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0433 China : vol.2
China : vol.2 / Page 433 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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dehnung und überraschender Vollkommenheit bietet sie das Great Basin in Nord-
America¹). Als ihre Ursachen nahm ich die mit der Gebirgsfaltung, den vulca-
nischen Ausbrüchen und anderen Vorgängen zusammenhängenden Bewegungen des
Bodens an, wenn sie unter einer das gleichzeitige Vorschreiten der Erosion ver-
hindernden Decke stattfanden²). Da in unserem Fall die Gesteinsausbrüche in der
Jura- und Tertiär-Periode offenbar in engem Zusammenhang mit den Gebirgsver-
schiebungen stehen, so darf man vielleicht annehmen, dass die Bodensenkungen,
welche den Ausbruchsperioden zu folgen pflegen, sich am intensivsten entlang den
Bruchlinien äusserten, so dass jede Verschiebung die Tendenz hatte, das Verhält-
niss von Gebirgszügen und trennenden Theilen stärker hervortreten zu lassen.
Pumpelly hat neuerdings auch auf die tiefgreifende, unter einer Vegetationsdecke
stattfindende seculare Zersetzung der Gesteine und die nachträgliche Entfernung
des zersetzten Materials durch Eis oder Wind als eine Ursache der Beckenbildungen
hingewiesen³). So hohe Beachtung dieses Moment verdient, und so viel Geltung
es auch in unserem Fall haben mag, reichen doch meine Beobachtungen nicht
hin, um seine Rolle im Einzelnen erkennen zu lassen.

Die Verwerfungen und Beckenbildungen sind von besonderer Bedeutung für
die Verhältnisse der Ansiedelung und des Verkehrs. Wenn die Sinischen Schichten
noch ungebrochen plateauartig lagerten, so würde das in Rede stehende Gebiet ein
Hochland mit schroff eingerissenen Schluchten bilden; der Charakter des Nanköu-
Gebirges würde bis an die Grenzen desselben fortsetzen, und es würde für menschliche
Niederlassungen nicht mehr Raum als dort geboten sein. Wären nur die staffel-
förmigen Längsverwerfungen vorhanden, so würden zwar die Längsthäler existiren,
aber der Verkehr quer gegen die Streichrichtung würde ungemein beschwerlich
sein, da eine Reihe von Ketten zu übersteigen sein würde. Die wichtigsten Ver-
kehrswege wurden erst durch die grossen Querverwerfungen ermöglicht; vor Allem
konnte dadurch die grosse Strasse von Peking nach Kalgan wesentlich auf ebenem
Boden geführt werden und die Hauptarterie bilden, von der andere Verkehrswege
sich in der Richtung der Längsverwerfungen abzweigen. Eine ähnliche Wichtigkeit
hat die tiefe Einsenkung des Beckens von Ta-tung-fu. Weitere Beispiele der
Bedeutung der grossen Verwerfungen für Ansiedelung, geschichtliche Vorgänge
und Verkehrsverhältnisse werden sich im südlichen Shansi mehrfach bieten.

Der Mensch in den Chinesisch-Mongolischen Grenzgebieten.

Wir haben am Eingang dieses Capitels die Rolle der Uebergangslandschaften
von Tshili und Shansi im Gang der Geschichte skizzirt. Nachdem wir nun den
Oberflächencharakter und die innere Structur derselben Länder kennen gelernt haben,
richten wir noch einmal den Blick auf ihre Bewohner, und zwar vom ethnographi-