National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books

> > > >
Color New!IIIF Color HighRes Gray HighRes PDF   Japanese English
0372 China : vol.2
China : vol.2 / Page 372 (Color Image)

New!Citation Information

doi: 10.20676/00000260
Citation Format: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR Text

ACHTES CAPITEL.

DIE NÖRDLICHEN THEILE DER PROVINZEN
TSHILI UND SHANSI:
VORSTUFE UND SÜDRAND DES PLATEAU'S DER MONGOLEI.

Wir hatten im vorhergehenden Capitel von Süden her das Nankóu-Gebirge
überschritten, und ich habe bereits bei dieser Gelegenheit den merkwürdigen Con-
trast angedeutet, welcher zwischen den auf beiden Seiten desselben gelegenen
Gegenden stattfindet. Aus der weiten wogenden Ebene, welche schon in früher
Zeit einer der wichtigsten und volkreichsten Theile des chinesischen Reiches wurde;
aus deren nördlichster verzweigter Bucht, wo der Sitz der Regierung sich seit sechs
Jahrhunderten befestigt hat; aus Gebirgsländern, welche von zahllosen Thälern
und Schluchten tief durchrissen und bis zu deren Grund in ihrem innersten Bau
erschlossen werden, steigen wir nach einer etwas höheren Stufe an und finden die
ganze Landschaft verändert. Die scharfe Gliederung fehlt; Berge und Thäler scheinen
in Eins zu verschmelzen. Es ist nicht der uralte Continent mit seinen horizontal
gelagerten Sinischen Gebilden ¹), welcher durch seinen geologischen Bau den Gegen-
satz veranlasst; denn eine ähnliche, durch die gleiche Formation bedingte Plateau-
bildung fanden wir in Shantung, und doch ist dort, ebenso wie in anderen analog
gebauten Theilen von China, der peripherische Charakter erhalten. Im Gegentheil
sehen wir im nördlichen Tshili das geologische Plateau orographisch durch tiefe
Einsenkungen in viele Gebirgszüge aufgelöst; die Landschaft würde, wenn die
Thalwände, wie in den bisher betrachteten Gegenden, bis zum Boden aus Fels-
gebilden bestänḍen, einen wilderen Charakter tragen, als selbst die Gebirge im
Westen von Peking; und wenn der Boden der Einsenkungen mit Alluvien ausgefüllt
wäre, so würden breite ebene Thäler mit diesen schroffen Bergformen wechseln. Der
Löss allein ist es, welcher einen neuen, in den von ihm freien und selbst in den
von ihm nur wenig bedeckten Ländern nicht bekannten Charakter schafft. Im Süden