National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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ander verwachsen, dass sämmtliche Strassen nur Einen gemeinsamen Ausweg nach
der Ebene von Peking, durch das Mauerthor Ku-pei-köu, finden.
So gibt es von West über Nord nach Nordost nur zwei natürliche Zugänge
zu der Ebene von Peking, die Pässe Nan-köu und Ku-pei-köu. Ehe wir uns zu
dem dahinter liegenden Land wenden, betrachten wir die östliche Fortsetzung des
Gebirgsabfalls. Zunächst schiebt sich das von Ost nach West gerichtete Thal des
Ku-ho ein, in welchem die Städte Ki-tshóu und Tsun-hwa-tshóu liegen. Durch
das leicht zu übersteigende Gebirge Nan-ting-shan wird es von der Ebene geschie-
den. Im Norden scheinen der Wu-lung-shan und andere Gebirge eine schwer zu
bewältigende Schutzmauer zu bilden. Aber nördlich von Tsun-hwa-tshóu durch-
bricht der Lwan-ho die Gebirgsbarrière. Gleich dem Hun-hô hat er ein grosses
Stromgebiet, das sich zu Einem Canal vereinigt. Die Grosse Mauer überschreitet
die Durchbruchsstelle, und unmittelbar daneben ist das wichtige Mauerthor Hsi-
fong-köu, durch welches eine grosse Strasse nach dem Oberlauf des Lokhan-bira,
dem frühen Sitz der Khitan und anderer tungusischer Stämme¹), und von dort
nach Tsitsikhar in der nördlichen Mantschurei führt. Hier war im Alterthum eine
gefährliche Stelle für die Ebene von Peking. Das Thal von Tsun-hwa-tshóu blieb
selbst lange ein Wohnsitz unabhängiger und feindlicher Stämme; und als es für
die Chinesen gewonnen war, bot sich in ihm eine Oeffnung für Einfälle von
Nordosten her. Jetzt hat diese Gefahr aufgehört, da die Chinesen sich, wie wir
oben (S. 9, 10) gesehen haben, mehr in dem Gebiet von Tshong-tö-fu
ausbreiten. Auch wo der Tshing-lung-hô herabkommt, um sich mit dem Lwan-ho
zu vereinigen, scheinen ehemals Zugänge geboten zu haben. Dann folgt wieder
ein natürlich abgesperrtes Gebiet, bis wir das Mauerthor Shan-hai-kwan erreichen,
dessen wichtige Lage an der Verbindungsstrasse von Mukden und Peking wir
bereits kennen gelernt haben²).
Da die Raumausbreitung Central-Asiens im Nordwesten von Peking ungleich
bedeutender ist als im Nordosten, und dort in der Regel die Stämme sich viel
leichter unter einheitlicher Führerschaft vereinigten als hier, so bleibt die natürliche
Absperrung aller nördlichen und westlichen Zugänge bis auf den einzigen Pass von
Nan-köu das wichtigste Merkmal in diesen Richtungen für die geographische Lage
der Hauptstadt. Ueberaus gross ist der Contrast, wenn man von der Ebene von
Peking und den bis in ihre Fundamente zerschnittenen Gebirgen hinüber kommt
nach den Gegenden im Nordwesten der Nanköu-Kette. Wir glauben in Central-
Asien zu sein. Weite muldenförmige Thäler, sanft aufsteigende Gehänge, über
denen in grösseren Abständen die schroffen Ketten sich erheben, verleihen, ebenso
wie die eintönige Färbung, den Lösslandschaften, in die wir ganz eingetreten sind,
einen besonderen Charakter. Gleich dem Stromsystem sind auch die Strassen weit
verzweigt, und leichte Verbindungen finden nach Südwesten und Nordosten hin
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