National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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gewebe, europäische Manufacturen, Salz, Zucker, Getreide, Mehl und Medicinkräuter
bilden die Hauptgegenstände des westlich gehenden Handels. Shansi hat dafür ausser
Kohle und Eisen fast nichts zu liefern. Die Gusswaaren von Eisen gehen nach allen
Richtungen in die volkreiche Ebene. Der Verbreitungsbezirk des Schmiedeisens ist
durch das englische Eisen, dessen Markt Tien-tsin ist, eingeschränkt worden. Die Kohle
geht wenig über Hwō-lu hinaus, da der Transport ihren Preis bald unbezahlbar macht.
In Tshāu-ting-fu, 30 li von Hwō-lu, wird der Block-Anthracit von Ping-ting-tshōu für
11 tsin das kin (M. 68 die Tonne) verkauft. Dies ist mehr als der fünfzigfache Preis,
den er auf der Grube, 230 li von hier, kostete. Man kann zwar die Staubkohle der
nur 130 li entfernten Gruben von Tsing-hsing-hsien für 7 tsin kaufen, doch wird die-
selbe wenig geschätzt.
Wenn man bei Hwō-lu aus dem Gebirge tritt, so blickt man hinaus in die Ebene.
Nur ein isolirter Hügel ragt noch zur Linken auf. Aber noch befindet man sich nicht
auf dem Alluvium. Eine sanfte Abdachung von Löss, die zu einer bedeutenden Baum-
wollencultur Anlass gibt, zieht sich bis beinahe an den Hu-to-hō herab, denselben Strom,
den wir in seinem Oberlauf, wo er in einer halben Ellipse das Wu-tai-shan-Gebirge
umzieht, kennen gelernt haben. Er ist wasserreich, aber seicht. Man überschreitet ihn
bei einer Furth und erreicht 5 li weiter die Mauern der grossen Stadt Tshōun-ting-fu.
Der Abstieg auf der grossen Reichsstrasse ist die einzige Stelle geblieben, wo ich
den östlichen Abfall des Plateau's von Süd-Shansi gegen die Grosse Ebene kennen gelernt
habe. Es dürfte aber kaum zu gewagt sein, aus dem Bau, wie er sich aus dem
Gesagten ergibt, auf die Hauptzüge in der Structur des gesammten Abfalls zu schliessen.
Wir dürften für seine ganze Ausdehnung die Existenz von Bruchlinien annehmen, denen
entlang ein staffelförmiges Herabsinken jeder einzelnen Scholle gegen die nächst westliche
stattgefunden hat. Auch ist ja die Fortsetzung der Bruchlinien in jener Aufbiegung
angedeutet, die wir am Pi-to-shan (S. 410) kennen gelernt haben. Ein anderes Anzeichen
von ihnen und den engen Klüften, in welchen die nach Osten gerichteten Flüsse das
Randstück jeder höheren Scholle durchbrechen müssen, ehe sie die tiefere erreichen, ist
durch die häufige Wiederkehr der Bezeichnung kōu (Mund, hier als Mündung eines
Engpasses zu verstehen) gegeben, welche sich auf der chinesischen Karte an gewissen
Stellen jener Flüsse findet. Ich habe auf Grund dessen den hypothetischen Gebirgsbau
selbst auf der Specialkarte Section Süd-Shansi zu zeichnen gewagt. Auch der Verlauf der
Linie, entlang welcher die chinesische Karte den Namen Tāi-hang-shan wiederholt, und
welche jedenfalls den von der Ebene aus sichtbaren Kamm bedeutet, gibt einen Anhalt für
die Lage der östlichsten continuirlichen Hohenlinie. Eine ungelöste Frage muss es bleiben,
in welcher Art das Sinische System weiter südlich in den Gebirgsbau eingreift. Die
Richtung der Kette, welche es zusammensetzt, rechtfertigt die Vermuthung, dass es dort
nicht als schmale randliche Einfassung auftritt, sondern in das Innere des Gebirgslandes
fortsetzt. Ein Querschnitt von Tsi-tshōu hinauf nach Lu-ngan-fu würde für die Erkennt-
niss des Gebirgsbaues sehr lehrreich sein.
V. Von Ping-yang-fu nach der Festung Tung-kwan
(an der grossen Biegung des Gelben Flusses)
(den 23ten bis 30sten December 1871).
Entfernungen in li:
Von Ping-yang-fu nach Tshau-ku-tshōun 40; — Mong-tshōun 40; — Kiu-hsin-tshōun 20; —
Hwang-tshōun 35; — Li-tsau-tshōun 30; — Hsing-tshōun 20; — Wōun-hsi-hsiün 30; —
Kiu-tien-tshōun 20; — Shui-tu-tshōun 20; — Ngau-yi-hsiün 50; — Yun-tshōun 35; —
Klai-tshōun 40; — Yü-hsiang-hsiün 50; — Sē-pu-ti 60; — Hau-yang-tshōun 20; — Nge-
bi-tshōun 35; — Tung-kwau-ting 40. Zusammen 545 li oder 163½ g. M.
Es bleibt uns nun, nachdem wir das südliche Shansi in verschiedenen Richtungen
durchstreift haben, der letzte Weg übrig, der uns von Ping-yang-fu südwestwärts aus
der Provinz herausführt. Ich folgte Anfangs der grossen Strasse; später, von Wōun-hi-
hsiün aus, ging ich von ihr ab, um den Salzsee bei Ngau-yi-hsiün zu besuchen. Fast
auf der ganzen Strecke bot sich mir leider wenig Fernsicht dar, da die Atmosphäre
stets mit Lössstaub erfüllt, und zuweilen die Aussicht auf einige Kilometer beschränkt
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