National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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sein sollte: aber die Zukunft des Bergbaus ist im nördlichen Gebiet. In den
Bergen östlich vom Hsian-fu-ho wird ein Stollen hinreichen, um die noch unver-
ritzten Theile der Flöze, soweit sie über der Thalsohle liegen, zu erschliessen.
Der Tiefbau wird sich von dort gegen Westen ausdehnen können. Das Gesammt-
areal des Kohlenfeldes lässt sich etwas roh auf ungefähr 12 deutsche Quadratmeile
schätzen.
Der Bergbau ist hier jedenfalls sehr alt. Shantung gehört zu den ältesten
Culturländern China's: die Kohle war unmittelbar an der Oberfläche sichtbar: ihre
Brennkraft musste früh bekannt werden, und so dürften sich seit undenklicher Zeit
die ersten Keime jener Industrien entwickelt haben, durch welche Po-shan-hsien
seine Berühmtheit in China erlangt hat. Wir haben derselben, und zwar ins-
besondere der Töpferei, der Bereitung von rothem Eisenoxyd als Farbmaterial, der
Glasfabrication und der mit ihr verbundenen Glasschleiferei, bereits oben gedacht.
Das Kohlenfeld von Lin-tshi-hsien (nordwestlich von Tsing-tshön-fu) liegt dem-
jenigen von Po-shan nahe. Ich habe es nicht kennen gelernt. Vermuthlich hat die
Steinkohlenformation hier eine ähnliche Entwickelung wie dort. Da der Fallwinkel
überall flach ist, und die Flöze nahe genug an die Oberfläche kommen, um die
Chinesen zum Abbau veranlasst zu haben, so ist zu erwarten, dass schon ein
geringer Tiefbau zu beträchtlichen Aufschlüssen hinreichen wird. Bohrungen allein
vermögen die Zukunft des Kohlenfeldes klar zu stellen.
Dasselbe gilt von dem Kohlenfeld von Wei-hsien (s. oben S. 210), welches
nach Süden bestimmt abgegrenzt ist, nach Norden unter die Ebene einfällt, und
im Osten und Westen von einer Terrasse vulcanischer Tuffe begrenzt wird, unter
der sein Fortstreichen unbekannt ist. Der flache Einfallswinkel und die Vielzahl
der Flöze sichern einem geringen Tiefbau eine erhebliche Ausbeute. Bis jetzt
steht die Kohle an Qualität weit hinter derjenigen von Po-shan zurück. Doch
mag dies dem Umstand zugeschrieben werden, dass man noch unmittelbar unter
der Oberfläche arbeitet. Es wird selbst bei unbedeutender Tiefe eine erhebliche
Wassergewältigung nothwendig sein: aber die vorgeschobene Lage des Gebietes
gegen Osten gestattet die Verwerthung der Kohle bei Gestehungskosten von
mässiger Höhe.
Westlich von Po-shan haben wir zunächst das Kohlenfeld von Tshang-kiu-
hsien, dessen wahrscheinliche Ausdehnung sich zu vier bis sechs deutsche Quadrat-
meilen annehmen lässt. Es liegt in einer ähnlichen, aber weniger tief eingreifenden
Bucht wie das von Po-shan: doch hat es, da die Kohlenschichten nur gerade über
die Ebene etwas aufragen, dem chinesischen Bergmann einen weniger bequemen
Angriff geboten. Schachtförderung bei bedeutender Wasserhebung war von Anfang
an die einzige anwendbare Methode. Der Preis der Kohle ist daher bedeutend,
und nur die günstige geographische Lage erlaubt die wirksame Concurrenz mit
Po-shan: denn Tsi-nan-fu und die östlich davon gelegenen volkreichen Gebiete
sind in erster Linie auf das Kohlenfeld von Tshang-kiu angewiesen. Die niedrigen
Gestehungskosten erlauben allerdings eine gleichzeitige Zufuhr von Po-shan.
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