National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Rolle scheint der Granit in dem grossen Zug des Hóng-shan zu spielen, auf den
ich sogleich (S. 325) näher eingehen werde. Während wir in allen bisher betrach-
teten Gegenden den Koreagranit, dessen Ausbrüche die Sinischen Periode voran-
gingen, mächtig entwickelt fanden, von jüngeren Graniten aber nichts mit Bestimmt-
heit kennen lernten, tritt uns hier kein Eruptivgestein von der genannten Altersstufe
entgegen. Sämmtliche Granite der Umgebungen von Peking sind jünger als die
Sinische Periode und gehören wahrscheinlich Einer Eruptionsepoche an.
3. Alte Schiefer am Liu-li-hô. — Mit Abschluss der die Primordialfauna
führenden obersinischen Schichten tritt eine Lücke ein. Aus der Silurischen und
der Devonischen Periode kennen wir Nichts in der Gegend von Peking. Zugleich
waren mit den Granitausbrüchen so bedeutende Störungen verbunden, dass die
zunächst folgenden Formationen nicht, wie in Shantung, beinahe gleichformig mit
den Sinischen Schichten, sondern ganz verschieden von ihnen gelagert sind. Das
älteste Gebilde, dem wir begegneten, waren die Thonschiefer und Sericitschiefer von
Hung-méi-tshang am Liu-li-hô (S. 295). Da sie mit dem Kohlenkalk zusammen durch
antikline Aufrichtung ein hohes Gewölbe bilden, so sind sie in Hinsicht auf ihr Alter
diesem näher als den Sinischen Schichten zu stellen. Es sind mir jedoch ähnliche
Gebilde sonst nicht bekannt, und wir müssen die Stellung der Schiefer am Liu-li-
hô in der Schichtenfolge vorläufig unbestimmt lassen.
4. Kohlenkalkstein. — Die Gebirge bei Peking wiederholen die Eigen-
thümlichkeit einzelner Gegenden, dass, wenn mächtige, durch Kalksteine bezeich-
nete pelagische Bildungen in einer Periode zur Ablagerung gelangten, die Bedin-
gungen zu gleichen Vorgängen in einem oder mehreren späteren Zeitaltern
wiedergekehrt sind. So vielfach wir dem Kohlenkalk in China begegnen werden,
wird er uns doch selten in so grossartiger Entwickelung entgegentreten, wie im
Profil von Tshai-tang und in den südlich sich daran schliessenden Gebirgsland-
schaften von Shansi. Leider vermochte ich einen sicheren palaeontologischen
Anhalt zur Altersbestimmung nicht zu finden. Doch ist an der Richtigkeit derselben
nicht zu zweifeln. Der erste Beweis für sie ist negativ, indem alle Merkmale der
Sinischen Kalke fehlen, die Silurische und Devonische Formation aber in diesem
ganzen Theil von China nicht vorhanden sind. Der zweite ist positiv und ergibt
sich aus der Vergleichung des petrographischen Charakters der Kalksteinreihe mit
demjenigen, welchen der Kohlenkalk in solchen Gegenden hat, wo er sicher
bestimmbar ist. Mehrfach bezeichneten wir als typisch eine Abänderung des Kalk-
steins, welche bei sehr dichtem Gefüge und muschligem Bruch eine eigenthümliche
wolkige oder geflammte Zeichnung von schwärzlichen und leberbraunen Färbungen
zeigt. Bei Kai-ping und am Liu-li-hô sind gerade diese Gesteine sehr entwickelt.
Eine andere Besonderheit es ist, dass die Kalksteine nicht selten dolomitisch
werden, wobei sie häufig ein zelliges, rauchwackenartiges Gefüge annehmen. Endlich
erhält die Altersbestimmung eine Bestätigung durch die Gleichformigkeit, mit welcher
der Kalkstein von den kohlenführenden Gebilden überlagert wird.
5. Steinkohlenformation. — So leicht sich die Grenze dieser mit Sicher-
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