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0701 China : vol.2
China : vol.2 / Page 701 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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DREIZEHNTES CAPITEL.
NORD-SHENSI UND KANSU.

Boden, Klima und Producte.

In Ländern, wo der Löss fast Alles mächtig überdeckt, und anstehendes Gestein
nur an den über ihn aufragenden Berggipfeln, oder an felsigen Abstürzen, oder
an den Seiten und am Boden tief eingeschnittener Schluchten sichtbar ist, und wo
die Anschwemmungen der Flüsse ausschliesslich von zerstörtem Löss gebildet sind,
stehen alle Verhältnisse in einem so unmittelbaren Abhängigkeitsverhältniss zu
dieser Bodenart, dass nur Bewässerung und Temperatur ausser ihr noch als wich-
tige Factoren in Betracht kommen. In dieser Lage befinden sich die Landschaften,
welche sich im Norden des Tsin-ling-shan bis an den Rand der abflusslosen Steppe
erstrecken. So wichtig die Rolle des Löss im nördlichen Tshili, in Shansi und in
Hönan ist, erreicht er doch hier eine noch allgemeinere Bedeutung. Nirgends
schafft er reichere Fluren, nirgends bilden die Einschnitte in ihm schroffere Engen
und stärkere natürliche Festungen. Als der eigentliche Boden des Landes, der die
Formen und selbst die Alles überkleidende gelbe Farbe bestimmt, ist er die Grund-
lage für die Art der natürlichen und künstlichen Producte, und er hat die durch-
greifendste Wirkung auf die Geschichte und die Geschicke des nordwestlichen China
gehabt. Wie überall, schafft er in den allgemeinen Verhältnissen die grösste Ein-
förmigkeit, indem er in allen Meereshöhen auftritt; dagegen bildet er, wenn man
in das Einzelne hinabgeht, eine endlose Mannigfaltigkeit der Ciselirung. Allenthalben,
wo der Boden geneigt ist, nach den gleichen, einfachen Gesetzen zerschnitten,
gibt er dem grössten Theil des nördlichen Shensi eine labyrinthische Gliederung,
wie sie keinem anderen Gebiet von gleicher Ausdehnung in China zukommt.

Um eine Vorstellung von dem Charakter des Landes zu gewinnen, folgen wir
am zweckmässigsten den einzelnen Flüssen.

Den Lauf des Hwang-hô haben wir in seinen allgemeinsten Zügen an einer
anderen Stelle betrachtet ¹).