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0436 China : vol.2
China : vol.2 / Page 436 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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Existenz fristeten, indem sie ihre Heerden auf der spontanen Vegetation weideten,
fand eine chinesische Bevölkerung, die sich auf mehr als tausend Köpfe belaufen
mochte, durch den Anbau einer gewinnbringenderen Vegetation die Mittel um
Wohlstand zu sammeln, und verkaufte den Ertrag ihres Fleisses nicht nur an die
Nachbardistrícte von Shansi, sondern an die Mongolen selbst. Man kann kein
redenderes Beispiel von dem Gegensatz der Existenz des Nomaden und des Acker-
bauers haben, und so günstig das Vorurtheil ist, welches man bei einem flüchtigen
Besuch des »Tsan-ts« für den gastfreien und ritterlichen Mongolen, im Gegensatz
zu dem kaufmännischen und raffinirten Chinesen gewinnen mag, genügt doch ein
solcher Anblick, um die Ueberlegenheit des hart arbeitenden Ackerbauers über den
jeder geordneten Thätigkeit abholden Sohn der Steppe in ein helles Licht zu stellen.
Der Unterschied der Beschäftigung, welcher in so scharfer Weise mit dem Unter-
schied in den Verhältnissen des Wasserabflusses zusammenhängt, bedeutet aber in
diesem Fall auch Unterschied der Race. Selten stehen sich Nachbarvölker so schroff,
und der Vermischung so abhold, einander gegenüber. Während die Chinesen ihre
gegenwärtigen Beherrscher, die ebenfalls sesshaften Mantschu, durch dieses Mittel
beinahe absorbirt haben, steht ihnen der Mongole durch Sitte und Gewohnheit,
durch seine Lust am ungebundenen Leben, fremd gegenüber. Der Bodencharakter,
welchen die atmosphärischen Niederschläge in abflusslosem Land hervorbringen,
schafft ihnen einen gefährlichen Nachbar, der ein furchtbarer Feind werden kann,
wenn die schlummernde Kraft in den Dienst einer kräftigen Führung kommt, gleich-
viel ob dieselbe von einem Mann ihres eigenen Stammes, oder von einer ihnen
überlegenen Nation ausgeübt werde.