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0651 China : vol.2
China : vol.2 / Page 651 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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sein. Die tief eingeschnittenen Querthäler erschweren den Verkehr. Es wurde
mir nur berichtet, dass das Gebirge in südlicher Richtung von Ning-kiang und in
östlicher Richtung von Tshau-tien beständig an Wildheit und Höhe zunehme. Es
soll dort fast unbewohnt, dagegen reich an wilden Thieren sein, unter denen Bären
und Tiger genannt wurden. Vielleicht mögen daselbst noch Wälder vorkommen: in
den von mir besuchten Theilen fehlen sie.

2. Reihenfolge der Formationen.

Wir befinden uns bezüglich des Gebirgslandes von Tshau-tien in der günstigen
Lage, das Alter einzelner am Gebirgsbau theilnehmender Formationen zu kennen.
Da jedoch die Gesammtfolge der letzteren ausserordentlich mächtig und sehr reich
gegliedert ist, so bleiben uns noch eine Reihe von Gebilden ihrer stratigraphischen
Stellung nach zweifelhaft. Theils betrifft dies solche, welche zwischen Schicht-
gruppen von bestimmbarem Alter liegen; theils, und in noch höherem Grad,
solche, welche mit den ältesten derselben in einem jetzt noch schwer entwirrbareu
Verband stehen. Zur grösseren Sicherheit beginnen wir die Betrachtung mit dem-
jenigen Theil der ältesten Formationen, welcher die meisten palaeontologischen Anhalts-
punkte bietet.

a. Formationen des Gebirgslandes zwischen Ning-ktang-tshöu
und Tshau-tien.

Silur und Devon. — Die Gebilde dieser Altersstufen zeichnen sich dadurch
aus, dass Schieferthone von verschiedenen, meist grünen, aber auch rothen, gelben
und grauen Färbungen durch ihre ganze Mächtigkeit hindurch vorwalten, und
Kalksteine theils in mächtigeren Complexen, theils in dünnen ebenflächigen
Lagen und Lamellen mit ihnen wechseln, sehr häufig aber nur in lagenartig ver-
theilten Fetzen und Knoten von verschiedener Grösse in den Schiefern eingeschlossen
sind. Wirkliche Thonschiefer sind nicht vorhanden, ebenso wenig Quarzite; auch
nichtquarzitische Sandsteine spielen eine untergeordnete Rolle. Kalkstein findet
sich in selbstständigen Complexen kaum mächtiger als 200 Fuss. Dagegen sind
Kalklamellen, die mit solchen von Schiefer wechseln, häufig; sie bilden z. B. den
grösseren Theil der Gruppe (5) von Sha-hö-yi (S. 602). In hohem Grad charak-
teristisch sind diejenigen Schichten, wo Korallen und andere Versteinerungen in
kalkigen Schieferthonen vertheilt sind. An den von aufgelösten Schiefern gebildeten
Gehängen liegen sie dann in grosser Zahl lose zerstreut umher.

Es lassen sich verschiedene Stufen unterscheiden:

1. Mittel-Silur. — Wenn die Deutung des Profils richtig ist, besteht diese
Stufe aus einer versteinerungsreichen unteren Abtheilung (β)¹), welche sich durch
den beständigen Wechsel von Kalksteinschichten mit Schiefern auszeichnet, und einer
oberen (m), in welcher Schieferthone fast allein vertreten sind, und zwar grossen-
theils solche, die bei unvollkommen schieferigem Gefüge in knollige Fragmente