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0431 China : vol.2
China : vol.2 / Page 431 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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ches Verhältniss zu Kalgan zu liegen kommt, dass sie das Fehlen der Südhälfte des
oben (S. 389) bezeichneten Einbruchskessels erklären würde. Während wir es (S. 387)
in Abrede stellen mussten, dass die Grenze des Steppenlandes mit einer Verwerfung
zusammenfällt, müssen wir die Bruchspalte des Nan-Yang-ho als diejenige Linie bezeich-
nen, welche die wesentlichste orographische und geologische Scheide bedingt; und es
ist kein Zufall, dass die Mittellinie der Grossen Mauer ihr parallel gerichtet ist.
Besondere Bedeutung erhält sie noch dadurch, dass sie die flachen Gewölbe des
Gneiss von den steilen Faltungen desselben trennt, wie wir oben (S. 383) darstellten.

Südlich von dieser Linie beginnen die Bruchspalten im Kalk, von denen ich
nur diejenige am Hwung-yang-shau hervorheben will. Sie ist mit einer Schleppung
der Schichten verbunden, indem die horizontal gelagerten Kalksteine sich steil nach
Südost herabsenken¹), um südlich von Pau-ngan-tshou, vielleicht gegen eine andere
Verwerfungsspalte, anzusteigen.

Ausser diesen Längsverwerfungen, welche ein staffelförmiges Absinken des
Gebirgsbaues von den Höhenzügen der Mongolei gegen das Nanköu-Gebirge verur-
sachen, scheinen auch Verschiebungen entlang transversalen Bruchspal-
ten vorhanden zu sein. Die deutlichste Spalte folgt dem Thal des Yang-ho, von
Sha-ling-pu oberhalb Hsüen-hwa-fu bis dorthin, wo dieser Fluss das Becken von
Hwai-lai verlässt. Die Schlucht, in welcher er das Nanköu-Gebirge durchbricht,
scheint wenigstens zum Theil der unmittelbaren Fortsetzung dieser Spalte zu folgen,
und die letztere ist vielleicht noch in demjenigen Theil des Laufes des Yung-ting-ho
zu suchen, welcher die Tempelhügel bei Peking von dem höheren westlichen Gebirge
scheidet. Meine Beobachtungen reichen nicht hin, um zu beweisen, in wie weit eine
verticale Versenkung des einen Theils gegen den anderen entlang dieser Linie statt-
gefunden haben mag; aber die Ungleichmässigkeit der Fortsetzungen des Gebirgsbaues
über die Spalte hinweg scheint anzudeuten, dass der östliche Theil eine Verschiebung
nach Südost erfahren hat. So erscheint z. B. der Ki-ming-shan als die verscho-
bene Fortsetzung des Hwung-yang-shan, und in der nordöstlichen Verlängerung
der Linie des Nan-Yang-ho erstrecken sich die gefalteten krystallinischen Schiefer
weiter nach Süden, als es der Fall sein würde, wenn sie auch dort die Trennung
der Faltungen gegen die flachen Gneissgewölbe bezeichnete.

Es ist bemerkenswerth, dass die Linie des Dzookha-ghool oder Tung-Yang-ho,
welche in mehrfacher Hinsicht eine scharfe Grenze bildet und die Gneisketten
nicht ohne eine erhebliche Verwerfung zu durchbrechen scheint, der ersten Linie
parallel gerichtet ist. Auch die Spalte des Nanköu-Passes hat das gleiche Streichen.

Eine andere Erscheinung, welche von heftigen Bewegungen Zeugniss gibt, ist
die Bildung von Einbruchskesseln, in denen die Eruptionen von porphyrischen
und vulcanischen Gesteinen stattfanden. Ich kenne deren nur zwei, nämlich nord-
östlich von Pau-ngan-tshou und bei Kalgan. Es mag in dem ausgedehnten Gebiet
noch mehrere geben. Doch scheint ihre Lage bestimmten Gesetzen zu folgen: