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0381 China : vol.2
China : vol.2 / Page 381 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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Die porphyrischen Gesteine treten von unten nach oben in folgender Reihe auf:
1 brauner Porphyrit, voll von Durchschnitten von Orthoklaskrystallen.
2 Thonig-schieferige Zwischengesteine.
3 Porphyrconglomerat.
4 Rother quarzführender Porphyr, eine Einlagerung von 20 Fuss bildend.
5 Porphyrconglomerat. Unten enthält es noch einige Rollstücke von festem Sandstein
und Kalkstein; nach oben nur Porphyr, und zwar ausschliesslich in abgerundeten
Fragmenten, die von 1 bis 2 Fuss Durchmesser hinabgehen bis Hirsekorngrösse.
In letzterem Fall bilden sie einen compacten groben porphyrischen Sandstein.
Das Bindemittel ist ein sandiges Gemenge von rothen, grünen und braunen Kör-
nern, welches aus disintegrirtem Porphyr entstanden ist. Unter den Einschlüssen
findet sich Quarzporphyr fast gar nicht vertreten, sondern fast nur Porphyrit
und Melaphyr.

An den Hsong-gang-shan lehnen sich die Schichten in ähnlicher Weise an, wie an die
steilgestellten Kalksteine des in der Figur dargestellten gegenüberliegenden Gehänges. Das
Verhältniss ist ganz analog demjenigen, welches wir bei Tshwang-shi-tiu, nördlich von
Tshai-tang (S. 305), beobachteten. Es ist hier abermals der Beweis geliefert, dass die
Porphyre jünger sind als alle Kohlengebilde; denn von diesen kommen auf dem Plateau
überhaupt nur die jüngsten vor.

Die Kohlenschichten setzen über den Yang-hô fort, wo Pumpelly sie gesehen hat.
Auch dort fand er sie ausgearbeitet. Die Kohle bezeichnet er als Anthracit, was viel-
leicht auf einer irrthümlichen Erkundigung beruht. Die Schichten stehen am West-
abhang des Ke-ming-shan senkrecht und ziehen sich dann um seinen Nordfuss herum.
Als Pumpelly sie später höher oben im Thal überschritt, fand er auch dort Porphyr-
conglomerate; die Lagerung ist zwar nicht angegeben, aber die Vermuthung einer Fort-
setzung des hier beschriebenen Verhältnisses liegt nahe.

Das Becken von Hsüen-hwa-fu. — Ich überschritt den Yang-hô an einer
Stelle, wo er sich mit schnellem Lauf durch ein kurzes felsiges Défilé windet, welches
die grossen Thalweitungen von Hsüen-hwa-fu und Hwai-lai scheidet. Dort wie hier
mag sich, als echter Lossfluss, in mehrere Arme zwischen Sandbänken theilen und
der Ueberschreitung Hindernisse entgegensetzen. An der Stelle der Verengung war er
jetzt ein kleiner Strom von braunem Losswasser und hatte eine Breite von 250 Fuss bei
2 Fuss Tiefe. Sein Bett jedoch ist an derselben Stelle 1200 Fuss breit und soll bei
grossen Fluthen gänzlich gefüllt sein. Dann ist der Verkehr zwischen den Gegenden an beiden
Ufern oft für lange Zeit unmöglich.

Jenseits des Flusses kommen wir auf die grosse belebte Strasse von Peking nach Kalgan
und Kiakhta. Sie windet sich an den Fuss des hohen, im Profil Fig. 70 gezeichneten Kalk-
felsens. Die Schichten des letzteren streichen NO und fallen 55° SO; es sind die kieseligen
Kalke (a), welche ungefähr 1500 Fuss mächtig anstehen. Nach Norden fällt der Berg steil
ab, und aus der Enge tritt man in eine offenere Gegend. Denn es lehnt sich hier an die
Felswand ein flachhügeliges, von Süd nach Nord 15 li breites Hügelland von Melaphyr
und Porphyrit in geflossenen Ausbruchsmassen. Die Gesteine sind theils breccieen-
artig, theils conglomeratisch, mit grossen gerundeten Einschlüssen, welche zuweilen
mandelsteinartige Ausbildung besitzen. Vorherrschend sind dieselben braunrothen Ab-
änderungen, die der Tsing-shui bei Tshai-tang herabführt, und die bei Fan-shan-pu von
Süden her aus dem Gebirge kommen; sie bilden auch einen grossen Theil der Gerölle
des Sang-kang-hô. Das Gestein scheint daher eine bedeutende Verbreitung zu haben.
Hat man die Porphyre überschritten, so geht es 15 li über ebenes Land fort nach
Hsüen-hwa-fu (1950 Fuss)¹), der Capitale dieses eigenthümlichen Uebergangslandes
zwischen China und Mongolei.

Die Stadt liegt in einer breiten Thalebene, welche in nordwestlicher Richtung weit
fortsetzt. Die umgebenden Gebirge erheben sich stellenweise unmittelbar aus ihr; aber
die meisten ragen nur mit ihren höchsten Theilen über die langen Lössabdachungen auf.
Es ist eine einförmige, und doch gerade durch die Monotonie grossartige Landschaft.