National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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shan (S. 221), in deren krystallinischen Kalkmassen allein ich Höhlen in Shantung
kenne. Auch das gerüchtweise bemerkte Vorkommen von Metallen am Tsi-pan-shan,
10 li südlich von Kwansai, weist auf diese Formation. Der Gebirgszug setzt nach
Westen nicht fort; denn der Weg führt immer nur über Hügelland, dessen Cha-
rakter auf Sinische Formation, vielleicht mit einer Auflagerung von kohlenführenden
Gebilden, schliessen lässt¹. Allerdings kann die Nachricht, dass 1 li östlich von
Kwan-sai Kohle vorkommen soll, nur mit Vorsicht aufgenommen werden. Unsere
allgemeine Folgerung aus der Beschreibung geht dahin, dass die Scheidelinie des
Wi-hö nach Süden fortsetzt, dass östlich von ihr ein hohes, aus der ältesten For-
mationsreihe (Gneiss u. s. w.) bestehendes Gebirge aufragt, im Westen aber ein
Hügelland von Sedimentgebirgen sich ausbreitet, das anderen ähnlich gebauten
Gegenden von West-Shantung im Charakter ähnlich ist.
Aus dem Vorstehenden dürfte die Besonderheit in der Tektonik des westlichen
Shantung zur Genüge hervorgehen. Sie besteht darin, dass das ganze Gebirgsland
in eine Anzahl von Schollen zerfällt, welche gegen einander verworfen sind,
ohne dass eine Schichtenfaltung damit verbunden gewesen ist. Und zwar findet
nur in abgegrenzten Gebieten und in unvollkommener Weise ein Parallelismus der
Verwerfungslinien statt, wie z. B. in der Furche, welche von den Flüssen Tung-Wonu-
hö und Hsiau-Wonu-hö durchströmt wird. Im Ganzen scheint eine Tendenz nach
einer radialen Anordnung der Bruchspalten, mit dem Tai-shan als Centrum, vor-
handen zu sein; doch fügen sich in dieses keineswegs sicher festgestellte Gesetz
eine Reihe anderer Spalten nicht ein, welche rechtwinklig gegen die Verwerfungen
der ersten Ordnung gerichtet sind, wie diejenigen, welche die tiefen Einbuchtungen
am Nordrand des Gebirges verursachen. Ein deutlich erkennbares und durchgrei-
fendes Gesetz besteht darin, dass sämmtliche Schollen in nördlicher Rich-
tung von NO bis NW geneigt sind.
Diese eigenthumliche, klar erkennbare Tektonik wiederholt sich so durchgreifend
in keinem Theil von China², und es ist mir auch aus anderen Ländern ein Beispiel
derselben nicht bekannt. Verfolgen wir den Vorgang, welcher sie veranlasst hat,
in seiner Entstehung, so ist es offenbar, dass er sehr früh begonnen und sich,
gerade wie es bei Gebirgsfaltungen der Fall zu sein pflegt, durch lange nachfol-
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