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0551 China : vol.2
China : vol.2 / Page 551 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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zwischen Tung-kwan und Shan-tshau¹). In Ermangelung eines auch nur die augen-
fälligsten Formen berücksichtigenden Berichtes bin ich daher für die folgenden
Bemerkungen auf meine eigenen Beobachtungen und Erkundigungen und die wegen
ihrer Glaubwürdigkeit stets brauchbare chinesische Karte angewiesen.

1. Das östliche Ende des Kwenlun.

Für sich allein betrachtet, stellt der Fu-niu-shan in dem 20 g. M. breiten Durch-
schnitt zwischen Nan-tshau-hsien und Lu-shan-hsien ein starres und beträchtliches
Gebirge dar, welches durch seine festen Formen, die Zusammensetzung aus archai-
schen Formationen, seine mindestens 6000 Fuss erreichende Meereshöhe und seine
ihm unter allen bisher beschriebenen Gebirgen allein eigenthümliche Streichrichtung
unsre Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde. Das volle Verständniss seiner oro-
graphischen und geologischen Bedeutung gewinnen wir aber erst, wenn wir es in
seiner Eigenschaft als der östlichen Fortsetzung eines gegen Westen mehr und
mehr an Mächtigkeit und Bedeutung wachsenden Gebirges betrachten. Wir werden
es in einem anderen Capitel in der speciell mit dem Namen Tsin-ling-shan bezeich-
neten Strecke genauer kennen lernen. An keiner Stelle innerhalb der Grenzen
China's, und wahrscheinlich nirgends bis zu seinem westlichen Ende am Yarkand-
Fluss, erleidet es, wie es scheint, eine Unterbrechung in seinem starren, der Rich-
tung W 12° N—O 12° S folgenden Verlauf. Um so mehr muss es überraschen,
wenn wir erfahren, dass man in der geringen Entfernung von 32 g. M. östlich von
dem im Vorhergehenden beschriebenen Weg auf einer grossen Reichsstrasse von
Süden nach Norden reisen kann, ohne durch Gebirge zu kommen. Die Reisenden
fanden dort nur lössbedecktes Flachland. Ob Hohlwege in dem letzteren Boden,
oder die häufige Trübung der Atmosphäre den Fernblick verhindert haben, jeden-
falls ist es eine auffallende Thatsache, dass in keinem Bericht auch nur der
Ausblick nach dem nahe im Westen aufsteigenden Gebirge Erwähnung findet. Die
chinesischen Karten geben dort Berge schon in einem Abstand von 4 bis 6 g. M.
an, und man würde auf das Vorhandensein einer bedeutenderen Anschwellung schon
aus dem Umstand schliessen müssen, dass dort die Quellbäche des Tshau-hô und
der in den Ska-hô mündenden Flüsse Li-hô und Hwci-hô nahe bei einander liegen.
Ein so bedeutender Wasserabfluss deutet auf eine immerhin beträchtliche Erhebung,
welche die über das Flachland wehenden feuchten Winde abzukühlen vermag. Es
ist daher wahrscheinlich, dass das Gebirge mit unvermitteltem Abbruch unter die
Schwemmlandgebilde hinabsinkt.

Es wäre von Interesse für allgemeine orologische Gesichtspunkte, zu erforschen,
wie sich die Tektonik dort gestaltet, wo ein so bedeutendes Gebirge in seiner
Streichrichtung ein plötzliches Ende erreicht. Einen Anhalt zu Vermuthungen
darüber gibt die Gestalt der Furche von Nan-tshau²). Sie ist kein Erosions-
thal; denn sie schneidet auch im innersten Kern des Gebirges bis auf den Grund