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0364 China : vol.2
China : vol.2 / Page 364 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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Hier fanden wir Sandsteine und Conglomerate als das Liegende des Kohlenkalkes;
bei Tshai-tang sind es die Schiefer von Hung-mei-tshang. Ich vermag nicht sicher
festzusetzen, ob zwischen beiden Gegenden eine Abweichung in dem Aufbau der
Formation des Kohlenkalkes stattfindet. Bei Tshai-tang scheint er indess wesentlich
mächtiger zu sein, und nirgends fand ich ihn lithologisch so mannigfaltig entwickelt.
In beiden Gegenden endet mit dieser Formation die Kalksteinbildung gänzlich; und
zwar schliesst sie mit Dolomiten, ebenso wie in Shantung und dem südlichen Shansi,
wo aber noch weiterhin Einlagerungen von Kalksteinbänken mit der Fauna des
Kohlenkalkes zwischen den kohlenführenden Schichten auftreten. Die Bildung der
Kohlenschichten von Kai-ping (S. 287) und derjenigen des Mei-ling (S. 293) dürfen
wir als gleichzeitig annehmen. Der Charakter der Gesteine und das Vorkommen von
Resten von Landpflanzen beweisen, dass hinfort eine tiefe Meeresbedeckung in beiden
Gebieten nicht mehr stattfand. Aber gerade nun beginnen die grössten Unterschiede
in den Strandniederschlägen. Die Entwickelung bei Kai-ping, durch eine Reihe
grauer und weisser Sandsteine, Mergel und schwärzlicher Schieferthone hindurch zu
den mächtigen flözleeren rothen Sandsteinen, werden wir in vielen Theilen von China
in ähnlicher Weise antreffen. Bei Peking und Tshai-tang sind schon Anfangs neben
Schieferthonen und Sandsteinen die schwärzlichen Thone mit senkrecht gestellten
Glimmerblättchen auszeichnend, und darüber beginnen die dioritischen Sedimente,
mit Tufgesteinen aller Art, Lagern und Stromen von Diorit, Blattersteinen, Con-
glomeraten u. s. w. Die Flora von Pa-ta-tshu erweist ihre Zugehörigkeit zur Stein-
kohlenformation, und doch finden wir nirgends in China in dieser eine Analogie
bezüglich der petrographischen Ausbildung.
Die ganze Reihe der auf die Steinkohlenformation folgenden Sedimente bei
Tshai-tang ist durchaus eigenartig. Wenn in dem benachbarten offenen Meer
gleichartige Bildungen entstanden sind, so kennen wir sie nicht, da sie der Erosion
unterlagen, oder unter den Anschwemmungen der Grossen Ebene vergraben sind.
Aber in anderen Theilen von China, z. B. in Sz'-tshwan, werden wir Formations-
entwickelungen finden, welche in ähnlicher Weise durch mehrere Perioden hindurch-
reichen; doch ist ihr Charakter ein ganz verschiedener. Bei Tshai-tang wiederholt
sich die Steinkohlenführung in mehreren, weit von einander getrennten Niveau's,
und zwar findet sich bis hinauf zum Khat nur Anthracit; erst darüber kommt noch
bituminöse Kohle vor. Eine besondere Frage bietet die Zufuhr des Materials für
die mächtigen Schichtgebilde. Die Quarzmassen in den Conglomeraten deuten auf
krystallinische Gesteine, und deren Herstammungsgegend ist wol im Westen anzu-
nehmen. Dort sind auch, wie wir sehen werden, die Sinischen Gebilde beinahe voll-
ständig weggeführt; ihrer Denudation mag ein grosser Theil des Materials für die
Sedimente von Tshai-tang entnommen sein.
Den Schluss der Entwickelungsgeschichte, soweit sie den Aufbau betrifft,
bezeichnen die Porphyrausbrüche. Am Fuss des Nankóu-Gebirges sind diese
Gesteine in grossen Massen aufgestiegen. Sie bilden Gänge, breiten sich über die
Sedimente aus und dienen ihnen als schützende Decke, setzen hohe Gipfel