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0637 China : vol.2
China : vol.2 / Page 637 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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Festigkeit, dass die Oberfläche sich abreiben lässt. Andere Schichtencomplexe
sind dichter weisser Kalkstein, der von traubigen und glaskopfartigen concretio-
nären Bildungen erfüllt ist. Jeder Bruch zeigt Trennungsflächen, welche der krumm-
schalig-traubigen Anordnung entsprechen. Er scheint eine Art von Sinterbildung
zu sein, welche von der ersten Entstehung des Gesteins herrührt; sie folgt der
Schichtung desselben.
Der Weg führt in einer engen Kluft durch diesen Kalkstein hinan nach der kleinen,
in einer tiefen Schlucht gelegenen Häusergruppe Hsüin-kia-ping. Von hier beginnt der
Anstieg nach dem Pass, welcher 1000 Fuss über dem Dorf liegt. Bei letzterem endet
der Kalkstein. Er wird unterteilt von
δ) grünen, dünngeschichteten festen Sandsteinen, deren einzelne Lagen
durch schieferige Zwischenblätter getrennt sind. Am Pass werden sie
dickschichtiger, und so halten sie bei dem steilen Abstieg nach Ti-shui-pu
und dem 8 li weiter hinab gelegenen Wu-li-pu an, hier und da mit schieferig-
thonigen Schichtcomplexen von grünlichen Färbungen wechselnd.
Das Streichen schwankt zwischen W 20° S — O 20° N und W—O. Das Fallen
ist erst nördlich; am Pass wird es wellig, und zuletzt wieder 45° N.
In regelmässiger Lagerung, mit 45° Fallen nach N, folgen nun nach einander, von
oben nach unten:
r) Feste Conglomerate, mit eckigen Bruchstücken von schwarzem Kiesel-
schiefer und weissen kieseligen Gesteinen. Die Einschlüsse sind von
Haselnussgrösse und kleiner. Mächtigkeit 200 Fuss.
q) Helle, unvollkommen krystallinische Kalksteine, 300 Fuss.
p) Feinkörnige, grüne und graue, thonige, feste Sandsteine, den Ueberkholen-
schichten von Shansi ähnlich, theils dünner, theils dicker geschichtet. Mächtigkeit
mindestens 1500 Fuss.
o) Dickbankige Kalksteine, von weisslicher Färbung, unvollkommen krystal-
linisch, meist kieselig, zum Theil dolomitisch, und dann mit zellig-drusigem
Gefüge. Sie sind 800 Fuss mächtig und bilden starre felsige Berge mit gelben
Wänden. In ihrem oberen Theil finden sich Korallen und Crinoiden.
n) Weisse, zerbrückelnde glimmerige Schieferthone, z. Th. sericitisch, von
grauen, grünlichen, röthlichen und gelben Färbungen. Sie sind von unbestimm-
barer Mächtigkeit und setzen allein, in wellig gebogener Schichtung, ein sanftes
Hügelland zusammen, mit welchem der Durchschnitt endet; denn auf diesen
Schichten liegt Ning-kiang-tshöu, eine kleine, zur linken Seite unsres Weges blei-
bende Stadt.

Von Ning-kiang-tshöu in Shensi über den Pass Lau-pu-kwan nach
Tshau-tièn-tshönn in Sz'-tshwan
(den 1sten bis 4ten Februar).

Entfernungen in li:
Ning-kiang-tshöu — Hwi-shui-hö 18; — über Lau-pu-kwan nach Hwang-pa-yi 20; — Klau-
tshang-pa 18; — Shönn-hsüin-yi 32; — Tshau-tièn-tshönn 24. — Zusammen 112 li oder 33¹/₂ g. M.

Bei allen meinen Reisen durch China und Japan habe ich keine Gegend getroffen,
welche ein so hohes Interesse für stratigraphische Geologie bietet, als diejenige, durch
welche dieser Weg führt. Auch hier war ich gänzlich unvorbereitet auf das, was ich
finden würde. Ich sah mich plötzlich inmitten eines unglaublich grossen Reichthums an
Versteinerungen, welche das silurische Alter auf den ersten Blick erkennen und zum Theil
die Anwesenheit von Devon vermuthen liessen. Bald vermochte ich einzelne, durch
besondere Faunen charakterisirte Horizonte zu unterscheiden und zu verfolgen. Bei meiner
flüchtigen Recognoscirungsreise kam es mir nur auf die Festsetzung des Alters der For-
mationen im Allgemeinen und das Studium des Gebirgsbaues an. Dennoch widerstand
ich ungern der Verlockung, diese Gegend zum Gegenstand speciellerer Untersuchung zu
machen; ich hätte dann meinen ganzen Reiseplan ändern müssen. Der Schichtenbau
ist scheinbar ausserordentlich klar. Leicht könnte man Schiffsladungen von stratigraphisch
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