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| 0549 |
China : vol.2 |
| 中国 : vol.2 |
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aus in der historischen Entwickelung zu suchen. Den Kern, um welchen die wei-
tere Gestaltung stattfand, bildete die ehemalige Provinz Yü, welche zu Kaiser Yau's
Zeit die Mitte des Reiches einnahm und, wenn sie auch neben dem unterworfenen
Gebiet grösse, noch von barbarischen Stämmen bewohnte Gebirgsgegenden um-
fasste, doch in ihrer Gesammtform dem heutigen Hönan ähnlich war¹). Die Thal-
ebenen waren durch Besiedelung und Anbau ein wichtiger Besitz; denn sie vermit-
telten die Verbindung mit den östlichen und südlichen Theilen des Reiches. Als
die Tshóu-Dynastie den Thron bestieg, hatte die Provinz Yü einen geringeren
Umfang²). Sie reichte nur zum Theil bis zum Hwang-hö; denn das Thal des
unteren Lö-hö mit der angrenzenden Gegend bis Tung-kwan gehörte als kaiser-
licher Besitz zur Provinz Yung, welche im Uebrigen einen Theil des jetzigen Shensi
umfasste. Wir sehen von jetzt an die Residenz häufig von Tshang-ngan (bei Hsi-
ngan-fu) nach Lö-yang (dem jetzigen Hö-nan-fu) verlegt. Einerseits fanden die
Kaiser hier, durch die natürliche Befestigung der von durchfurchtem Lössland um-
gebenen Thalebene, Schutz und Sicherheit, wenn Gefahren von Central-Asien her
im Anzug waren; andererseits folgte der Sitz der Regierung der Aenderung in der
Lage des Schwerpunktes des Reiches, welche sich durch die festere Besitzergreif-
ung und die dichtere Besiedelung der Grossen Ebene und der Länder am unteren
Han vollzog. Als dann während der langen Kämpfe der Vasallen in den späteren
Jahrhunderten der Tshóu-Dynastie die Kaiser ihre Macht verloren und zu Erbherren
ihres Stammlandes herabsanken, wurden ihnen die Gebiete in Shensi nach und
nach entrissen, und sie blieben schliesslich auf das Thal des Lö-hö beschränkt.
Einige kleinere Vasallenfürsten theilten sich in die mittleren und östlichen Theile
von Hönan, während die mächtigen Fürsten von Tsu ihre Herrschaft bis zu den
Wasserscheiden des Han ausdehnten und durch Unterwerfung der Hwai-Barbaren
nicht nur das Hwai-Gebirge, sondern auch einen Theil des Flachlandes im Gebiete
des Hwai-Flusses in Besitz nahmen³).
Als Tsin-Shi-Hwang-Ti das Reich consolidirte, war somit die alte Provinz Yü
in vollster Auflösung begriffen, und nun erst konnte man daran gehen, für den
Verwaltungsorganismus neue Grenzen einzuführen. Doch ist es aus der bis jetzt
in europäische Sprachen übersetzten chinesischen Literatur kaum ersichtlich, wann
der Name und die jetzigen Grenzen von Hönan festgesetzt wurden⁴). Wie der
Sung-shan der mittelste unter den heiligen Opferbergen war, so nahm auch die
ganze Provinz eine mittlere Stellung ein und wurde zuweilen als Tshung-kwo (Land
der Mitte) bezeichnet. Später wurde dieser Name auf das ganze Reich übertragen.
Oberflächenformen und Tektonik.
Der bemerkenswertheste Zug im Charakter der Provinz Hönan ist der Umstand,
dass der gewaltige Zug des Kwen-lun, welcher am Pamir-Gebirge beginnt und in
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