National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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sind meist grosskrystallinisch und wechsellagern häufig mit den im Allgemeinen mittel-
körnigen und graugefärbten Gneissen, um sich dann in dieselben zu verzweigen und oft
ein netzförmiges Geäder darin zu bilden. Sie zeigen viele Abänderungen. Es finden sich:
Quarz mit Turmalinaulen, Quarz-Feldspathgesteine, und grobkörnige Granite; ausserdem
noch ein dunkles, scheinbar ganz aus Hornblende bestehendes Gestein.
Der Löss reicht bis in die höchsten Theile des Gebirges. Er füllt Vertiefungen aus
und ist selbst von schroffen Schluchten durchrissen. An steileren Stellen ist er nur noch
in kleinen Resten vorhanden; aber bei dem südlichen Abstieg beginnt er schon hoch
oben, und weiter hinab füllt die Strasse grösstentheils durch Einschnitte in ihm. Wo
er ausgewaschen ist, sind die Vertiefungen häufig mit Schutt und Lehm ausgefüllt, und oft
gehen die Einschnitte im homogenen Löss bis weit unter die Schuttbänke hinab. Zuletzt
lagert sich noch breites Lössland dem Gebirgsabhang an. Man steigt darin hinab nach
dem flachen Thalboden des Hu-to-hô, in welchem Tai-tshôu liegt.
Hier hatte ich klare Aussicht und konnte das eben überstiegene Gebirge über-
blicken. Es ist ein langer ununterbrochener Zug, in welchem nur zwei Einsenkungen sicht-
bar sind. Die Kammhöhe beträgt ungefähr 4500 Fuss über dem Thal des Hu-to-hô,
oder 8000 Fuss über dem Meer. Der Name Mau-tóu-shan (Brodberg) bezieht sich
speciell auf eine sehr auffällige, steil pyramidale Kuppe, die wenigstens 1000 Fuss höher
ansteigt als der Kamm und jetzt mit Schnee bedeckt war. Nicht ganz so hoch ist eine
zweite, ähnlich gestaltete Kuppe, der Tsau-tóu-shan. Folgt man mit dem Blick dem
Streichen des Gebirges nach Nordosten, so verliert sich die Aussicht in sehr flachen, aber
hohen runden Kuppen, welche lang gezogene Abhänge gegen das Thal des Hu-to-hô
hinabsenden. Der einfache geologische Bau zeichnet sich deutlich in den Formen, wenn
man ihn einmal im Inneren des Gebirges gesehen hat. Zunächst hebt sich der Löss durch
seine Farbe deutlich ab. Stellenweise lässt er sich bis zu einer Höhe von 3000 Fuss über
dem Thal verfolgen. Erst über ihm beginnen die kahlen, felsigen Gehänge des Gneiss,
dessen gleichförmige Schichtungslinien beinahe horizontal, nur mit einer geringen Neigung
nach Osten, die Gehänge entlang über alle Unebenheiten hinweg ziehen. Selten kann man
dieses Gestein in so wenig gestörter Lagerung sehen. Nur die beiden genannten Hochkuppen
scheinen nicht mehr Gneiss zu sein, sondern Kalkgebirge in ganz horizontaler Lagerung,
die Ueberreste ehemaliger mächtiger Schichtmassen. Die Analogie mit den Verhältnissen
am Wu-tai-shan führt zu der Annahme, dass sie der Sinischen Formation angehören,
und dies wird durch einzelne herabkommende Gesteinsstücke bestätigt. Es liegt die Ver-
muthung nahe, dass dieselbe Formation gegen Nordosten hin an Ausdehnung zunimmt
und die dort sichtbaren flachgestaltetem, aber hohen Gebirge zusammensetzt. Nach Süd-
westen hin liess sich die Kette nur auf geringe Erstreckung verfolgen. Dort findet sich
im Gebiet von Kwo-hiën, 200 li von Tai-tshôu entfernt, ein Kohlenlager. Die
Kohle, welche ich in Tai-tshôu zu sehen bekam, ist stark bituminös, bläht sich im Feuer,
backt und cokt, brennt durch lange Zeit mit grosser russender Flamme und verglüht
dann schnell.
Das Wu-tai-shan-Gebirge (den 28sten November bis 5ten December).
Entfernungen in li:
Tai-tshôu — Ngo-hiu 40. — Fu-po-hâi 30. — Yin-tô 10. — Tu-liu-tsï 20. — Passhöhe 20.
— Wu-tai-shan 20. — Pass Ting-ko-ling 30. — Liu-yüu-tum 30. — Wu-tai-hiën 65. —
Tung-yê-tshôun 30. — Ting-hsiang-hsiën 55 li. — Zusammen 350 li oder 105 g. M.
Von Tai-tshôu (3460 F.) führt die grosse Strasse thalabwärts nach Hsin-tshôu, ung.
3000 F. Ich folgte ihr nicht, sondern schlug einen längeren Umweg ein, um das hohe
Gebirge Wu-tai-shan kennen zu lernen. Es war ein wegen der kalten Jahreszeit sehr
beschwerliches, aber lehrreiches Unternehmen. Der Wu-tai-shan gilt als das höchste
Gebirge des nördlichen China, und daher als besonders heilig; es sollen 360 Tempel in
seinen Schluchten zerstreut sein. Der Name bedeutet: die fünf Opferaltar-Berge und
bezieht sich auf fünf Kuppen in den Umgebungen eines Gebirgskessels, welcher eine Gruppe
reich ausgestatteter Tempel enthält. Diesem Ort wird der Name Wu-tai-shën im Besonderen beigelegt, und da er einer der gesuchtesten Walfahrtsplätze der Mongolen ist, so ist
dadurch das wilde Gebirge überhaupt zugänglich geworden.
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