National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Das Kohlenfeld von *Tshang-kin* scheint mir das wichtigste von Shantung zu
sein. Es ist zwar nur Ein Flöz aufgeschlossen. Aber dasselbe ist von so vorzüg-
licher Beschaffenheit, und die ihm entstammende Kohle steht der besten von
Po-shan so nahe, dass eine ähnliche Entwickelung der ganzen Formation, wie wir
sie von hier kennen, wahrscheinlich ist. Selbst wenn das Flöz das einzige sein
sollte, kann es zu einem sehr lohnenden Bergbau Anlass geben. Bei dem geringen
Neigungswinkel würde ein Schacht, der das Flöz in einigen hundert Fuss Tiefe
anschlüge, schon eine erhebliche Förderung gestatten. Vor Allem aber ist es die
günstige Lage, welche einen nach bestem System angelegten Bergbau lohnend
machen würde. Tsi-nan-fu, der Gelbe Fluss, der Grosse Canal würden alle zunächst
von hier aus versorgt werden. Die jetzigen Eigenthümer der Gruben sind sich
dieser Vorzüge wohl bewusst und würden, wie sie mir erklärten, zur Einführung
verbesserter Methoden gern bereit sein. Sie verlangen nur nach einer billigeren
Wasserhebung, um ihre Werke und ihren Absatz bedeutend zu vergrössern.
Sollte in dem Gebiet von *Tshang-tsin-hsiën*, westlich von *Tsi-nan-fu*, und weiter
südlich am Westrand des Gebirges Kohle vorkommen, wie mir von einzelnen
Seiten versichert wurde, so würden dies sehr beachtenswerthe Localitäten sein,
und es wäre ein baldiger Aufschluss darüber zu wünschen. Der geologische Bau
ist, wie wir gesehen haben, der Möglichkeit der dortigen Verbreitung der Kohlen-
gebilde nicht entgegen.
Südlich von Tsi-nan-fu haben wir zunächst das Kohlenfeld von *Lai-wu-hsiën*
östlich von *Tai-ngan-fu*. Wären die örtlichen Verhältnisse des Vorkommens
günstig, so würde die geographische Lage der Ausnutzung wenig förderlich sein.
Doch ist auch jedenfalls die Art des Auftretens keine vortheilhafte. Denn bis nach
Tai-ngan-fu und Hsin-tai bringt man über die Gebirge den Coke von Po-shan.
Entweder ist die Kohle von Lai-wu zu schlecht, oder zu theuer, oder Beides, als
dass die Vorzüge des näheren Weges die Concurrenz mit der besseren von dem
entfernteren Ort zu überwinden vermöchten.
Das kleine, unbedeutende Kohlenfeld von *Tsing-ko-tshwang* s. oben S. 192)
kann nicht weiter in Betracht kommen, da es in jeder Beziehung eine geringe
Rolle spielt und nur den örtlichen Bedarf des Thalgebietes von *Hsin-tai* zu befrie-
digen vermag.
Es bleiben endlich noch die Kohlenfelder von *I-tshöu-fu* und *I-hsiën* zu nennen,
welche in Hinsicht auf Lagerung und Lage alle Erfordernisse für eine wichtige
zukünftige Rolle haben. Bei dem geringen Wechsel in dem geologischen Bau
können wir bei I-hsin ähnliche Verhältnisse voraussetzen, wie wir sie für I-tshöu-
fu gefunden haben. Die Schichten sind unter geringem Winkel geneigt, ent-
halten eine grössere Anzahl von Flözen, erreichen aber die Oberfläche in einem
niederen, flachwelligen Land und können daher nur durch Schachte abgebaut
werden. Bei I-tshöu-fu ist das bedeutendste, jetzt im Abbau begriffene Flöz
3 bis 5 Fuss mächtig; doch ist es nicht unwahrscheinlich, dass man die mächtig-
sten Flöze zuerst bis zu der unter den bestehenden Verhältnissen erreichbaren
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