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0488 China : vol.2
China : vol.2 / Page 488 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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ihn veranlassten, an rechten Winkeln reichen Formen der Gipfel. Kommt man näher,
so zeigt sich an den nackten Felswänden deutlich die Schichtung. Jetzt tritt in
Folge einer leichten Schneebedeckung noch klarer hervor, da jede Schicht senkrecht
zerbrochen ist. Der Sandstein, dessen petrographischen Charakter ich nur aus Ge-
schieben und dem technisch verwendeten Material kennen lernte, lagert allen Uneben-
heiten des alten Gebirges ungleichförmig auf und bildet eine grosse flache Mulde.
Stellenweise reicht er tief hinab, doch, wie es scheint, nirgends bis zum nördlichen Fuss
des Gebirges. Das Lagerungsverhältniss ist analog demjenigen, in welchem wir die
Sinischen Schichten am Mau-tiu-shan und Wu-tai-shan (s. S. 362 und 365) beobachteten.
Wahrscheinlich haben wir es hier mit dem ältesten Glied derselben Formation zu thun.
Die nördliche Vorlage des Fông-tiau-shan besteht zunächst aus einer breiten Zone
von Gebirgsschutt. Dann folgt ebenes Land, das bei Kiai-tshöu und Yu-hsiang eine
Breite von 30 bis 40 li zu haben scheint, gegen Westen schmäler wird, bei Sz-pa-ki
nur noch 8 li breit ist und bei Han-yang-tshönn ganz verschwindet. Jenseits der Ebene
steigt der Löss gegen Norden allmälig an. Auf dem ganzen Weg von Kiai-tshöu bis Han-yang,
welche 30 g. M. von einander entfernt sind, habe ich keinen grössern Bach gesehen. Die
Gebirgswasser scheinen sich in dem Schutt zu verlieren, den sie selbst herabgeführt
haben, und den Boden der Ebene zu erfüllen. Denn hier kann ein Theil des Grundes
durch Brunnen bewässert werden. An den tiefsten Stellen sind Lachen stehenden Was-
sers, in deren Umgebung sich ein unfruchtbarer und nicht anlaufähiger Boden von stark
salzhaltigem See-Löss ausbreitet. Die chinesische Karte gibt einen grössern See nördlich
von Yu-hsiang-hsün an, welchen ich nicht gesehen habe.
Der unmittelbare Fuss des Gebirges von Kiai-tshöu bis Han-yang ist ein ununter-
brochener Obstgarten, der ein Areal von nahe an sechs deutschen Quadratmeilen zu
bedecken scheint. Aepfel, Birnen und Pflaumen sind die Hauptfrüchte. Zahlreiche Dörfer
liegen zwischen den Bäumen zerstreut.
Im Norden dieses eigenthümlichen, salzreichen, an den ausgestossten Stellen aber
sehr fruchtbaren alten Seebodens steigt gewöhnlicher Land-Löss an, welcher dort eine
grosse Verbreitung zu haben scheint. Er sendet einen schmalen Ausläufer nach Süden. In
letzterem steht bei Sz-pa-ki eine dreizehnstöckige Pagode, welche das Glück vom Himmel
herabzubringen bestimmt ist. Von ihr aus blickt man hinab über das Thal des Hwang-hô.
Zu Füssen liegt in geringer Entfernung die grosse Stadt Pu-tshöu-fu. Der Strom kommt