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0608 China : vol.2
China : vol.2 / Page 608 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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und bedeutende relative Höhe der Gipfelreihen, schroffe Querschluchten und sanfte Langs-
thäler ausgezeichnet ist.

Wenn man von Fông-hsiên ansteigt, befindet man sich bis zur Höhe von 1200 Fuss
über der Stadt im Löss; aber zahlreiche Bruchstücke von Kalkstein deuten den Bau des
Gebirges an. Höher hinauf beginnt anstehendes Gestein in den Schluchten sich zu zeigen.
Es besteht aus einer Wechsellagerung von grauen dichten Kalksteinen und
weichen schieferthonigen Gesteinen von grünlichen, grauen und gelben Färbungen.
Bald herrschen die Schiefer, und dann sind sie von grüner Farbe allein, bald die Kalksteine.
Zuweilen tritt jedes dieser Gesteine in Complexen von 200 bis 300 Fuss Mächtigkeit aus-
schliesslich auf; dann wechseln sie wieder in Bänken, deren Dicke nur Bruchtheile jener
Zahlen beträgt. Man findet sie von 20 und 10 bis herab zu 1 Fuss und sehr viel weniger.
Mächtige Schichtmassen endlich zeigen einen constanten Wechsel sehr dünner Lagen.
Der Kalkstein wird schieferig, und zwischen seinen Blättern liegen solche von thoniger
Beschaffenheit und grüner Färbung. Beide Bestandtheile alterniren oft in papierdünnen
Lamellen. Der Kalkstein ist, wo er mächtig ist, zuweilen von weissen Kalkspathadern,
der Schiefer in dem gleichen Fall von Quarzgängen durchzogen. Auch führt letzterer
Quaralinsen und andere plattgedrückte Ausscheidungen, die ein körniges Gemenge von
Quarz und Kalkspath sind. Ausserdem ist bemerkenswerth, dass der Kalkstein Verstei-
nerungen enthält. Leider fand ich sie im Vorübergehen nur so undeutlich, dass nichts
bestimmbar war. Doch dürfte sich bei einigem Nachsuchen das Alter der Formation
festsetzen lassen.

Von der Tiefe bei Fông-hsiên bis hinauf zu den 3000 Fuss darüber gelegenen Pässen
und zu den Gipfeln der ersten Kette besteht Alles aus dieser Wechsellagerung. Das
Streichen ist zwar, wenn man die Gesammtformation in's Auge fasst, W2N—O2S; aber
es finden sich, vielleicht durch Zusammenbrüche im Kalkstein veranlasst, viele örtliche
Abweichungen, so dass das Schichtenstreichen sich zwischen W—O und NW—SO bewegt.
Das Fallen ist erst südlich, wird aber hoch oben nördlich. Der Pass Nan-tza-mou
liegt in grünen Thonschiefern. Damit hören die mächtigen Einlagerungen von Kalkstein
auf. Der Weg an Gehänge zwischen dem ersten Pass und dem Fông-ling führt fast
ganz auf Schiefern; dann folgen noch einzelne dünne Einlagerungen von Kalkstein und
der beschriebene schieferige Wechsel beider Gesteine.

Parallel der Streichrichtung geht es vom Pass Fông-ling erst sehr steil, dann auf
weniger abschüssigem Gelände abwärts. Es breitet sich hier im Norden des Wu-tze-
than ein welliges sanftes Gelände aus. Dieses Gebirge ist grossartig und pittoresk.
Steiler Gebirgsbau zeichnet sich klar an den Gehängen und an allen einzelnen Gipfeln.
Ich begrüsste den tiefen Einschnitt der Schlucht San-tsha-kôu, welche den innersten
Bau zu erschliessen versprach. Aber ihre Wände sind aus dunkler Kalkstein, dicht,
splittrig und ohne die globulitische Structur, welche ich erwartete. Die Schichten fallen
im Mittel 70° NNO. Plötzlich tritt man aus der engen Spalte hinaus, und es beginnt
sanftes, welliges Land, welches mit allmäliger Abdachung fortsetzt bis San-tsha-yi. Blickt
man zurück, so sieht man die schwarzen hochaufragenden Steilwände des Kalkes; blickt
man vor sich nach Süden, so erheben sich jenseits San-tsha-yi auch hohe und steile
Gehänge, aber von gerundeteren Formen; und die blassgrünliche Farbe der Entblössungen
verräth die uns bekannten thonigen Schiefer.

Der Weg von San-tsha-yi nach Wu-kung-kwan führt im Längthal abwärts. An einer
Stelle sieht man eine ausgezeichnete Faltung in den Schiefern aufgeschlossen und an der
linken Thalseite die Schichten nach Süden fallen. Doch finden sich ausserdem auch
noch kleinere secundäre Faltungen. Die Regelmässigkeit der starren Kalkzüge beweist,
dass sie nur untergeordneter Art sind.

Nach den Beobachtungen dieses Tages notirte ich die folgende Reihe anscheinend
conform übereinander lagernder Schichtengruppen, von unten nach oben, d. h. von Süden
nach Norden:
1. Grüne, halbthonschieferartige Gesteine, sehr ebenflächig, grossentheils
aus 1 bis 3 Zoll dicken regelmässigen Platten zusammengesetzt. Diese Platten sind
zum Theil thonschieferartig, zum Theil gehen sie in braun und dunkelgrau gefärbte,
unreine Sandsteine über; auch dann sind sie durch grüne, thonige Zwischen-
blätter getrennt, und man erkennt die Sandsteine erst im Querbruch bei näherer
Untersuchung.