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0679 China : vol.2
China : vol.2 / Page 679 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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führen Gelegenheit haben, aus denen es sich ergibt, dass die für das Gebirgs-
land von Tshan-tien unterschiedenen Perioden genetischer Vorgänge ¹) sich auf
die Entwickelungsgeschichte des ganzen zwischen Han, Kia-ling-kiang und Yang-
tsz̈-kiang eingeschlossenen und über den letzteren hinaus nach Südosten sich
streckenden Gebirgslandes übertragen lassen. Wo immer ich dasselbe berührte,
liess sich die postcarbonische Zusammenfaltung nachweisen, und stellenweise waren
die Spuren einer darauf folgenden Abrasion deutlich erhalten. Ebenso werden sich
klare Belege dafür finden, dass während der nachfolgenden Periode der Beckenab-
lagerungen eine weitere tektonische Umgestaltung sich allmälig vollzog, indem
neue, der alten Streichrichtung folgende Bewegungen stattfanden, und zwar theils
Verwerfungen entlang grossen Bruchlinien, wie im Fall des Thales von Kwang-yüen
(s. Fig. 115, S. 616), theils neue Faltungen.
So erklärt es sich, dass ein ausserordentlich ausgedehntes, im Süden des östlichen
Kwenlun gelegenes Gebiet, dessen Grundbau in den uns bekannten Theilen, und
wahrscheinlich in seiner Gesammtheit, aus paläozoischen Formationen besteht und
nach der Sinischen Streichrichtung zusammengefaltet ist, doch in seinen einzelnen
Strecken grosse Verschiedenheiten darbietet. Das Rothe Becken ist als ein tief
hinabgesenkter, mit mächtigen Sedimenten überdeckter, der Ta-pa-shan dagegen
als ein hoch erhabener, von den letzten Ablagerungen frei gebliebener Theil desselben
Faltungslandes zu betrachten, und zwar dürfen wir diejenigen Differenzirungen des
allgemeinen Niveau's, welche die heutigen Oberflächenformen in erster Linie bestim-
men, den Vorgängen der oben (S. 622) bezeichneten dritten Periode der Gebirgs-
bildung zuschreiben. Die Vermuthung liegt nahe, dass der Ta-pa-shan zwar im
Wesentlichen aus Zonen gefalteter paläozoischer Sedimentgesteine besteht, zwischen
diesen aber die tieferen Beckenablagerungen in einzelnen, durch grosse Längsver-
werfungsklüfte getrennten Streifen lagern, so weit sie nicht durch Denudation ent-
fernt sind. Es würde sich dadurch die zonenartige Vertheilung gewisser, allen
anderen Gesteinen aufgelagerter rother Conglomerate und Sandsteine am Han
erklären, wie sie aus Abbé David's Darstellung gefolgert werden muss. Sie erscheinen
als die Reste der tieferen Beckengebilde, welche noch an den tektonischen Bewegungen
der dritten Periode theilnahmen, während die oberen sich erst nach Beendigung dieser
Bewegungen, und zwar nur im Bereich des Rothen Beckens, ablagerten. Die Vertical-
verschiebungen waren stellenweise so bedeutend, dass Granit und Gneiss, als das Lie-
gende der paläozoischen Sedimente, an einzelnen Orten in das Niveau der heutigen
Oberfläche kamen und daher jetzt in dem der Beobachtung zugänglichen Theil des
Gebirgsbaues vertreten sind. Wie der Granit als allgemeine Unterlage südwestlich von
Han-tshung-fu, bei Yang-hsien und, mit Gneiss verbunden, an mehreren Stellen
weiter hinab am Han auftritt und die Zonen der Sedimentgesteine unterbricht ²),
so werden diese älteren Gebilde vermuthlich auch in einzelnen Theilen des Ta-pa-
shan eine passive Rolle spielen, ohne den transversalen Zonenbau zu verwischen.