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0478 China : vol.2
China : vol.2 / Page 478 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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früheren Gelegenheit hervorhob, im Lauf der Zeit ein Bergbau eigener Art ent-
wickeln. Wo die Schichten, wie in dem Gebiet von Ping-ting-tshöu und Lo-ping,
söhlig liegen und nur gerade genug östliche Neigung haben, um sich selbst zu ent-
wässern, wird man in dem 20 bis 30 Fuss mächtigen Hauptflöz einen Streckenbau
von meilenweiter Ausdehnung nach Westen unter der 2000 Fuss mächtigen Decke
der überlagernden Sandsteine treiben können. So schwierig die Construction einer
Eisenbahn von der Ebene nach der Terrasse ist, wird man im Lauf der Zeit doch
Mittel finden müssen, sie zu bauen; dann aber wird man im Stande sein, die
Bahngeleise in die Gruben hinein fortzuführen und unterirdisch die Wagen mit
Kohle für ferne Bestimmungsorte zu beladen.

In wie weit bei der ökonomischen Verwerthung des unermesslichen Anthracit-
vorraths im südöstlichen Shansi die Entfernung von den Plätzen des Consums eine
Rolle spielt, soll erst später betrachtet werden; denn die Behandlung dieser Frage
kann nur dann von Werth sein, wenn die verschiedenen Fundstätten der Kohle
zum Vergleich herbeigezogen werden.

Von dem Kohlenplateau bei Lo-ping-hsien nach der Grossen Ebene bei
Tshönu-ting-fu (den 21sten bis 23sten Mai 1870).

Entfernungen in li:
Von Lo-ping-hsien nach Show-fang-tsun 35; — Tshai-tsu 35. — Tsing-hsing-hsün 90. —
Huo-In-hsün 80 — Zusammen 240 li oder 72 li.

Es war für mich, nach der gewonnenen Kenntniss des Gebirgsbaues im südlichen
Shansi, ein Gegenstand nicht geringen Interesses, zu sehen, in welcher Weise das hori-
zontal geschichtete Plateau gegen die Grosse Ebene hin abbrechen oder sich in sie ver-
senken würde. Im Süden endet es, wie wir früher (S. 497) sahen, mit einer kurzen,
faltigen Umbiegung. Sollte hier dasselbe der Fall sein, so müsste das Plateau noch weit
nach Osten fortsetzen; dies war aber nicht wahrscheinlich, da allen Aussagen nach die
Anthracitregion zu Ende war. Und in der That kam ich unerwartet bald zu einer
ersten Bruchlinie. Das Gesammtverhältniss war zwar bei einer einzigen flüchtigen Durch-
streifung schwer zu verstehen. Doch wurde es bald klar, dass das Plateau in Staffeln
abfällt, die durch Verwerfungen entlang grossen, von Nord nach Süd gerichteten Bruch-
linien, und zum Theil durch damit verbundene wellige Biegungen, verursacht werden.
Betrachtet man das Lagerungsverhältniss an einzelnen Staffeln für sich, so ist es oft ver-
wirrend; denn der Kalkstein ist örtlich unter ganz verschiedenen Richtungen und Win-
keln geneigt. Dies ist besonders bei dem Abstieg von jeder einzelnen Staffel bemerkbar.
Wenn man dann aber aus einiger Entfernung nach Westen auf die Steilseite des eben
verquerten Rückens zurückblickt, so ist man erstaunt, im Ganzen und Grossen nur hori-
zontale Schichtungslinien zu sehen. In jedem solchen Fall befinden wir uns auf einem
gegen die höhere Staffel herabgesunkenen Theil. Der Wechsel in der Lagerung mag
theils mit der Schleppung der Schichten bei dem gewaltigen Process der Verschiebung
zusammenhängen, theils seinen Grund in Einbrüchen haben, welche durch örtliche Aus-
höhlungen, insbesondere der Rauchwaoke, verursacht wurden.

Von Lo-ping kommend, erreicht man die grosse Strasse in geringer Entfernung
unterhalb Ping-ting-tshöu. Sie folgt eine kurze Strecke dem Nan-tshwan-Bach. Noch
befinden wir uns in den Kohlenschichten der Terrasse; aber sie sind nicht mehr söhlig
gelagert, sondern ziehen sich örtlich in einer schiefen Ebene aufwärts gegen den Wu-
hu-shan. Da der Bach sein Gefäll nach derselben Richtung hat, so gräbt er sich tiefer
und tiefer ein und erreicht den liegenden Kohlenkalk, den er in einer Kluft durchströmt.
Aber bald ist das Ende der letzteren durch das Dorf Shi-mèn-köu bezeichnet. Es steht