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0437 China : vol.2
China : vol.2 / Page 437 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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DAS SÜDLICHE SHANSI.

Mit der Ebene von Tai-yüen-fu, einem weiten, in Gebirge eingesenkten Thal-
boden von 2800 Fuss Meereshöhe, der schon früh die ackerbauenden Ansiedler
anlockte und der nördlichste unter den Districten ist, deren Verhältnisse der grosse
Yü regelte¹), betreten wir ein Land, das in seinem geologischen Bau von den bis-
her besuchten Gegenden abweicht. Ausgedehnte Plateau's, in Stockwerken auf
einandergesetzt und aus den horizontal gelagerten Schichten der Steinkohlenformation
aufgebaut, füllen das südliche Shansi in seiner ganzen Breite aus. Westlich ziehen
sie über den Hwang-hô nach Shensi; am Ostrand und im östlichen Theil des Süd-
randes stürzen sie nach der Grossen Ebene ab. Nur der äusserste Südwesten der
Provinz wird von älterem Gebirge eingenommen, welches die geologische Verbin-
dung mit dem nördlichen Hônan herstellt. In Hinsicht auf die ausgezeichnete
Beschaffenheit der Kohle und der Eisenerze und die auf beide betriebene Industrie,
wie auf die constante grosse Mächtigkeit der Kohlenflöze, die Leichtigkeit ihres
Abbaues und die Ausdehnung der abbaufähigen Theile der productiven Steinkohlen-
schichten, steht das Südliche Shansi allen anderen Provinzen von China weit voran,
und wir werden sehen, dass sich in den genannten Beziehungen, soweit sie auf
dem natürlichen Vorkommen beruhen, kaum irgend eine gleich grosse Länderstrecke
in anderen Welttheilen damit vergleichen lässt.

Wir haben dieses Kohlenfeld bei den Hügeln des Kohlensandsteins am Shi-ling-
Pass (S. 372) betreten und sind bereits auf der Strasse, die uns im Löss nach Süden
hinabführte, mitten in dasselbe hinein gekommen. Dennoch werde ich nicht
unmittelbar in der Beschreibung des zuletzt verfolgten Reiseweges fortfahren, son-
dern die Plateaulandschaften in einzelnen grossen Durchschnitten betrachten. Ich
hatte das Glück, bei zwei verschiedenen Gelegenheiten meine Reisewege so gün-
stig zu wählen, dass es mir möglich war, einen allgemeinen Ueberblick des Gebirgs-
baues zu gewinnen. Im Frühjahr 1870 war ich von Canton gekommen, hatte Hônan