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0496 China : vol.2
China : vol.2 / Page 496 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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kalkstein aufgebaut, welcher, wie wir es an der Mauerseite aller Bruchspalten
finden werden, nach Westen einfällt. Auf der Höhe des Walles lagern ihm die
Steinkohlenschichten auf, und über diesen folgen die Plateau-Sandsteine, welche,
in Folge des westlichen Fallens, nach und nach in dasselbe Meeresniveau herab-
kommen müssen, welches sie weiter östlich haben, und, wenn die Analogie voll-
ständig ist, wahrscheinlich zur horizontalen Lagerung zurückkehren. Was die
Längenausdehnung der Verwerfung betrifft, so konnten wir den Zug des Ngo-shan
in südlicher Richtung mit Sicherheit bis jenseits des 36sten Breitengrades, mit
Wahrscheinlichkeit bis in die Gegend der Stadt Tshi-shan-hsien (S. 446) an dem
ostwestlich gerichteten Theil des Fonn-hö verfolgen, während wir seine Fortsetzung
in umgekehrter Richtung westlich von Ling-shi-hsien und südwestlich von Hsiau-
i-hsien kennen und dann, nach der Unterbrechung durch den ebenen Boden der Bucht
von Fonn-tshöu-fu, im Shi-hsia-shan wiederfinden. Wahrscheinlich bildet der Yun-
tshung-shan eine weitere nördliche Verlängerung. Die Verwerfungskluft erstreckt
sich daher mindestens vom 36sten bis zum 38sten Breitengrad, wahrscheinlich aber
von 35° 25' bis nahe zum 39sten Grad.
Ich habe (S. 446) einige Thatsachen angeführt, welche dafür sprechen, dass
westlich von diesem Bruchrandgebirge in der Entfernung von 15 bis 18 g. M. ein
zweites sich erhebt, welches in nahezu paralleler Richtung streicht. Wir fanden
seine Spuren in der vom Hwang-hö durchströmten Felsklüft des Lung-mönn, ferner
in dem grossen meridionalen Zug des Wu-tu-shan (östlich von Hsi-tshön) und Hu-
ki-shan. Die Lage des Ta-A-so-shan (40 g. M. westlich von Tai-yüen-fu) macht
es wahrscheinlich, dass in ihm der Zug nördlich fortsetzt. Es ist bemerkenswerth,
dass noch weiter nördlich der obere Fonn-hö durch einen halben Breitengrad eine
Richtung hat, welche dem Streichen der Verwerfungsklüfte parallel ist; sie deutet
auf deren Vorhandensein in den ihn begrenzenden Gebirgen. Wie durch die Ver-
werfung des Ngo-shan der plateauartige Schichtenbau nur vertical verschoben, aber
nicht in seinem Inneren gestört ist, so ist es wahrscheinlich auch bei der zweiten
der Fall. Die wenigen Erkundigungen, welche ich über den Charakter des Landes
zwischen dem Zug des Ngo-shan und dem Hwang-hö einzuziehen vermochte,
scheinen zu erweisen, dass es schwierig zu bereisende und daher wenig besuchte,
durchaus gebirgige Gegenden sind, in denen die Flüsse in tiefen und engen
Schluchten fliessen und nur selten eine Thalweitung durchströmen.
Thalweg zwischen den Zügen des Ngo-shan und des Hö-shan. —
So hoch die krystallinische Kette des Hö-shan in ihrem nördlichen Theil aufragt,
so unbedeutend heben sich im Bodenrelief die isolirten Kuppen hervor, welche,
durch einen grossen Zwischenraum von seiner Hauptmasse getrennt, in der süd-
lichen Fortsetzung seiner Streichungslinie liegen. Dennoch sind sie als geologische
Grenze so wichtig, dass wir das vom orographischen Gesichtspunkt und in seiner
Lössbedeckung vollkommen einheitliche grosse Becken von Ping-yang-fu bei der
geologischen Betrachtung nicht als geschlossenes Ganzes in's Auge fassen können,
sondern es in zwei, durch die genannte, zum Theil dem Auge verborgene Strei-