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0379 China : vol.2
China : vol.2 / Page 379 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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Von Fan-shan-pu über Kalgan nach Hsi-wan-tszi
(den 1sten bis 7ten November 1871).

Entfernungen in li:
Fan-shan-pu — Kiu: Pau-ngan-tshóu 50 — Furth des Yang-hó 35 — Haüén-hwa-fu 35 —
Tshang-bia-hiu (Kalgan) 60 — Hsi-wan-tszi 100. — Zusammen 285 li oder 85,5 g. M.

Der Weg von Tshai-tang nach Norden hatte uns bis in das erste grosse Lössbecken
geführt, dessen Seiten sich südlich und nördlich allmälig nach den Gebirgsgehängen hin-
anziehen. Im Boden der Mulde liegt Fan-shan-pu, berühmt wegen seiner ausgezeichneten
Trauben, die nach Peking gebracht werden. Da die Meereshöhe 2400 Fuss beträgt,
so findet offenbar vor der Einmündung des Thales in dasjenige des Yung-ting-hó noch
ein bedeutender Fall gegen Osten statt; denn die wahrscheinliche Höhe des letzteren ergab
sich (S. 339) zu ungefähr 1650 Fuss. Der Weg geht nun in nördlicher Richtung 20 li
auf dem Löss hin nach einem 700 Fuss über Fan-shan gelegenen Pass, von dort erst
10 li in einer Gebirgsschlucht abwärts, dann 30 li am Abhang hin, auf Löss. Zuletzt
hat man einige Arme des Sang-kan-hó zu überschreiten, ehe man Kiu-Pau-ngan¹) in der
Meereshöhe von 1760 Fuss erreicht. Das Scheidegebirge zwischen den zwei Thälern
trägt mehrere flache Gipfel, die im Osten zu mehr als 4000, im Westen zu mehr als 5000 Fuss
über dem Meere aufsteigen. Wie an Höhe, so nimmt es nach Westen auch an Breite
zu. Die Beobachtung, bisher so leicht in allen Gebieten, in denen wir uns bewegten,
wird nun bedeutend erschwert. Denn der Löss verhüllt die Gesteine und schneidet die
schönsten Schichtenprofile ab.

Wir hatten zuletzt im Süden von Fan-shan-pu ein mächtiges System untersinischer
Kalke mit geringem südlichem Fallen verquert. Das tiefste Glied am Weg, das wir (oben
S. 317) mit d bezeichneten, waren blaue krystallinische Kieselkalke mit dicken Zwischen-
lagen von Hornstein. An der nördlichen Thalseite sieht man unter dem Löss, nach langer
Wanderung, in Schluchten entblösst:
1) ein kleines Ausbeissen von sehr mürben glimmerigen Schiefern mit Quarz-
gängen. Nach längerer Unterbrechung erscheinen:
2) dünnschichtige, weissgraue Quartzite, die W—O streichen und 20° N
fallen. Es stehen nur 20 Fuss von ihnen an; sie sind unmittelbar über-
lagert von:
3) Grobem rothem Sandstein, der ebenfalls nur in einer Mächtigkeit von 20 Fuss
sichtbar ist. Nach 700 Fuss Unterbrechung folgt:
4) Rosarother krystallinischer Kalkstein; Schichten 1 bis 3 Fuss dick, dann
ist wieder eine Unterbrechung von 1 li.
Der Pass selbst liegt im Löss; auf der nördlichen Seite aber folgen bald:
5) Grauweisser krystallinischer Kalkstein. Complexe von dünnen, z. Th.
fast schieferigen Schichten wechseln mit solchen von dicken Bänken. Es finden
sich darin hier und da continuirliche dünne Zwischenschichten von schwarzem
Hornstein. Der Kalkstein selbst ist sehr hart und kieselig. Die Mächtigkeit
des beobachtbaren Theils ist ungefähr 300 Fuss.
6) Hornsteine; kalkige, weisse Kieselgesteine; grüne dichte Kieselkalke;
rothe, breccieartige Kieselkalkgesteine; Kalke mit dicken Hornsteinlagern;
Hornsteinschiefer — überhaupt eine grosse Mannigfaltigkeit von Gesteinen,
denen die kieselige Beschaffenheit gemeinsam ist.
Die Schichtgruppen 5) und 6) bauen, in ihrer sichtbaren Gesammtmächtigkeit von min-
destens 2000 Fuss, im Wesentlichen das Gebirge auf. Da sie von den früher beschriebenen
Gesteinen der Schichtfolge verschieden sind und ungefähr 20° SSO fallen²), so dürften sie mit
4) zusammen ein noch unter d der früheren Reihe folgendes Glied bilden, während die
Schichten 1, 2, 3 ebensowohl wegen ihres jüngeren Aussehens, als wegen ihrer abwei-