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0702 China : vol.2
中国 : vol.2
China : vol.2 / 702 ページ(カラー画像)

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doi: 10.20676/00000260
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OCR読み取り結果

Sein Haupt-Zufluss ist der von West nach Ost gerichtete Wei-hô, welcher
dem Nordfuss des Tsinling-Gebirges entlang fliesst und von Süden eine grosse
Anzahl kurzer aus dem Gebirge kommender Wildbäche, von Norden hingegen
mehrere grosse, aus weiten Verzweigungen sich vereinigende Ströme aufnimmt.
Dieselben sind, ebenso wie die unmittelbar in den Hwang-hô mündenden kürzeren
Flüsse des nördlichen Shensi, im Allgemeinen von NW nach SO gerichtet und
entspringen an einer Wasserscheide, welche, mehrfach gewunden, das von der
grossen Biegung des Hwang-hô eingeschlossene Trapez diagonal von SW nach
NO durchzieht¹). Der Wei entspringt in der gebirgigen Umgebung von Kung-
tshang-fu und durchströmt schon hier ein mit Löss erfülltes, wegen seiner vielen
Schluchten als besonders vertheidigungsfähig betrachtetes Becken. Tief in Löss
eingeschnitten fliesst er weiter. Die beschwerliche Strasse kann ihm nur strecken-
weise folgen und biegt von ihm ab nach dem von einem südlichen Zufluss durch-
strömten, gerühmten Becken von Tsin-tshôu, dem Stammland der Tsin-Dynastie.
Unterhalb der Einmündung dieses Zuflusses wird die Schlucht des Wei unzugänglich,
so dass die Strasse, um von Osten nach Tsin-tshóu zu gelangen, einen grossen
nördlichen Bogen beschreibt. Der Engpass am Kin-mônn oder »Goldenen Thor«,
wo die Grenze von Kansu und Shensi von Nord nach Süd über den Fluss hinweg-
zieht, scheint dadurch verursacht zu sein, dass das Tafelland der nördlichen Gegend
an das Tsinling-Gebirge heran reicht. Bald darauf erweitert sich die Schlucht.
Zwischen Pau-ki-hsien und Kin-kwô-hsien haben wir sie durchwandert²). Wir hatten
im Norden des schmalen Alluviallandes eine steile Lösswand von 500 bis 600 Fuss
Höhe, mit deren Scheitel man die Oberfläche der ehemaligen Steppenmulde, fast
unverändert in der Gestalt, erreicht; im Süden steigt der Löss zu noch grösserer
Höhe, aber in unregelmässigen Terrassen, an den Gehängen des Gebirges an. Bei
Mei-hsien ist eine Thalweitung. Dann folgt beiderseits 600 Fuss hohe Lössterrasse³).
Die nördliche weicht auf halbem Weg nach Tshôu-tshi-hsien zurück, und es öffnet
sich ein weites, städtereiches Land, dessen Brennpunkt Hsi-ngan-fu ist, und welches
bis zur Mündung des Wei in den Gelben Fluss reicht.
Den Charakter der im Norden des Wei sich ausbreitenden Lössterrasse haben
wir bei der Wanderung von Wu-kung-hsien bis Kin-kwô-hsien kennen gelernt⁴), die
Natur des Flachlandes auf dem Weg von Tung-kwan bis Fu-fông-tshôun⁵) eingehend
betrachtet. Der Boden des letzteren erwies sich als Seelöss, auf welchem ein fort-
dauernder, fruchtbringender Niederschlag von Landlöss stattfindet. Der Wei durch-
fliesst den salzhaltigen Seeboden in schnellem Lauf und hat, gleich allen Flüssen
in Lossgebieten, ein mit Sandbänken und Untiefen besetztes Bett. Von seiner
Mündung bis Hsien-yang-hsien wird er mit flachen Kähnen befahren. Dies ist,