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0252 China : vol.2
China : vol.2 / Page 252 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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Meer mit derben röthlichen Quarzen, die wenigstens 400 Fuss mächtig und zu
furchtbar wilden und schroffen Klippen zerrissen sind. Darauf lagern rothe derbe Con-
glomerate, fast nur aus scharfkantigen Quarzstücken bestehend, ungefähr 200
Fuss; dann grünlichgefleckte rothe Sandsteine 100 Fuss, und endlich dunkelrothe, mürbe
thonige Quarzsandsteine, voll von dunklen Flecken. Die ganze Formation, ungefähr in
1000 Fuss Mächtigkeit entblösst, ist wohlgeschichtet und deutlich entwickelt. Sie ist
analog den Gebilden, mit welchen die rothen Sandsteine und Quarzite im Süden des
Baches von Fu-tshóu in Liauting (s. oben S. 75) beginnen, und welche dort ein sehr
tiefes Glied der Sinischen Reihe bilden.
Das Vorkommen dieser Gebilde bei Tong-tshóu-fu ist für die Beurtheilung der For-
mationsfolge von grossem Werth. Wären sie nicht vorhanden, so könnte man in den
Gesteinen der eben beschriebenen Mulde von Wu-shi-li-pu einen metamorphosirten Theil
der Sinischen Schichtenreihe, insbesondere ihrer höheren Glieder, vermuthen, so unwa-
hrscheinlich dies auch an sich bei den fast ungestörten Lagerungsverhältnissen derselben in
den westlich und östlich angrenzenden Gebieten sein würde. Indem nun unveränderte
und horizontal geschichtete Gesteine eines sehr tiefen Theils der Sinischen Reihe dicht
neben jener Mulde auftreten, erweisen sich die Gebilde der letzteren mit Sicherheit als
der Ueberrest einer beträchtlich älteren Formation, nach deren Ablagerung eine Faltung
und bedeutende Denudation geschah, ehe die ersten Sinischen Sedimente gebildet wurden.
Auf dem Rückweg berührte ich wieder San-shi-li-pu, wandte mich aber von dort
südsüdostlich nach einer kleinen Hügelgruppe, deren einer, King-sun-shan Pagoda-hill
der Seekarten einen kleinen tempelartigen Aufbau trägt und ein auffallender Punkt in
der Landschaft ist. Dort sollten reiche, aber von den unwissenden Chinesen nicht
beachtete Bleiglanzlagerstätten sein, was schon an und für sich höchst unwahrscheinlich
erscheinen musste. Unter dem Basalt kam ich, wie zu erwarten war, zu der Fortsetzung
des auf dem Hinweg verquerten westlichen Muldenflügels mit NO—SW Streichen und
SO Fallen der Schichten, so dass ich vom Aelteren nach dem Jüngeren aufstieg. Das
Terrain ist wellig, mit tiefen Einschnitten, in denen die Dörfer unter Baumgruppen
liegen. Die Verhältnisse der Lagerung werden undeutlich und gewinnen erst wieder
Klarheit, wenn man den Kalksteinberg King-sun-shan erreicht. Die ganze Hügelgruppe
besteht aus körnigem Kalk von bläulicher Farbe, mit eingesprengten Erztheilchen,
meist von Eisenspath und Brauneisenstein. Ueberhaupt ist der Eisengehalt sehr bemerk-
bar; ganze Schichten sind dadurch gelbbraun gefärbt. Vom Gipfel bietet sich eine schöne
Rundsicht. An der Südseite ist am Eingang einer Grotte ein buddhistischer Tempel
gebaut. Dies sollte die Stelle alter Bleigruben sein. Doch war keine Spur von früherem
Bergbau zu sehen. Eisenerz von der beschriebenen Art findet sich allerdings gerade hier
in bedeutenden Massen zwischen dem Kalkstein, und die Höhle ist mit dicken Tropf-
steinen eines sinterigen Eisenerzes erfüllt. Bleiglanz mag wol in Nestern vorkommen, aber
ich sah keine Spur davon.
Vom Gipfel in südöstlicher Richtung gehend, verquerte ich ein sehr deutliches Profil
der Schichten von Wu-shi-li-pu, indem ich nun von dem Hangenden wieder nach dem
Liegenden hinabstieg. Das hochste Glied ist:
7. Der Kalkstein des King-sun-shan; blau, körnig, dickschichtig, mit Höhlungen
und Ablagerungen von stalaktitischen Eisenerzen. Darunter folgen: