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0694 China : vol.2
China : vol.2 / Page 694 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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bei Nan-yang-fu¹), ist von solcher Art, dass wir dem Gebirge eine ihrer Ablagerung
vorangegangene sehr beträchtliche Umgestaltung zuschreiben müssen. Denn sie treten
nicht als oberstes Glied der silurisch-devonischen Schichtenreihe auf, wie bei Tshau-
tien, auch lagern sie nicht concordant auf sinischen Gebilden, wie im nördlichen China,
sondern man findet sie als unmittelbare Decke der archaischen Gesteine, in spo-
radischen Fetzen vertheilt. Diese Stellung lässt sich nur dadurch erklären, dass
das Gebirge nach der Faltung des Silur, also nach den Ausbrüchen der Granite,
einer Denudation, und zwar durch die abschleifende Brandungswelle, unterlegen
war. Dadurch allein konnten die mächtigen silurischen Sedimente in so grosser
Ausdehnung entfernt werden, dass von ihnen nichts als die Antikline von Wu-
kung-kwan, und zwar in Folge der eben betrachteten grossen Verwerfung, erhalten
blieb. Diese Bewegung war der Ablagerung der kohlenführenden Schichten voran-
gegangen; denn die letzteren finden sich sporadisch auch innerhalb des Gebietes
der Antikline. Das Gebirge war mithin im Wesentlichen fertig gebildet, als es
die präcarbonische Abschleifung erfuhr. Auf der abgeschliffenen Fläche lagerten
sich, als das unmittelbare Resultat der Zerstörung durch die vorschreitende Bran-
dungswelle, die groben Conglomerate ab, welche sich ebenso bei Nan-yang-fu, als
nördlich von Fong-hsien finden. Das weiter fortgeführte Denudationsmaterial dürften
wir ebenso in den Ueberkohlensandsteinen von Shansi, als in gewissen Gebilden
der Gegend von Han-tshung-fu zu suchen haben.
Wir dürfen uns somit vorstellen, dass die Brandung desselben Meeres, in
welchem der Kohlenkalk sich im Norden der Kwenlun-Linie und in grösserer Ent-
fernung südlich von ihr abgelagert hatte, grosse Theile des hoch aufragenden Gebirges
abschliff und auf der Schlifffläche grobe klastische Gebilde der Steinkohlenformation zur
selben Zeit absetzte, als die weiter fortgeführten Zerstörungsproducte zur Bedeckung
des Kohlenkalkes mit sehr mächtigen, zum Theil kohlenführenden, schieferigen
und sandigen Ablagerungen verwendet wurden.

c. Tektonische Vorgänge am Schluss der Steinkohlenperiode.

Wir können dem Carbon die den Kohlenkalk und die productiven Steinkohlen-
schichten fast allenthalben concordant überlagernden thonigen Sandsteine zurechnen,
wenn sie auch vielleicht bis in die Periode des Rothliegenden hinein reichen mögen.
Am vollständigsten sind sie im südlichen und mittleren Shansi erhalten. Ihrem
Absatz wurde ein Ende durch die grossen Continentalbewegungen gemacht, welche
das Aufsteigen des grössten Theils von China aus dem Carbonischen Meer veran-
lassten. Auch jetzt waren die Vorgänge im Norden und Süden der Kwenlun-Linie
verschieden. Denn während das nördliche China als starre Scholle dem Meer ent-
stieg und fast nur von der Bildung weiterer Brüche und Verwerfungen betroffen
wurde, fanden im Süden gleichzeitig innere Bewegungen statt. Schon auf dem