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0468 China : vol.2
China : vol.2 / Page 468 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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geführt worden. Diese Einschwemmungen haben wahrscheinlich hingereicht, um den
grossten Theil des Sees von seinen Rändern her auszufüllen und in eine Ebene zu
verwandeln; denn wäre dies nicht geschehen, und hätten sich, als der See seinen alten
Abfluss bei Ling-shi wiedergefunden hatte, noch Schichten oben auf gelagert, so konnte
sie einen Salzgehalt von hinreichender Concentration, um zu technischer Ausbeutung
Anlass zu geben, nicht führen. Nur im südlichen Theil, in welchen die kurzen Flüsse
nicht genug Detritus hinabgeführt haben mögen, und vielleicht in einzelnen abgeschnürten
Becken des mittleren Theils, scheinen noch Seen bestanden zu haben, als der Abfluss
hergestellt war. Denn dort ist salzfreier, fruchtbarer Boden, wie er sich aus süssem
Wasser absetzen konnte. Die sumpfigen Strecken, welche noch stellenweise vorhanden
sind, scheinen anzudeuten, dass die Ausfüllung noch nicht ganz vollendet ist. Es ist
bemerkenswerth, dass das Niveau des Abflusses, vielleicht wegen der grossen Länge der
Kalksteinbarrière, in die er Anfangs eingeschnitten ist, sich wenig vertieft zu haben
scheint. Sonst müssten sowohl in der Ebene, als oberhalb Ling-shi, Terrassen übrig
geblieben sein. Davon habe ich jedoch nichts wahrgenommen.
Eine Wanderung entlang den Rändern der Ebene wird am besten die Verhältnisse
des geologischen Baues zeigen.

1. Strasse am Nordwestrand des Beckens.

Von Tai-yüen-fu über Fonn-tshöu-fu nach Yi-tang-tshönn
(den 16. bis 20. December 1871).

Entfernungen in li:

Von Tai-yüen-fu nach Nan-yang-tsun 30; — Tin-si-tshönn 20; — Tsing-yüen-tshönn 30; —
Kan-fai-tshönn 12; — Yi-ooo 10; — Klau-tshöng-hsin 18; — Wann-shui-hsiln 40; —
Ma-tsun 15; — Yung-ng-an-tshönn 20; — Fonn-tshöu-fu 35; — Hslau-i-hsiln 40;
Yi-tang-tshönn 45. — Zusammen 312 li, oder 94 g. M.

Die Strasse führt durch das südwestliche Thor der Stadt hindurch, dann auf einer
Winterbrücke über den Fonn-hô, nähert sich dem Fuss der Hügel und zieht ihm entlang.
Von Westen erscheint das Gebirge, hier Hsi-shan (das Westgebirge) genannt, wie eine
geradgestreckte Mauer mit gleichmässig sanftem Abfall nach der Ebene. Aber je näher
man kommt, desto mehr löst sich das Gehänge in einzelne Rücken und Vorsprünge auf,
die durch tiefe Einschnitte von einander geschieden werden. In diesen kommen die
Zuflüsse des Fönn-hô herab. Der Löss macht sich sofort als der wesentlichste Bestand-
theil des sichtbaren Theiles der Oberfläche der Gehänge geltend. Aber die Schluchten
sind durch ihn in das unterliegende Gestein eingeschnitten. Dies beweisen die Ladungen
von Kohle, welche aus jeder von ihnen herausgebracht werden. Es soll eine Menge
kleiner Gruben in der Nähe der Ebene geben. Aber die grösseren und besseren sind
weiter ab gelegen¹). Die Preise sind ungemein billig, und man bezahlt für Kohle eigent-
lich fast nur die Kosten des Transportes. Die katholische Mission in Tai-yuen-fü kauft
ihren Bedarf 40 li westlich von der Stadt, im Gebirge. Für die Ladung eines zwei-
spännigen Wagens, die 1500 bis 2000 kin betragen soll, wird etwas über 100 tsien, oder
kaum 40 Pfennig, gezahlt. Der Transport bis zum Missionshaus aber kostet 1 tien das