National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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3. Gebirge zwischen dem Fu-niu-shan und dem Gelben Fluss.
Wahrend sich in der Regel grosse Züge der Anordnung in den Gebirgen von
China erkennen lassen, kommen wir nördlich vom Fu-niu-shan in ein Land, dessen
Reiz in der Mannigfaltigkeit der Formen und des inneren Gebiergsbaues besteht.
Wir finden weder ausgesprochenen Plateaubau, noch langgezogene Ketten, und
vergebens suchen wir nach jenen regionalen Faltungszonen, die wir sonst in diesem
Land so grossartig entwickelt sehen. Die Gebirge sind in Gruppen von verschie-
denem Bau aufgelöst, und regellos wie sie verlaufen die Thäler.
Bei Lu-shan-hsien glaubt man einen Plateaurand vor sich zu haben, so regel-
mässig zieht die 500 Fuss hohe Kalksteinmauer hin, welche sich an der Nordseite
aus dem Thal erhebt. Die Oberfläche können wir in der That als das Kohlen-
plateau von Lu-shan¹) bezeichnen. Aber sie ist uneben; der Tsing-lau-shan
ragt hoch über sie auf; die Schichten der Steinkohlenformation sind mannigfach
verworfen und gestört; Eruptivgesteine treten an vielen Stellen an die Oberfläche;
die Richtungen des Streichens und Fallens sind verworren. Am Nordrand fehlt
die Einfassung von Kalkstein; dort ist ein grosser Landstrich mit Geröllablagerungen
bedeckt. Aber am Südrand des Thales des Ju-hö sind die Kalke durch eine Ver-
werfung in der Richtung von WSW nach ONO noch einmal gehoben und tragen
Kohlenschichten, die nach NNW fallen. Die Altersbestimmung der Formationen
liess sich hier nicht mit Sicherheit durchführen. Darf man auch betreffs der kohlen-
führenden Schichten voraussetzen, dass sie der Steinkohlenformation angehören,
indem solche von anderem Alter in diesem Theil von China nicht bekannt sind,
so mussten wir es doch hinsichtlich des Kalksteins unentschieden lassen, ob er der
Sinischen Schichtenreihe angehört, oder Kohlenkalk ist.
Trotz der Störungen sind auf dem Kohlenplateau von Lu-shan eigentliche
Faltungen der Schichten nicht wahrzunehmen; es bietet das Bild eines zerbrochenen
und verworfenen Tafellandes. Da bituminöse Kohle im Osten bei Pau-fong-hsien,
und im Westen bei Lu-köu, einem wahrscheinlich OSO von I-yang-hsien am Ju-hö
gelegenen Ort, gewonnen wird, so sind einige Anhaltspunkte zur Beurtheilung der
Ausdehnung der die Terrasse bestimmenden Formation gegeben. Die breite Schot-
terterrasse am Ju-hö deutet auf die umfangreiche Zerstörung, welche die über der
Kohle lagernden festen Schichtgesteine erlitten haben; denn sie bilden ausschliess-
lich das Material der Geröllmassen.
Eine bedeutende Rolle spielen in dieser Gegend Eruptivgesteine, welche
wenigstens zum Theil von jüngerem Alter als die steinkohlenführende Formation
sind. Am Nordrand des Fu-niu-shan herrschen Porphyrite, bei Lang-tün grün-
steinartige und porphyritische Gesteine, während das Flussbett des Ju-hö
mit Geröllen von Melaphyr und Augitporphyr in grosser Masse erfüllt ist,
und dasjenige des I-hö dieselben Gesteine führt. Ihr Auftreten muss sehr bedeu-
tend sein, insbesondere am Wan-tshi-shan und Föu-kau-shan, vielleicht auch in den
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