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0281 China : vol.2
China : vol.2 / Page 281 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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December nicht unerhebliche Schneefälle stattfinden, welche selbst in Tshifu den
Boden ein bis zwei Fuss hoch bedecken. Derselben Ursache dürfte es zuzuschreiben
sein, dass im März der erste Frühjahrsregen erwartet wird, nach welchem sich die
Aussaat richtet, und im April gewöhnlich noch mehr Regen fällt, während die
Hauptzeit der Niederschläge, ebenso wie im ganzen Norden, in die Monate Juli
und August fällt. Als ich im Jahr 1869 reiste, fiel bis Ende April kaum ein
Tropfen Regen. Es herrschte im ganzen Lande eine niedergedrückte Stimmung.
Durch Fasten und Processionen suchte man die Götter günstig zu stimmen, doch
erbarmten sie sich der ausgetrockneten Felder nicht vor Anfang Mai; dann aber
fiel Regen in hinreichender Menge.
An genauen Messungen für die einzelnen meteorologischen Factoren fehlt es
noch sehr. In Tshifu sind laufende Beobachtungen erst für einige Monate des Jahres
angestellt worden. Sie werden hier immer nur einen örtlichen Werth behalten.
Die Errichtung einer meteorologischen Station in Tsi-nan-fu, welche in Verbindung
mit der dortigen katholischen Mission geschehen könnte, wäre sehr wünschenswerth.

Producte der Bodencultur.

Die Berge und Hügel von Shantung sind kahl; die Cultur hält sich an die
Thäler und Ebenen; geht aber in ersteren so hoch an den Gehängen hinauf, als
eine hinreichende Menge Wasser zur Berieselung erhalten werden kann. Das im
Verhältniss zum höheren Norden begünstigte Klima macht die Natur weniger karg
als dort. Spontane Vegetation versucht auf allen Gehängen sich anzusiedeln; aber
die Verwüstung hat in gleichem Maass mit der Bevölkerungszahl zugenommen.
Denn da der Winter kalt ist, braucht man Heizungsmaterial. Der grosse Kohlen-
reichthum kommt wegen der schlechten Verkehrsmittel nur der Nachbarschaft der
Gruben zu Gute; in allen anderen Theilen sucht man sich vegetabilischen Brenn-
stoff. In der Ebene geben ihn die Stengel der Kauliang-Hirse; in den Gebirgen
hält man sich an die dünne Vegetationsdecke der Hügel. Es wird von den süd-
lichen Häfen in grossen Massen eine Art Harke eingeführt, deren Zinken aus festem
Bambus bestehen und an den Enden nach unten gekrummt sind. Sie sind so
scharf und weichen zugleich durch ihre Elasticität den festeren Gegenständen so
gut aus, dass man damit auch auf steinigem Boden einen Grasteppich mit den
Wurzeln ausraufen kann. Mit diesem Instrument wird die Vegetation vertilgt.
Auf den Bergen, an Feldrainen und an jeder Stelle, wo die Vegetation nicht künst-
lich angebaut ist, sieht man im Frühjahr und Herbst hunderte von Händen thätig,
um den Boden aufzukratzen und die vertrockneten Gräser und Kräuter mit ihren
Wurzeln aufzusammeln. Mit Neid wird derjenige betrachtet, dem es glückt, bei
diesem Vernichtungswerk alte Wurzelstöcke von Bäumen oder Sträuchern aufzu-
finden. Dann wird der Boden aufgehackt und man zieht jene bis auf ihre letzten
Fasern heraus. Allerdings wird die allverbreitete Vorrathskammer von Brennmate-
rial nicht ganz unsystematisch ausgenutzt; denn man verfolgt, wie mir versichert