National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Gipfeln, die schon in der Nähe der Strasse 1800 Fuss hoch aufragen. Gegen das Ende
der Furche gewinnt man in derselben Richtung Einblicke nach dem etwas entfernter
liegenden und höher ansteigenden Zug des Po-tshung-shan. Die Streichrichtung der
Schichten ist am Wege selbst schon zu erkennen, da die Schiefer an der Oberfläche
etwas zusammengesunken sind; aber an den Gebirgen ist überall das Streichen von W 20° S
und ein steiles nördliches Einfallen der Schichten deutlich sichtbar.
Am rechten Ufer des Han scheint in der ersten Strecke oberhalb Mien-hsièn
Kalkstein anzustehen. Weiterhin trugen die steil unterwaschenen Gehänge an Ent-
blössungen das Ansehen von Schiefern. Wo sich von der Strasse aus ein freier
Ueberblick über die jenseitigen Höhen bietet, bilden sie lange zusammenhängende Rücken,
die 2000 bis 2500 Fuss über dem Thal aufragen. Der weitere Weg wird uns bald in
tiefen Durchschnitten ihren innern Bau zeigen.
Die Thalfurche des oberen Han wird durch eine Linie von Ortschaften bezeichnet,
während die schwer zugänglichen Gebirge, die sich unmittelbar im Norden und Süden
anschliessen, wenig bewohnt sind. Hsin-pu-wan ist wichtig als höchster Schiffahrtsplatz
in der trocknen Jahreszeit. Im Sommer können Schiffe bis Tai-ngan-yi gehen. Dies
ist der bedeutendste Ort des Thales. Für Verkehr und Handel bildet er einen Knoten-
punkt, indem hier die Strassen nach Westen und Süden auseinandergehen. Baumwolle
und andere Erzeugnisse des Ostens und Nordostens werden als Schiffe den Han hinauf,
oder auf Saumthieren über die Tsinling-Strasse, hierher für die Bewohner der westlich
und nordwestlich gelegenen Gebirge gebracht und gegen deren Producte eingetauscht.
Der Ort glich einem Ameisenhaufen. Ich schätzte die Anzahl von Menschen, die auf
einem grossen freien Marktplatz in einem Knäuel zusammengedrängt und zum Theil mit
Kaufen und Verkaufen beschäftigt waren, auf ungefähr 4000. Der Platz ist aber auch
strategisch von Wichtigkeit, indem er die beiden Eingangspforten zu Sz'-tshwan beherrscht.
Daher liegt hier eine feste Garrison von acht Bataillonen.
Unter den von Norden herabkommenden Thälern ist dasjenige des Tzu-shui das
wichtigste und grösste. Der Fluss hat, ebenso wie die Gewässer aller anderen Seitenthäler,
die Schiefer quer gegen ihre Streichrichtung zu durchbrechen und ist tief in sie einge-
schnitten. Obgleich er für eine Strecke von 50 li schiffbar sein soll, reist man doch,
um nach dem oberen Thal zu gelangen, von Mien-hsièn aus. Der dort beginnende
Saumpfad scheint einer der wichtigsten Verkehrsadern zu sein, indem er die directe Ver-
bindung des Thales von Han-tshung-fu mit der Provinz Kansu vermittelt. Nach der
durch die chinesische Karte bestätigten Aussage der Bewohner entsteht der Tzu-shui aus
einer Anzahl von Flüssen, die vom Tze'-pai-shan¹) herabkommen. Es wurde mir viel
von der das obere Becken dieses Flusses einnehmenden Landschaft Tian-mu-lan, und
besonders von einem dem Südfluss des Tze'-pai-shan nahe gelegenen Ort Tit-lu-tshwang,
erzählt, wo viel Stahl gemacht werde. Der Ort werde auf einem mühseligen Weg von
300 li erreicht²). Es sollen dort in den Eisenwerken Arbeiter in so grosser Zahl beschäf-
tigt sein und dieselben einen so aufrührerischen Charakter haben, dass angeblich eine
Besatzung von einigen hundert Soldaten erforderlich ist, um sie in Ruhe zu halten. Eisen
und Stahl sollen aus diesem Bezirk nach Han-tshung-fu und nach Sz'-tshwan hinabgehen,
vorwaltend jedoch nach letzterer Provinz, da, wie mir berichtet wurde, südlich von Han-
tshung-fu noch an zwei Orten Stahl bereitet wird.
Weg über den Pass Wu-ting-kwan. — Die Strasse wendet sich aus der
Längsfurche, der wir bis jenseits Tai-ngan-yi folgten, scharf südlich, in einen kleinen
Seitenthal hinauf, um jenseits des Passes Wu-ting-kwon durch einen Zufluss nach dem
Pu-yen-ho zu gelangen. Diesen haben wir zwar bereits als einen grösseren Nebenfluss
des Han kennen gelernt. Aber er durchbricht die zwischen Ning-kiang-tshöu und der
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