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0484 China : vol.2
China : vol.2 / Page 484 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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Eisenindustrie begegnen wir noch einmal, zum letzten Mal für lange Zeit. Bei Yi-
tshöng-hien werden mit Anthracit Gusswaaren verfertigt, während der Coke von Tai-ping
nicht nur zur Darstellung dieser, sondern auch zum Ausbringen des Eisens aus Erzen
verwendet werden soll. Doch erhielt ich über letzteren Punkt widersprechende Angaben.
Die Thatsache wäre von Interesse, weil das Schmelzen der Eisenerze mit Coke in anderen
Theilen von Shansi, sowie auch in Hö-nan (s. unten) aufgegeben worden ist.

Südlich vom Thal des Kwei ist jede Spur von Kohle zu Ende. Wie jetzt den von
Norden kommenden Gewässern durch die Barrière, an der sie sich westlich wenden,
eine Grenze gesetzt wird, so muss es auch einst in der Kohlenperiode gewesen sein.
Allerdings ist der Damm so niedrig, dass wir ihm eine so bedeutende Rolle kaum zu-
trauen sollten; aber da wir von nun an nur den ältesten Formationen als gebirgsbildenden
Elementen begegnen werden, so muss er früher höher aufgeragt haben.

Gegenden im Westen des Fönn-hö. Fragen wir, ehe wir weiter gehen,
wie die Verhältnisse sich im Westen des Gebietes, das wir betrachtet haben, entwickeln,
so liegt dafür leider wenig Anhalt vor. Der Verwerfungsgebirgszug des Ngo-shan scheint
zugleich mit dem Kohlenbecken sein südliches Ende zu erreichen. Bei klarer Aussicht
hätte ich erkennen können, ob er westlich von Kiang-tshöu noch vorhanden ist; doch
lässt sich dies mindestens als wahrscheinlich bezeichnen. Es scheint nämlich, dass
unterhalb jenes Ortes der Fönn-hö noch eine Barrière mit steilem Gefäll durchströmt;
denn von seiner Mündung in den Hwang-hö ist er schiffbar, und die Fahrzeuge gehen
von dort nach Tung-kwan hinab. Da nun der Höhenunterschied zwischen letzterem
Ort und Kiang-tshöu einige hundert Fuss beträgt, so muss in der Strecke zwischen dem
Thal von Kiang-tshöu und dem schiffbaren Stromlauf bei Hö-tsin-hsien, oder in einem
Theil derselben, ein starkes Gefäll vorhanden sein. Die Beschränkung auf eine kürzere Strecke
des Plateaulandes entspricht die Beschränkung auf eine kürzere Strecke.

Westlich von der Bruchlinie des Ngo-shan haben wir es aller Wahrscheinlichkeit
nach im Wesentlichen mit Plateau-Landschaften zu thun. Bei San-tiau-hö vermochten
wir dies durch Beobachtung festzustellen; westlich von Fönn-tshöu-fu verrieten es die
Oberflächenlinien. Die Gleichmässigkeit im Charakter und Erscheinen des Gebirgszuges,
den wir an zwei Stellen (bei San-tiau-hö, S. 421, und bei Wönn-shui-hsien, S. 432) als
einen Bruchrand kennen lernten, lässt kaum einen Zweifel, dass er in seiner ganzen
Ausdehnung nur eine Niveauverschiebung der Plateaugebilde bezeichnet, wobei der öst-
liche Theil gegen den westlichen herabgesunken ist.

Aus mehreren Thatsachen lässt es sich schliessen, dass die Plateaugebilde im Westen
des Ngo-shan nicht ungestört fortsetzen, sondern noch einmal ein hoher, dem Ngo-shan
nahen paralleler Gebirgszug das Fortstreichen der Schichten unterbricht. Im Osten und
Südosten von Hsi-tshöu wiederholt die chinesische Karte zweimal den Namen Wu-tu-shan,
in der Richtung SzW—NzO, was sie stets nur bei sehr augenfälligen und continuirlichen
Gebirgszügen thut. In der nördlichen Fortsetzung derselben liegt der Hu-ki-shan,
welcher im Yu-kung erwähnt ist und daher eine Landmarke sein muss. Die südliche
Fortsetzung trifft auf die Stelle des Lang-mönn oder Drachenthores, welches das Gelbe
Fluss durchströmt. Einen Drachenschlund im chinesischen Sinn können die Plateau-
sandsteine nicht bilden, sondern unter allen Formationen der Gegend nur die Kohlen-
kalksteine oder die Sinische Kalkstein. Sollte der letztere anstehen, so würden wir
voraussetzen können, dass der in Rede stehende Gebirgszug dem Hö-shan ähnlich ist.
Doch ist es wahrscheinlicher, dass der Lang-mönn von Kohlenkalkstein gebildet wird,
und zwar besonders mit Rücksicht auf das Vorkommen der Steinkohle. Leider fehlt es
an Nachrichten darüber, mit Ausnahme des südlichsten Theils des in Rede stehenden
Gebietes, wo ich ihr Vorkommen von drei Orten kenne. Dass sie sich in Pu-hsien fin-
det, erfuhr ich in San-tiau-hö. Herr Wellmann, welcher auf seinen Missionsreisen bis
Ki-tshöu gekangen war, erzählte mir, dass dort Steinkohle in sehr grosser Masse gewon-
nen werde. Bekannt ist das Auftreten derselben in der Nähe der Mündung des Fönn-
hö. Schon Pumpelly führt es, auf Grund einer Mittheilung von Bagley, an, versetzt
aber den Fundort auf die zu Shensi gehörige westliche Seite des Flusses, und William-
son erwähnt der Steinkohle, welche von dort zu Wasser nach Tung-kwan gebracht
werde. Ich hörte von den Gruben, weil sie als die letzten in südwestlicher Richtung
und wegen ihrer Lage in der Nähe schiffbarer Ströme von Wichtigkeit sind, an verschie-
denen Orten. Uebereinstimmend wurde das Grubengebiet als zu Hö-tsin-hsien gehörig