National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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und Fenster enthalten, einige Gleichmässigkeit zu bewahren; nur in den Zierrathen
des oberen Simses folgt man dem individuellen Geschmack. Wenn diese Gruppen-
Wohnungen sich an solchen Stellen befinden, wo dem natürlichen Streben des
Löss nach Terrassenbildung durch Kunst leicht nachgeholfen werden konnte, sieht
man oft mehrere Etagen der langen Mauerfronten übereinander, so zwar, dass jede
höhere weiter zurück liegt als die untere, und ihr Fuss durch eine Terrasse von
dem Sims der letzteren getrennt wird. Dadurch entsteht das palastartige Ansehen,
von dem wir früher eine Abbildung gaben.
Es ist dies eine Art Katakomben-Architektur mit frei heraustretender und
stilisirter Front. Der Einfluss auf den Stil ganz freistehender Bauwerke macht sich
nun dadurch geltend, dass man die Kreuzgewölbe gewissermaassen aus dem Löss
herausschalt und für sich allein hinstellt. Man kann nichts Plumperes und Ge-
schmackloseres sehen, als diese hier ziemlich häufigen Structuren. Ein einfaches
Kreuz, aus zwei sich schneidenden spitzbogigen Langgewölben zusammengesetzt,
steht gewöhnlich an einem Kreuzweg in solcher Weise, dass beide Wege hindurch-
führen. Nichts zeigt besser den mangelnden Kunstsinn der Bewohner von Shansi,
als dass sie diesen monströsen Stil für dieselben Bauwerke anwenden, welche sonst
die zierlichsten Repräsentanten der typisch chinesischen Architektur zu sein pflegen.
Die Bevölkerungszahl von Shansi wird auf 17 Millionen angegeben ¹). Eine Karte
ihrer Vertheilung nach der relativen Dichtigkeit würde ein Gegenbild der orografi-
phischen Karte sein. Denn die Bewohner drängen sich in den grossen Becken
bei Weitem am engsten zusammen. Diesen zunächst würde die östliche Anthracit-
Terrasse kommen; in die folgende Stufe würden vermuthlich einige westliche
Districte, wie z. B. Ki-tshön, gehören. Eine sehr tiefe Stufe würden die Plateau's
des oberen Sandsteins einnehmen, und die geringste Bevölkerung scheint in einigen
Hochgebirgen, wie dem Wu-tai-shan und Man-tou-shan im Norden, und dem
Yü-shönn-shan im Süden, zu leben.
Verkehr und Handel.
Die Eigenthümlichkeiten der Bodenplastik und des geologischen Baues von
Shansi spiegeln sich, mehr als es in anderen Provinzen der Fall ist, in den Ver-
hältnissen des Verkehrs. Als Gesammtheit betrachtet ist Shansi eine Barrière,
welche zwischen die Grosse Ebene und die flacheren Theile der Provinz Shensi
gesetzt ist. Will man von ersterer eindringen, so muss man entweder die Staffeln
des Plateau-Abfalls erklimmen, oder, wenn man es nördlich von Tshönn-ting-fu
versucht, hohe Bergketten übersteigen. Leichte Eingänge gibt es nur von Norden
und Nordosten her. Ist man im Inneren, so bieten sich neue Hindernisse in den
lössbedeckten Barrièren, welche die einzelnen Becken von einander trennen, oder
in den Plateau-Sandsteinen, welche, ebenso wie die Bruchspalten-Gebirge, nur auf
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