国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ
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| 0534 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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OCR読み取り結果
Während von letzterem Ort gegen Osten und Norden nur der Landtransport möglich
ist, ist dieser zur Zeit des niedrigsten Wasserstandes schon von Fan-tshöng aus geboten,
und die Reisenden ziehen die Landstrasse, wenn sie von Süden nach Norden gehen, fast
ausnahmslos dem langsamen Wasserweg vor. Der Ort wurde daher schon von Kublai-
Khan zum Endziel einer der grossen Reichsstrassen erwählt, welche er von Peking aus
anlegte, und noch jetzt hat dieselbe ihre Bedeutung behalten. Lastthiere und Wagen
sind dort stets in Menge zu haben. Ich miethete einige der gebräuchlichen zweirädrigen
Karren, folgte aber der grossen Strasse nur bis Nan-yang-fu und schlug von dort eine
auf den Karten bisher nicht angegebene Strasse über Nan-tshau-hsien nach Ho-nan-fu ein.
Flachland am Pai-hô. — Fan-tshöng liegt auf Alluvialboden. Wenn man den
Ort verlässt, zeichnet sich in geringer Entfernung eine ungefähr 80 Fuss hohe Stufe. Sie
besteht zunächst der Oberfläche aus Löss, der sich gleichmässig über die Terrasse aus-
breitet und nur durch einzelne in sie eingeschnittene Alluvialthäler unterbrochen wird.
Die dichte Bevölkerung lebt in kleinen Weilern, die meist aus einigen Dutzend Lehm-
häusern bestehen. Liu-yang-yi, Marktflecken und Poststation, ist der erste grössere Ort.
Bei Shoun-hsing-pu setzt die Strasse über den Pai-hô, der hier etwa 250 Fuss breit ist.
Der linke Uferwall, auf dem das Dorf liegt, entblösst zu unterst eine thonige Schicht
mit Kalkconcretionen. Darüber folgt eine röthliche sandige Schicht, dann graue Thone,
die von Lehm überlagert werden. Der Löss erweist sich als eine Auflagerung von geringer
Mächtigkeit. Alle Schichten zeigen im angewitterten Abbruch die wurmförmigen Zeich-
nungen, welche dem Laterit eigen sind.
Die Strasse tangirt, dem linken Ufer folgend, die einzelnen grösseren Biegungen
des Flusses. Das Land ist fruchtbar und überaus stark bevölkert. Doch treten auch
stellenweise wellige Dünen von weissem Sand auf, besonders in der Nähe des Dorfes
Lin-shui.
Nan-yang-fu ist eine grosse, mit festen Mauern umgebene Stadt, während schlechte
Lehmauern die Vorstädte einschliessen. Die engen Gassen, welche sich unter rechten
Winkeln kreuzen, haben gerade hinreichende Breite für einen Wagen und lassen nur um
so stärker das Wimmeln der hier zusammengedrängten Bevölkerung hervortreten. Die
Häuser sind niedrig, die Kaufläden unbedeutend. Selbst der Transithandel ist gering,
da er fast ausschliesslich den Weg über Shö-ki-tshönn nimmt. Die grosse Reichsstrasse
führt nun weiter über Yu-tshou und Kai-föng-fu, wiewohl die letztere Stadt von den
meisten Reisenden durch eine directere Fahrt vermieden wird. Ich schlug von hier aus
den angegebenen nördlichen Weg ein.
Noch zeigen sich erst schwache Umrisse von Bergen im Westen. Nach den anderen
Richtungen sieht man nur ebenes Land. Aber schon in geringer Entfernung nördlich
von der Stadt kam ich bei einem isolirten Vorposten des mächtigen Gebirges vorüber,
das ich bald durchschreiten sollte, dessen Existenz sich aber noch nicht ahnen liess. Es
war eine einzelne, 600 Fuss hohe, gerundete Kuppe von Hyperit bei dem Dorf Hoti-
shu-err. Hier steigt die Strasse wieder auf die Lössterrasse. Bald folgt zur Rechten
ein anderer Hügel, von langgedehnter Form, der Pu-shan. Die kleine Vorstufe an
seiner Südseite entblösst chloritische Thonschiefer. Der Berg selbst scheint ganz
aus krystallinischem Kalk zu bestehen. Die Bewohner des kleinen Dorfes Pu-
shan-tzu beschäftigen sich mit der Verfertigung von Armringen und anderen Gegenständen
aus weissem und grauem Marmor. Am beliebtesten sind gewisse milchweise Abände-
rungen, welche durch einen Stich in's Grünliche an die am meisten geschätzten Arten
des Nephrit erinnern.
Mit der Ueberschreitung des Pai-hô jenseits Hwang-lu-tien verlassen wir die Löss-
terrasse und erreichen eine ungefähr 100 Fuss hohe, wellige Stufe, welche aus krystal-
linischen Schiefern besteht. Letztere sind ein Wechsel von Gneiss, dünnschichtigem
Quarzit mit Glimmerlagen, Hornblendeschiefer und chloritischem Schiefer, aber ohne
Kalkstein. Sie streichen NW—SO, fallen steil nach SW und sind von zahlreichen Quarz-
gängen durchzogen. Der Ya-hô, ein kleiner Zufluss des Pai-hô, welchem die Strasse nun
folgt, hat sich ein Bett von geringer Breite in diese Gesteine geschnitten.
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