National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Halbinsel umsegelt, so lösen sich dieselben wie Inseln von den dichter gedrängten
Gebirgsmassen des Inneren ab. Man sieht kahle Berge, z. Th. mit zackigen Käm-
men, und steile Abfälle, aber keine schroffen Felswände oder Mauern. Das Land
gewährt einen öden Anblick. Aber bald erkennt man die Dörfer, die in allen
Vertiefungen liegen, und den Feldbau, der sich in Terrassen an den Gehängen
hinauf erstreckt. Der Tshüng-shan, welcher das östlichste Vorgebirge bildet, und
die Hügel am Cape Cod scheinen aus krystallinischem Kalkstein oder Quarzit zu
bestehen; erst südlich vom Cap sind die Umrissformen des Gneiss zu erkennen.
Einen anderen Anhalt gibt das von Williamson erwähnte Vorkommen von Marmor
am Wu-lung-hô, südöstlich von Lai-yang-hsien. Die beiden angeführten Fälle sprechen
nicht gegen die Vermuthung, dass die Formation des King-sun-shan, wie an diesem
selbst, so auch weiterhin in den Vertiefungen zwischen den höheren Ketten des
unzersetzten Gneiss lagern.
Es lässt sich annehmen, dass das Grundgebirge nach der Zeit der Ausbrüche
des Korea-Granites wesentliche Umgestaltungen nicht mehr erfahren hat. Das kleine
Fragment einer Auflagerung Sinischer Schichten, das wir bei Tong-tshóu-fu kennen
lernten, beweist hinlänglich die Aehnlichkeit der Verhältnisse mit denen von Liau-
tung, um annehmen zu dürfen, dass diejenigen Theile des Grundgebirges, welche
jetzt das tiefste Niveau einnehmen, gerade wie dort, mit Schichtmassen bedeckt
wurden, während die höheren Stellen frei davon blieben. Die Gebirgsketten ragten
eben schon damals auf. Allerdings müssen sie höher gewesen sein, als gegenwärtig,
und es kann uns nur überraschen, dass sie nicht in viel grösserem Maass abgetragen
sind. Seit der Hebung der Cambrischen Schichtmassen aus dem Meer haben die
erodirenden Agentien fast allein an der Sculptur des Landes gearbeitet; denn ob
eine nochmalige Versenkung und Schichtenbedeckung in der Steinkohlenperiode
stattgefunden hat, mussten wir dahingestellt lassen, und sicherlich ist noch später eine
Meeresbedeckung nicht mehr eingetreten. Die Gebirgsketten wurden vom Wasser
schärfer ausgemeisselt, die weichen und der Vegetation günstigen Ausfüllungen
zwischen ihnen fortgeführt, und ein Theil der festeren übrig gelassen; die Thäler
wurden erweitert, die Gehänge mit Zersetzungslehm bedeckt. Nur geringe Wirkung
hatte die vulcanische Periode. Vermuthlich wird sich in den Miau-tau-Inseln
der Herd der Ausbruchsthätigkeit während derselben nachweisen lassen; denn auf
dem Festland ist der Ursprungsort der Basaltströme von Tong-tshou-fu kaum zu
finden. Auch die von diesen gebildeten Decken wurden wieder durchnagt und in
einzelne Fetzen aufgelöst, die noch als letzte Ueberreste vorhanden sind. In wie
weit es wahrscheinlich ist, dass in einer gewissen Periode das ganze Land höher
über dem Meer lag als gegenwärtig, werden wir später in allgemeinerem Zusam-
menhang betrachten.
Unter den Umänderungen, welche der Felsbau von Shantung erlitten hat, tritt
eine als besonders eigenthümlich und bemerkenswerth hervor. Es ist die Bildung
des zersetzten Wellenlandes, wie wir es ebenfalls an den Küsten von Liau-
tung und Liau-hsi kennen. Am Wei-hô, östlich von Wei-hsien, kam ich zum ersten
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