National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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nicht, gibt sehr wenig Rauch und Flamme, und hinterlässt einen sehr geringen Rück-
stand. Sie kostet 6 tsün das kin (M. 37 die Tonne¹).
2) Kohle von Hsi-ning-hsién, einer nordwestlich von Yu-tshiu gelegenen Stadt.
Dies ist eine sehr merkwürdige Kohle, für die mir eine Analogie nicht bekannt ist.
Sie kommt ebenfalls in festen Stücken in den Handel, hat braunschwarze Farbe, Wachs-
glanz, kleinmuschligen Bruch und enthält eine Menge kleiner Kugelchen aus derselben
Substanz. Sie ist in Lagen abgesondert, zwischen denen blättrige Faserkohle liegt, und
hat ein geringes specifisches Gewicht. Nach dem Aussehen würde man sie für eine fette
Kohle halten. Dies ist sie jedoch nicht. Ihre Eigenthümlichkeit besteht darin, dass,
wenn man ein beliebig grosses Stück an einer Ecke in der Grösse eines Stecknadelkopfes
anzündet, das ganze Stück ohne jegliche Anwendung von Zug ganz allmälig verglimmt,
ohne Flamme, Rauch oder bituminösen Geruch zu entwickeln. Es bleibt ein Skelett
von flockiger weisser Asche zurück, das genau die Form der Kohle behält. Wegen ihrer
Eigenschaften soll diese Kohle in offenen Becken in den kaiserlichen Gemächern des
Palastes in Peking gebrannt werden. Ihr Preis in Kalgan ist 9 tsün das kin.
Was die Lagerstätten dieser beiden Kohlen betrifft, so erfuhr ich, dass sie sich an
den entgegengesetzten Seiten des Rückens, welche die genannten Städte trennt, befinden.
An jedem Ort soll nur Ein Floz von 4 bis 6 Fuss Mächtigkeit vorhanden sein und sohlig
lagern. Der Preis auf den Gruben ist angeblich 1 tsün das kin.
3. Die uns bereits bekannte Kohle aus der Nähe des Ki-ming-shan.
Von Kalgan nach Hsi-wan-tszé. — Ein zweitägiger Aufenthalt in Kalgan
wurde durch Reisevorbereitungen ganz in Anspruch genommen, so dass ich die Um-
gegend, und insbesondere die gewöhnliche Strasse nach dem mongolischen Plateau, nicht
kennen lernte. Ich begab mich in ONO Richtung, dem Hauptfluss folgend, nach der
belgischen Missionsstation Hsi-wan-tszé. Unmittelbar nördlich von Kalgan schliessen sich
die Trachytgebirge eng zusammen und gewähren nur zwei Schluchten Raum. In der
engeren, welche von links herabkommt, liegt die russische Niederlassung und geht die
Hauptstrasse aufwärts, durch die weitere zweigt sich rechts unser Weg ab, welcher den
Zickzackwindungen des Tsing-hô-Thals folgt. Der Boden des letzteren ist von 1000 bis
3000 Fuss breit und beiderseits von steilen Gehängen eingefasst, die zu den 1500 bis
2500 Fuss (rel.) hohen Bergen aufsteigen. Der Fluss ist reissend und muss häufig über-
schritten werden. Sein durchschnittliches Gefäll auf unserer Strecke ist ungefähr 1 : 160.
Der Thalboden ist z. Th. steinig, z. Th. angebautes Feld, und hier und da sind Dörfer
zerstreut. An einer vom Nordwind besonders geschützten Stelle, wo die Sonnenstrahlen
von einer trachytischen Felswand reflectiren, wird noch Reis gebaut.
Die Trachyte und Rhyolithe von Kalgan setzen an den unteren Gehängen für
30 li stromaufwärts fort. Von da an kappen sie nur noch die Höhen. Mit ihnen tritt
Trachytconglomerat auf. Es folgen krystallinische Schiefer, erst das Liegende
des Trachyts bildend, dann, von Hsin-ying-tszé an, allein herrschend bis auf die Höhen.
Nur Löss nimmt ausser ihnen an dem Bau der Gehänge theil. Die Schiefer sind vor-
herrschend quarzreiche Hornblende- und Chlorit-Gneisse, hier und da durch-
setzt von einem rothen Eruptivgestein mit rothen Orthoklaskrystallen. Von einem 60 li
von Kalgan gelegenen Punkt aus bildet die nördliche Thalwand für eine Strecke von 20 li
eine steile Mauer dieses Gesteins. Der eilige Ritt in später Stunde und grösserer Gesell-
schaft verhinderte eingehendere petrographische Untersuchungen.
Hsi-wan-tszé, wo ich mich der liebenswürdigsten Gastfreundschaft von Seiten der
Mitglieder der Belgischen Mission, insbesondere ihres derzeitigen Leiters, Pater Bax,
erfreute, liegt gegen 3890 Fuss hoch²; am westlichen Gehänge eines von NNO nach
SSW gerichteten, vom Tsing-hô durchströmten Thales. Es ist ungefähr 800 Fuss über dem
Dorf besteht das nächste Gehänge aus Löss. Der Ort selbst ist unansehnlich, da die
zahlreiche Bevölkerung grösstentheils in Höhlungen im Löss wohnt. Letzterer ist hier,
so nahe dem anstehenden Gestein, sandiger als in der Mitte grosser Becken, dagegen
weniger kalkig, und auffallend arm an Mergelconcretionen, wie es in der Nachbarschaft
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