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0395 China : vol.2
China : vol.2 / Page 395 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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Die Kalke streichen, ähnlich wie bei Lang-orr-köu, NO₂O und fallen steil NW,
sind aber oben etwas umgebogen, wie in dem Profil (Fig. 76) gezeigt ist, und bilden
Steilwände. Die Schichtung ist nicht regelmässig. Die Gneisse fallen, wo sie zuerst am
Kalkrand sein Ende zu Norden, später nach Nordosten. An sie sind die Thalgebilde
unmittelbar angelagert.

Der Bau des Kohlenbeckens mit seiner Einfassung von alten Formationen ist so
einfach, dass er sich aus dem Gesagten und den Profilen leicht ergibt. Folgt man dem
Steilrand weiter nach Südwest, so scheint der Gneiss bald sein Ende zu erreichen und
den Sinischen Kalkstein wieder allein die Rolle der Einfassung zu überlassen. Letzterer
ist an den Formen kenntlich, und die Gewässer führen ihn in Masse herab. Stellenweise
steigt er zu 3000 Fuss (rel.) hohen Randgipfeln an, und es ist daher sehr wahrschein-
lich, dass seine Schichtenentwickelung viel bedeutender ist, als es sich den vorigen Pro-
filen entnehmen lässt. Hinter dieser Vormauer setzt noch immer das Kohlenbecken fort,
und wenn man an den ersten Fluss, der südlich von Hwai-jönn den Kalkrand durch-
bricht, an der Strasse, die über Tio-ping-hsiën nach Kwö-tao-tshöng führt, aufwärts
geht, so kommt man wieder zu Kohlengruben, die ebenfalls bedeutend sein sollen. Als
die wichtigsten gelten diejenigen bei Wu-kia-köu, 25 li NW von Ti-san-tshwang. Es
soll dort ein Flöz von 7 bis 8 Fuss Mächtigkeit abgebaut werden, und die Kohle der-
jenigen von Hei-ku-tsë ähnlich, aber weniger fest sein. Noch weiter hin scheint der
Kalkrand sein Ende zu erreichen, denn die folgenden Flüsse bringen nur Geröll von
Kohlensandstein herab.

Die Mächtigkeit des Hauptflozes, die vorzügliche Beschaffenheit der Kohle, die
söhlige Lagerung in einer nicht bedeutenden Tiefe, und die wegen des trocknen Klimas
geringen Wasser im Flöz geben dem Kohlenbecken von Ta-tung-fu eine hervorragende
Stelle, wenn auch seine Bedeutung wegen der Entlegenheit von stark bevölkerten Gegen-
den nicht leicht zur Geltung kommen wird. Der Grubenbau, so weit er mir bekannt
ist, erstreckt sich auf eine Länge von 24 g. M.; über die Breite des Beckens in nord-
westlicher Richtung konnte ich keine Erkundigungen einziehen, daher ich das Areal nicht
zu schätzen vermag.

Von Ta-tung-fu nach Tai-tshön (den 24sten bis 27sten November).

Entfernungen in li:

Von Ta-tung-fu über Ku-tshwan und Hei-ku-tsë nach Hwai-jönn-hsiën 95; — Ti-san-
tshwang 45; — Tio-tshwang 25; — Kiu-Tai-ye 25; — Uebergang über den Seng-kan-ho 12; —
Hsio-hai-köu 18; — Tshang-kia-tshöme 33; — Kwon-wu-bin 12; — Pass Yeu-mömu-kwou
25; — Kwom-wu-tshöng 15; — Tai-tshön 27. — Zusammen 332 li oder 99½ g. M.

Die erste Etappe dieses Weges, bis Hwai-jönn-hsiën (das auf der directen Strasse
75 li von Ta-tung-fu entfernt ist), wurde, soweit derselbe durch das Kohlenfeld führte,
im Vorhergehenden beschrieben. Ich verbinde die Darstellung der nächstfolgenden Strecke,
bis Kwan-wu-köu, mit einer Uebersicht des Thalbeckens von Ta-tung-fu überhaupt,
welches ebensowohl wegen seiner hohen Lage als wegen seines Charakters besonderes
Interesse in Anspruch nimmt.

Das Thalbecken von Ta-tung.

Die Ebene, in welcher Ta-tung-fu, die Hauptstadt des nördlichen Shansi, gelegen
ist, erstreckt sich von dem Dorf Shan-si im Nordosten, wo wir sie zuerst betraten, bis
jenseits der Stadt Tse-tshöu im Südwesten. Die Länge von SW nach NO beträgt ungefähr
70 g. M., die durchschnittliche Breite wahrscheinlich gegen 14 g. M.; das Areal dürfte
etwa 60 deutsche Quadratmeilen umfassen; die Meereshöhe ist im Mittel gegen 4000 Fuss.
Die Oberfläche kann im Allgemeinen als eben bezeichnet werden, senkt sich aber etwas von
den Längsseiten her mit allmälig sich verringernder Neigung gegen den Sang-kan-hö,
dessen Oberlauf das Thal durchströmt, um es, nach Aufnahme des Hanhö von Osten und des
Yu-hö von Norden, in östlicher Richtung zu verlassen. Vor der Ausflussstelle breitet sich
das tiefste und vermuthlich am vollkommensten ausgeebnete Land aus. Dann scheint
der vereinigte Strom ein durch mächtige Lössanlagerungen bekleidetes Gebirge, in steiler
und unzugänglicher Schlucht, mit erheblichem Gefäll zu durchbrechen. Trotz ihrer hohen