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0390 China : vol.2
China : vol.2 / Page 390 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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Hufeisens bis hoch hinauf. Ein Rundblick von oben ist lehrreich, um ein Bild von der
Gestaltung des Landes und Anhaltspunkte für seine geologische Geschichte zu gewinnen.
Im Süden beginnen im Abstand von ungefähr 7 g. M. die Abhänge eines von West
nach Ost gestreckten, offenbar krystallinischen Gebirges mit hohen zackigen Gipfeln. Von
Südwest über West nach Nord, bis zum Südabhang des Tching-shan, sieht man nur ebene
oder äusserst sanft geneigte Linien in ungefähr gleicher Höhe mit dem Beobachtungs-
punkt. Unter den Umrisslinien zieht sich ein Steilrand hin, von dem aus die Böschungen
sich allmälig gegen ein den Yuén-shan halbkreisförmig umgehendes und ihn isolirendes
Thal verflachen. Die Böschung ist Löss, der Steilrand ist der Abbruch der vulcanischen
Decke. Hoch oben beginnen breite Lössmulden, welche sich in das Plateau hineinziehen.
Dieses führt den mongolischen Namen Tsaghan öbör und ist selbst abflusslos. Auf seiner
Höhe ist Steppe, mit mindestens Einem Salzsee. Es reicht so weit, als die vulcanische
Decke zusammenhängend ist, und da diese nach allen Seiten abgebrochen ist, hat es
die Gestalt einer Steppeninsel zwischen Lössthälern. In letzteren wohnen Chinesen, auf
jener weiden Mongolen ihre Viehherden. Im Nordosten steigt die Granitwand der-
jenigen Ketten an, östlich sich das Plateau an, östlich sich verlängernd gegen die Einsenkung
Tching-shan hoch über das Plateau an, östlich sich verlängernd gegen die Einsenkung
Tching-shan-Thales, in welchem Tumulu liegt. Darüber hinaus scheint dasselbe Gestein
eine östliche Fortsetzung in dem Nitugun-oola oder Kahlen Berg zu haben, welcher nach
Süd und Südost steil abfällt, aber, gleich dem Tching-shan, oben flachvellig ist und nach
dem abflusslosen Plateau hin sich sanft abdacht. Er bildet den östlichen Rand des letz-
teren, und zwar eine von dessen markirtesten Stellen. Schon von Khmertsi aus war er deutlich
sichtbar gewesen. Im Osten schliesst die Aussicht mit stumpfwinkelig aber schroff gipfeln-
den Ketten im Süden des Tung-Yang-hö, welche wahrscheinlich krystallinisch sind, aber
die Höhe der im Süden aufragenden Kette nicht erreichen.
Ein Gesammtbild der Tektonik dieser Gegend zeigt uns ein unebenes Gneissland,
das von einem vulcanischen Gestein von hohem Flüssigkeitsgrad in solcher Weise über-
strömt wurde, dass die Vertiefungen sich damit ausfüllten, die Ketten und Anschwellungen
hingegen frei darüber hervorragten. Die Erosion hatte früher die krystallinischen Ket-
ten gestaltet und von ihnen die Sinische Formation bis auf kleine Ueberreste entfernt.
Ich werde bei der zusammenfassenden Betrachtung über die Tektonik dieser Gegenden
die Gründe angeben, welche es wahrscheinlich machen, dass bereits vor der Katastrophe
der vulcanischen Ausbrüche ein Steppenklima herrschte, in Folge dessen die Ungleich-
heiten im Bodenrelief zum Theil ausgeglichen waren, als der Ueberguss stattfand. Nach
Herstellung des letzteren erwuchs der Erosion die neue Aufgabe, die vulcanische Decke
zu durchnagen. Dabei bildete sich das heutige System der Thäler, während jene theils
in grossen zusammenhängenden Schollen, theils in einzelnen ausgedehnten Lappen und
kleinen Inseln erhalten blieb. Eine Gruppe der letzteren sind die Kuppen des Yuén-
shan. Die Lagen des Gesteins bei Orr-tau-hö dürften einer späteren Phase der nochmals
aufgenommenen vulcanischen Thätigkeit angehören. Während der Periode der Erosion
müssen die Niederschläge bedeutender gewesen sein als heute, da sonst das Vorkommen
isolirter Reste der vulcanischen Decke, wie wir sie auf dem Yuén-shan oder auf den
Hügeln östlich von Hui-ying-tsü fanden, nicht erklärt werden kann. Es folgte die uns
bekannte letzte Periode trocknen Klima's, in welcher der Abfluss nach dem Meer stattfand,
die Abschnürung einzelner abflussloser Becken stattfand, und dieselben durch subaerische
Processe ausgefüllt wurden. Dann trat die heutige Zeit der abermals vermehrten Nieder-
schlags ein, in welcher der Abfluss in einem Theil des Landes wieder hergestellt wurde,
und durch die Durchreissung der Beckenausfüllungen die Lösslandschaften sich bildeten.
Jetzt scheint wieder eine Periode trockeneren Klima's begonnen zu haben; denn einige
Becken, wie diejenigen des Kir-noor und des Tukha-noor, in welchen die Durchfurchung
und Terrassirung des Löss deutlich auf einen früheren Abfluss hinweist, haben denselben
wieder verloren.
Von Orr-shi-san-hau bis zum Thor Tshonm-tshwan-kéu in der
Grossen Mauer. — Wenn man von der Mission südlich geht, so übersteigt man zuerst
drei flache Rücken, zwischen denen zwei Bäche nach OSO abfliessen. Die erste Welle
besteht aus Sandsteinschichten, die aus Granitbestandtheilen zusammengesetzt und wahr-
scheinlich eine Wiederholung der Kohlenschichten von Tumulu sind. Die zweite Welle
ist nur Löss; in der dritten kommt dunkelrother Gneiss unter diesem zu Tage. Dann
erreicht man den Marktflecken Tshang-ku-örr, 450 Fuss über Orr-shi-san-hau, bekannt