National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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yau-hsien — Wu-hsiang-hsien. Der Ostrand ist, wo ich ihn selbst kenne, durch
kurze Bäche in lappenartige Vorsprünge aufgelöst, welche sich auf die östliche
Anthracit-Terrasse herabsenken; wahrscheinlich ist dies sein Charakter überall, wo
ihn nicht grössere Thäler durchschneiden. Ebenso ist der nordwestliche Rand
beschaffen, von dem die Gehänge sich in rundlichen Formen nach dem Becken
von Tai-yüen abflachen. Wo das Plateau sich an den Hô-shau schmiegt, scheinen
seine obersten Schichten unmittelbar an den Gneiss desselben heranzureichen.
Der südliche Theil der Westgrenze endlich ist ein ungefähr 70 g. M. langer, wenig
unterbrochener Steilrand, an welchen sich der Löss der grossen Mulde von Ping-
yang-fu anlehnt. Im Inneren des Plateau's haben sich die Gewässer tiefe und
enge Risse gegraben. Sie gehören wesentlich dem Tsin-shui und dem verzweigten
Flussnetz des Tshang-hô an. Obgleich der Sandstein seiner thonigen Beimengung
wegen besonders geeignet sein sollte, üppigen Baumwuchs zu tragen, bildet er
doch ein kahles, durch seine buntgestreiften Felswände oft pittoreskes, aber im
Ganzen einförmiges, wenig bewohntes Land. Zur Zeit meines Besuchs herrschte
wegen missrathener Ernten grosses Elend. Städte und Dörfer sind in der Tiefe
der schluchtartigen Thäler sparsam zerstreut und überaus ärmlich. Der Ackerbau
beschränkt sich am Boden der letzteren auf einige kleine, aber berieselungsfähige
und daher sehr fruchtbare Alluvialflächen, welche hauptsächlich für den Anbau
von Mohn verwendet werden. Weit ausgedehnter sind die Culturen auf dem Löss,
welcher grosse Theile der Hohen des Plateau's bedeckt. Dort sind auch Dörfer
anzutreffen. Aber die Ertragsfähigkeit des Bodens hängt so vollständig von der
Regelmässigkeit und Menge der Niederschläge ab, dass gute Ernten zu den sel-
tenen Ausnahmen gehören.
Die westliche Anthracit-Terrasse ist ein schmaler Streif am Fuss des
westlichen Abfalls des Tsin-Plateau's. Zieht man nur die Gestalt und die Bil-
dungen der Oberfläche in Betracht, so ist sie als der östlichste Flügel des Löss-
beckens von Ping-yang-fu zu bezeichnen: denn die Muldenfläche zieht von hier,
nur durch die Kuppen des Hsiau-Mieu-shau unterbrochen, hinab nach dem Fönn-
hô. Aber wenn man sich nur an den Grundbau hält, so setzt der letztgenannte
kleine Zug in der vorher angedeuteten Weise eine Grenze für die verhüllte Anthra-
cit-Terrasse. Die ergiebigen Kohlengruben befinden sich in tiefen Schluchten
nahe dem Rand des Sandstein-Plateau's und gehören zu den Kreisen Yi-tshong-
hsien, Fön-shau-hsien und Yô-yang-hsien.
Von unendlich grösserer Wichtigkeit ist die östliche Anthracit-Terrasse,
welche zugleich, wie wir gesehen haben, das Eisenland von Shansi ist. Ich habe
oben (S. 437 ff.) die Gründe angegeben, welche mich veranlassen, aus meinen
Beobachtungen, die sich auf eine Gegend am südlichen Ende und eine an-
dere im nördlichen Theil beziehen, und den über die dazwischenliegenden Gegen-
den eingezogenen Erkundigungen zu schliessen, dass die Terrasse mit wenig
veränderlichem Charakter und in nahezu gleicher Meereshöhe sich entlang dem
ganzen Abfall des Sandstein-Plateau's ausdehnt und das Gebiet umfasst, auf
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