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0322 China : vol.2
China : vol.2 / Page 322 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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8. Ein Kohlenflöz, mächtig, aber durch den ehemaligen Grubenbau in beschränk-
ter Ausdehnung verfolgt.
9. Weisse, graue und rothe thonige Sandsteine, vielfach mit Schieferthonen
wechselnd. Eisenmieren fehlen nirgends. . . . . . . . . . . . . . . 400 Fuss.
10. Haupt-Kohlenflöz. Die Arbeiten darauf sind langst eingestellt, nachdem
angeblich die Tiefe von 200 Fuss (donlagig) erreicht worden war und die
Wasser zu stark einkamen. Die Mächtigkeit soll an den dünnsten Stellen 30 Fuss,
stellenweise aber bis 90 Fuss betragen haben. Und in der That sind die alten Baue
durch eine 50 Fuss tiefe, scharf begrenzte Einsenkung, an deren oberen Rändern
man noch die Spuren der Arbeiten sieht, kenntlich. Die Gruben gingen offen
zu Tage aus und der Kohlenkörper wurde in seiner ganzen Mächtigkeit abge-
baut. Später hat sich der leere Raum durch Nachfallen des Hangenden zum
grössten Theil wieder angefüllt. Man sieht jetzt noch an der Nordseite die glatte
Liegendfläche, während auf der Südseite der stellenweise bis 100 Fuss breiten
Furche das Gestein verstürzt ist. Ich verfolgte die letztere für ungefähr 2000
Meter nach Westen; doch setzte sie noch weiter fort. Die Bewohner erinnern
sich nicht mehr der Zeit, in welcher der Bergbau betrieben wurde; aber die
Ueberlieferungen leben fort. Man sagte mir, die Kohle sei die beste der Gegend
gewesen und in festen Stücken gewonnen worden, deren Grösse nur durch die
Förderungsmittel beschränkt gewesen sei. Nach der Teufe soll die Qualität sich
verbessert und die Mächtigkeit zugenommen haben.
11) Sandsteine mit drei oder vier Kohlenflözen, die durch Haldenreihen
angezeigt werden. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 250 Fuss.
12) Rothe Sandsteine von sehr grosser Mächtigkeit.
Für die ganze Schichtenreihe notirte ich Streichen W 11° S — O 11° N. und 62° Fallen
nach S 11° O. Sie ist daher dem Kalkstein gleichförmig aufgelagert.
Geht man von Pai-tau-tsz nach Westen, so sieht man mit Befremden, wie die
Linie des Hauptflözes dem Kalkstein näher und näher kommt, nachdem schon vorher
die Flöze 6) und 8) ihr Ende in ähnlicher Weise erreicht hatten. Dies rührt von dem
Eintreten eines widersinnigen Fallens her, und wir haben hier ein Beispiel der auch sonst
häufigen Erscheinung, dass in solchen Fällen ein Theil der Schichten nicht an der Ober-
fläche erscheint. Die Kohlenschichten nehmen an dem widersinnigen Fallen theil; aber
bei ihnen ist es nicht so stark, und nach Süden hin tritt mehr und mehr die normale
Lagerung ein (s. Fig. 58).
Von Pai-tau-tsz setzt der Tung-shan noch 15 li westlich fort. In der ganzen
Erstreckung begleiten Reihen von Kohlenhalden seinen Südfuss. Dann tritt der Kalk
in einer flachen, 50 bis 60 Fuss hohen Welle für ungefähr 10 li über das Thal hervor,
und noch an seinem letzten Ende, nördlich von Kai-ping, sind Kohlengruben. Das
Streichen schwankt, kann aber ungefähr als W 22° S angenommen werden; das Fallen
ist 47° SSO. Thönige und dann sandige Schichten folgen auf den Kalk, und in 500
bis 600 Fuss Verticalabstand über diesen liegen die Kohlenflöze. Von dem Dorf Ma-
kio-kiu ziehen sehr alte Halden in östlicher Richtung. Nach der frühen Zeit, aus der
sie stammen, hat der Bergbau lange geruht, und erst kürzlich ist er wieder aufgenommen
worden. Man nennt noch diesen ganzen Theil des Kohlenfeldes die neuen Gruben.
Nachrichten über die Entwickelung der Flöze an dieser Stelle konnte ich nicht einholen;
denn während des Sommers ruht der Bergbau durch fünf Monate, angeblich weil die
Grubenlichter nicht brennen wollen. Die Schachte füllen sich während dieser Zeit mit
Wasser, und nicht selten muss man bei Wiederaufnahme der Arbeit einen neuen abteufen.
Ehe wir dies Kohlenfeld verlassen, müssen wir die rothen Sandsteine 11) noch
näher betrachten. Sie sind dunkel gefärbt, meist sehr mürbe, und bestehen aus Quarz-
körnern mit etwas thonigem Bindemittel. Petrographisch, wie hinsichtlich ihrer Lagerung,
entsprechen sie denen, welche über der Kohlenformation von Pom-hui-hu (S. 103) lagern,
und sie müssen, wenn nicht Faltungen vorliegen, eine Mächtigkeit von mehreren tausend
Fuss erreichen. Anfangs fallen sie steil, gleichförmig mit den kohlenführenden Schichten.
Aber wenn man sich von diesen entfernt, sinkt der Winkel auf 40 bis 25 Grad. Grä-
Die Kohle von Kai-ping ist stark bituminös, brennt mit langer russender Flamme
und wird nicht zu Coke gebrannt; sie ist, was Glanz, schiefrige Structur und Ansehen
betrifft, auf verschiedenen Flözen verschieden. Europäische Dampfschiff-Ingenieure, welche