国立情報学研究所 - ディジタル・シルクロード・プロジェクト
『東洋文庫所蔵』貴重書デジタルアーカイブ

> > > >
カラー New!IIIFカラー高解像度 白黒高解像度 PDF   日本語 English
0619 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 619 ページ(カラー画像)

New!引用情報

doi: 10.20676/00000260
引用形式選択: Chicago | APA | Harvard | IEEE

OCR読み取り結果

der Engen, durch die er seinen Lauf nimmt, verlassen, führt über einen hohen
Pass (Fóng-ling) nach einem seiner linken Zuflüsse, und von diesem über einen in
einer Längsfurche gelegenen, niedrigen Pass (Tshai-kwan-ling) hinüber nach einem
Zufluss des im Westen des Ta-pai-shan aus zahlreichen langen Thalfurchen ent-
springenden Hei-lung-kiang, welcher einem anderen grossen Stromsystem, nämlich
dem des Han, angehört. Sie erreicht diesen Fluss in der Nähe von Hau-tshung-fu
und zieht dann, den langen bogenförmigen Umweg vollendend, wieder dem Kin-
ling-kiang zu.
Die Thatsache der Benutzung so unbequemer Flussverbindungen durch die
kunstvoll angelegte Strasse macht es wahrscheinlich, dass die natürlichen Schwie-
rigkeiten des Ueberganges an anderen Stellen, wo ein einzelner Pass von einem
Zufluss des Wei nach einem Zufluss des Han geführt haben würde, noch grösser
sind, als hier.
Die gesammte Breite des Gebirges in dem Meridian 107° O. v. Gr. beträgt
78 g. Meilen, von denen 9 auf den im Norden und 69 auf den im Süden der
Wasserscheide gelegenen Theil kommen.
Zu den hervortretenden Merkmalen im äusseren Charakter des Gebirges entlang
unserm Weg gehört der gänzliche Mangel an grösseren Längsthälern.
In geringer Ausdehnung, wenngleich ziemlich vollkommen entwickelt, finden sich
Einsenkungen, welche dem Streichen folgen, südlich von Fóng-hsien, insbesondere
bei Wu-kung-kwan, wo der regelmässige zonale Wechsel härterer und weicherer
Gesteinsgruppen die Ausfurchung der letzteren erleichterte. Eine Annäherung an
die Gestaltung von Längsthälern ist auch im Bereich der Wutai-Schichten vorhanden,
und die Tendenz zu ihrer Bildung ist sowohl in der nördlichen Gneisszone, wie
in der südlichen Zone krystallinischer Schiefer zu erkennen; in beiden aber kommt
sie zu untergeordneter Entwickelung, indem die an Länge und Bedeutung weitaus
vorherrschenden Querthäler das Gebirge so zerschneiden, dass nur verhältnissmässig
kurze, aber tief eingeschnittene secundäre Schluchten von den ebenfalls quer ver-
laufenden Scheiderücken in der Längsrichtung herabziehen können. Sie reichen
hin, um diese Scheiderücken auf ihren Höhen in zahlreiche rechtwinklig zu ihnen
gerichtete, zum Theil sehr wilde Kämme aufzulösen, welche dem Streichen der
Schichten folgen und in ihrer Ausdehnung durch die Querthäler beschränkt sind.
Der Mangel an grossen Längsthalern ist um so überraschender, als die Streich-
richtungen der Formationen und des Gebirges im nördlichen Theil übereinstimmen
und im südlichen nicht erheblich von einander abweichen. Die Hauptwasserläufe
sind hier quer gegen beide Linien gerichtet.
Ein anderes Merkmal ist die Steilheit beider Abfälle. So nahe die
Hauptgipfelreihe und die Wasserscheide dem Nordfuss des Gebirges liegen, ist
doch der Absturz nach Süden noch schroffer. Bei dem Abstieg von Ki-tau-kwan
nach Pan-tshong-hsien, und bei der weiteren Wanderung bis Mieu-hsien sah ich, so
weit die Aussicht reichte, das sehr steil und unvermittelt in die Thalebene abfal-
lende Gehänge geradlinig fortziehen und darüber Gipfel aufsteigen, deren Höhe