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0254 China : vol.2
China : vol.2 / Page 254 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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gebirge und übertrifft in ihrer räumlichen Verbreitung sehr weit die zweite, welche
in Folge einer ausserordentlich intensiven, vorcambrischen Denudation nur noch
in einzelnen isolirten Einlagerungen, oder vielmehr eingepressten Faltungen, übrig
geblieben ist.

A. Kalkfreie Gruppe (Grundgebirge).

1. Gneiss und Granitgneiss, eng mit einander verbunden und zuweilen mit
Hornblendeschiefer in Wechsellagerung tretend, setzen die höchsten und
wildesten Gebirge zusammen, wie die Kette des Kiu-ni-shan, diejenige des
Tai-shan und die starren Gebirge von Lai-tshöu-fu. Im westlichen Shantung
sind sie die einzigen, mir bekannt gewordenen Vertreter der gebirgsbildenden
metamorphischen Gesteine. Es ist ein bemerkenswerther Umstand, dass, wie
immer die Gestaltung und Richtung der aus Gneiss aufgebauten Gebirge sein
mag, die Streichrichtung der Schieferung — mit Ausnahme der später (S. 233—
236) zu erörternden Regionen des zersetzten flachewelligen Gneisslandes — stets
NNW—SSO vorherrschend N 30° W — S 30° O ist, und das Fallen nach beiden
Seiten, nämlich ONO und WSW, unter Winkeln von 60 bis 80 Grad, stattfindet.
Nach Gesteinscharakter und Formationsstellung entsprechen die Gebilde dem
Laurentischen Gneiss anderer Continente, der aber, abweichend von den
hiesigen Verhältnissen, in den meisten Ländern eine nordöstliche Streichrichtung
besitzt. Petrographische Abänderungen sind zahlreich vorhanden, wie überall
wo Gneiss eine grosse Verbreitung hat, bewegen sich aber innerhalb bestimmter
Grenzen. Eigentliche Glimmerschiefer fehlen in den Gneissgebieten. Durch Ver-
schwinden des Feldspathes entstehen Abänderungen, welche man als glimmer-
haltige Quartzite bezeichnen kann. Es fehlen Granat, Chlorit, Talk, Serpen-
tin, überhaupt kalk- und magnesiahaltige Mineralien, mit Ausnahme der
Hornblende, welche sich aber auch fast nur auf die Einlagerungen von Horn-
blendeschiefer beschränkt. Charakteristisch ist für einzelne Gegenden ein Netz-
werk von Gängen, welche zum Theil aus Quarz, zum Theil aus Pegmatit
bestehen und oft dicht gedrängt sind. Wir kommen unten (S. 235) auf die
Erklärung des Ursprungs derselben zurück.
2. Glimmerschiefer. Dieses Gestein kenne ich nur von Tshifu und der unmit-
telbaren Umgebung, im Westen bis Tong-tshöu-fu (S. 215—210); dort aber
ist es mächtig und gebirgsbildend. Das Verbreitungsgebiet liegt ausserhalb des-
jenigen des Gneiss. Das Alter kann mit Sicherheit als ein jüngeres bezeichnet
werden: denn die Lagerung ist im Ganzen wellig und wird selten steil. Die
Streichrichtung ist NW—SO, also derjenigen des Gneiss ähnlich, das Fallen
ist wechselnd SW und NO. Eine andere Analogie mit dem Gneiss besteht in
dem häufigen Vorkommen von Gängen von Quarz und turmalinhaltigem
Pegmatit. Die Abänderungen sind die gewöhnlichen, und werden durch
Vorherrschen von Quarz oder Glimmer, das Auftreten des ersteren in
Knoten u. s. w. veranlasst. Unter den accessorischen Gemengtheilen spielt