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0652 China : vol.2
China : vol.2 / Page 652 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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mit muscheligen Bruchflächen zerfallen. In der ersteren herrschen bunte Färbungen,
die in rothen Kalken und Mergeln am meisten zur Geltung kommen, und nahe
an ihrer Grenze gegen die obere Abtheilung findet sich ein charakteristisches Ge-
stein, nämlich die oben (S. 596) beschriebenen, aus Lyditfragmenten zusammenge-
setzten Conglomerate und Sandsteine.
2. Ober-Silur. — Wenn wir die im Westen von Kiau-tshang-pa unter den
als mittelsilurisch erwiesenen Schichten l liegenden, oben mit k bezeichneten Com-
plexe grüner Schieferthone, welche einzelne mit organischen Resten erfüllte Kalk-
schichten enthalten, als identisch mit m annehmen, so folgen nun im Alter die
zunächst unterlagernden, aber wegen der Ueberstürzung jüngeren, sehr mächtigen
und charakteristischen Gruppen i und h. Die untere (i) besteht vorherrschend
aus Kalkstein, in welchem sich ein Aufbau durch Korallenstöcke erkennen lässt.
Es ist keine Riffstructur vorhanden, sondern die Stöcke sind durch thonige Substanz
von etwas schieferigem Gefüge von einander getrennt, und es liegen solche von
sehr verschiedenen Korallenarten dicht nebeneinander. Unter den von Herrn Pro-
fessor Lindström bestimmten Arten sind als bekanntere hervorzuheben: Favosites
Forbesi E. H., Heliolites decipiens M'Coy und interstinctus L., Plasmopora tabulata
E. H., Halysites catenularius L., Cyathophyllum angustum E. H., Alveolites sub-
orbicularis, einige Arten von Amplexus und eine schöne Calceola-Form. Dazu
kommen eine Anzahl neuer Arten. Ausser den Korallen sind Crinoiden in grosser
Menge vorhanden, und man wird bei dem vortrefflichen Erhaltungszustand wahr-
scheinlich leicht vollständige Kelche derselben finden. In der oberen Abtheilung
(h) nehmen die thonigen Sedimente überhand. Als grüne Schieferthone umschliessen
sie zahllose, lagenförmig angeordnete Knoten von Kalkstein, deren jeder ein
organisches Gebilde ist. Die frisch aus dem Gestein herausgelösten Knoten erschei-
nen wie Linsen von Schieferthon. Zerschlägt man sie, so erkennt man die organische
Textur. Doch löst die Verwitterung die thonige Hülle ab, und die Versteinerungen
bleiben in gutem Erhaltungszustand zurück. Alveolites suborbicularis ist unter den
Korallen weitaus vorherrschend. Daneben kommt Halysites catenularius häufig vor.
Die festen Kalksteine sind petrographisch sehr mannigfaltig und führen insbesondere
einen grossen Reichthum von Brachiopoden.
Wie die mittelsilurische, so wird sich auch die obersilurische Abtheilung durch
genaueres Studium eingehend gliedern lassen. Der wiederkehrende Charakter
gewisser Gesteine gestattete mir, die Formation zu erkennen wo immer ich sie
nachher traf, und die Versteinerungen erwiesen mehrfach die Richtigkeit der Iden-
tificirung. Ich erwähne als Beispiel der Nucleospira-Kalksteine bei Tshau-tièn (S. 600),
welche, durch krystallinische und zum Theil feinkörnig oolithische Structur und
grünliche Färbung ausgezeichnet, den schieferigen Gesteinen des Obersilur ein-
gelagert sind.
Die Gesammtmächtigkeit der silurischen Schichten vermag ich nicht annähernd
zu schätzen, da mein Reiseweg in einem äusserst geringen Winkel zu ihrer Streich-
richtung führte. Sie beträgt jedenfalls mehrere tausend Fuss.