
.
.
.
|
.
.
.
.
601
.
.
.
.
|
.
.
.
.
611
.
.
.
.
|
.
.
.
.
622
.
.
.
.
|
.
.
.
.
632
.
.
.
.
|
.
.
.
.
642
.
.
.
.
|
.
.
.
.
652
.
.
.
.
|
.
.
.
.
662
.
.
.
.
|
.
.
.
.
672
.
.
.
.
|
.
.
.
.
682
.
.
.
.
|
.
.
.
.
692
.
.
.
.
|
.
.
.
.
702
.
.
.
.
|
.
.
.
.
712
.
.
.
.
|
.
.
.
.
722
.
.
.
.
|
.
.
.
.
732
.
.
.
.
|
.
.
.
.
742
.
.
.
.
|
.
.
.
.
752
.
.
.
.
|
.
.
.
.
762
.
.
.
.
|
.
.
.
.
772
.
.
.
.
|
.
.
.
.
782
.
.
.
.
|
.
.
.
.
792
.
.
.
.
|
.
.
.
.
803
.
.
.
.
|
.
.
.
.
813
.
.
.
.
|
.
.
.
.
823
.
.
.
.
|
.
.
.
.
834
.
.
.
.
|
.
.
846
Copyright (C) 2003-2026
National Institute of Informatics
and
The Toyo Bunko. All Rights Reserved.