National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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einen höheren Preis erzielt, als derjenige von Sz'-tshwan in Hönan hat. Letzterer
dient wesentlich zur Befriedigung des bei der Bevölkerung sehr allgemein gewor-
denen Bedürfnisses. Geringe Bedeutung hat die Cultur des Maulbeerbaums und
der echten Seide, da das Klima dafür nicht günstig zu sein scheint.
Im Gebiet des Fu-niu-shan, welches mit Ausnahme der belebten Stadt Nan-
tshan-hsien eine sehr spärliche Bevölkerung hat, ist, wie gesagt, das Haupterzeugniss
die wilde Seide. Es werden dazu in regelmässigen Reihen zweierlei Arten von
Bäumen, ein Ailanthus und eine Eiche (Quercus serrata; It-ya-örr im Chinesischen)
gepflanzt, welche auf dem verwitterten Felsboden gedeihen. Man zieht sie als
Zwergbäume, indem die jungen Triebe ausgebrochen werden. Die Brut des Spin-
ners wird zweimal, im Juni und August, in den Häusern entwickelt und auf die
Bäume gesetzt. Regen ist den Raupen zuträglich, Dürre schadet ihnen. Ein grosser
Feind sind auch die späten Fröste, die hier oft eintreten und die jungen Eichen-
triebe vernichten, so dass die Bäume in der richtigen Zeit noch keine hinreichende
Blattfülle haben. Eine Hauptsorge ist die Abhaltung der Vögel, welche sich in
Schaaren sammeln, um die Raupen zu fressen. Zur Zeit meiner Anwesenheit
waren die letzteren durch zwei Jahre krank und klein geblieben. Da auch späte
Fröste die Ernten der Felder an den Berggehängen beeinträchtigt hatten, so herrschte
grosse Noth, und in manchen Dörfern waren die Bewohner am Rand des Hungertodes.
Das Plateau von Lu-shan ist auch verhältnissmässig wenig ertragreich. Stein-
kohle ist hier das wichtigste Product für den Handel. Ich verweise in Beziehung
auf sie auf das oben¹) Gesagte. Dazu kommen Töpferei und Glasindustrie;
ehemals war auch die Eisenindustrie von Bedeutung. Der südliche, hügelige
Theil ist mässig bevölkert; der nördliche, welcher durch die Schotterbanke unfrucht-
bar gemacht wird, ist menschenarm; aber um so dichter concentrirt sich die
Bevölkerung in dem Marktort Ta-ying-kai an seiner Grenze.
Das Thal von Fu-tshöu wimmelt von Menschen. Auf dem fetten Alluvialboden
werden die reichsten und werthvollsten Ernten gezogen; aber sie reichen kaum für
die Ernährung der Bevölkerung. Die Feldfrucht des Winters besteht aus Weizen,
Gerste, Erbsen, Bohnen, Raps, süssen Kartoffeln und Mohn für Opiumproduction.
Vom Juni bis Ende Juli findet die Aussaat der zweiten Frucht statt. Angeblich ungefähr
80 Procent der Feldfrüchte werden alsdann für Baumwolle verwendet. Zwischen
den Baumwollstauden steckt man Bohnen. Der Rest des Feldes dient für Mais,
Hirse, Sorghum, Hanf und Oelfrüchte.
Hinsichtlich der Culturen in dem Thal von Ho-nan-fu und dem Flachland von
Hwai-king-fu kann ich mich auf die frühere Darstellung beziehen²). In ersterem bildet
sich durch jährliche Ueberschwemmungen noch fortdauernd ein Boden, welcher aus
den feinsten Bestandtheilen des Löss besteht und, ebenso wie hier, die ausser-
ordentliche Fruchtbarkeit der Gegend von Tsing-hwa und Hwai-king-fu bedingt.
Wenn diese beiden Gebiete in Hinsicht auf ihre Fähigkeit, eine überaus dichte
Bevölkerung zu tragen, wahrscheinlich unübertroffen dastehen, so sind doch vermöge
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