National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Shantung vortheilhaft aus. Der Genuss des Opiums hat daher auch bei ihnen
weniger allgemeine Verbreitung gefunden, als in den meisten anderen Provinzen.
Sie lieben zu lernen, und in Po-shan-hsien haben sie Anlage zur Industrie bethä-
tigt¹). Die Kunst ist wenig gepflegt; aber im Baustil der Wohnhäuser ist ein
besserer Geschmack erkennbar, als die Chinesen im grossen Durchschnitt besitzen.
Man errichtet feste Gebäude aus Stein und Ziegeln mit mässig grossen Fenstern,
und die Dörfer gewähren aus einiger Ferne einen soliden, behaglichen Eindruck.
Kommt man hinein, so fehlen allerdings weder Schmutz noch üble Gerüche; aber
man findet regelmässiger angelegte Strassen als in europäischen Dörfern. Eigen-
thümlich ist es, dass Tempel verhältnissmässig selten sind; dagegen bemerkt man
neben dem Streben nach häuslicher Abgeschlossenheit der einzelnen Familien einen
gewissen Gemeindesinn. Nicht oft wird man in einem Dorf einen Platz mit hohen
Bäumen vermissen, unter denen steinerne Sitze angebracht sind. Hier versammeln
sich die Männer allabendlich und halten bei der Tabakspfeife ihre Besprechungen
und Berathungen.
Ackerbau, verbunden mit bedeutender Obst- und Gemüse-Cultur, ist die Haupt-
beschäftigung der Bewohner. An seine Stelle treten in einzelnen Districten Seiden-
bau und Kohlenbergbau. Eine grosse Zahl von Menschen findet seinen Unter-
halt durch die Vermittelung des Binnenverkehrs. Der Schifffahrt widmen sich
Wenige, und, wie es scheint, ausschliesslich für den Verkehr auf kleinen Strecken.
Diese Erscheinung würde in einem mit geschützten Hafen reich versehenen Küsten-
land auffällig sein, wenn nicht der gänzliche Mangel an Schiffbauholz eine Erklä-
rung dafür böte.
Binnenverkehr.
Shantung hat, mit Ausnahme des durch seinen westlichen Theil führenden
Grossen Canals und des unvollkommen schiffbaren Gelben Flusses, nur unbedeu-
tende Wasserwege. Die Flussbetten sind breit und sandig, und wenige unter ihnen
während kurzer Zeit so weit mit Wasser gefüllt, dass eine geringe Befahrung mit
kleinen Booten in ihren unteren Theilen stattfinden kann. Selbst das Meer wird zur
Verbindung der einzelnen Küstenplätze durch Schiffahrt wenig benutzt. Es dient,
ebenso wie die beiden erstgenannten Wasserwege, wesentlich zur Vermittelung des
Verkehrs nach aussen. Was denjenigen im Inneren betrifft, so gehört Shantung
in vollkommenster Weise dem nördlichen China. Fahrstrassen und Saumwege
durchziehen die Ebene und das Gebirge in zahlreichen Linien. Maulthiere, Pferde
und Esel werden auf ihnen zum Tragen oder Ziehen von Lasten verwendet, und
ausserdem übernimmt der Mensch einen nicht geringen Theil der Frachtbeför-
derung. Die umfangreiche Benutzung der thierischen Kraft bedingt den wesent-
lichsten Unterschied gegen das südliche China; aber auch die menschliche Muskel-
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