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0705 China : vol.2
China : vol.2 / Page 705 (Color Image)

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doi: 10.20676/00000260
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deutet die Zusammenziehung des Stromgebietes des King-hö zu einem einzigen
Canal, welche sich ebenso am Lö-hö, an einer ONO von dort gelegenen Stelle
wiederholt. Die Verbindungslinie beider Orte und ihre westliche Verlängerung
sind eine der hervorragenden Wasserscheiden für die kleineren Zuflüsse.

Der Wéi erhält unterhalb der Einmündung des King-hö noch kleinere
Zuflüsse. Der Lö-hö, welcher dem King-hö an Länge ungefähr gleich ist und
seine Quellen an der Grenze des Ordos-Landes einen südöstlichen Lauf
nimmt, erreicht den Wéi nicht, sondern ergiesst sich dicht neben ihm in den
Hwang-hö. Auch sein Stromgebiet scheint in mehrere stufenförmig getrennte
Becken zu zerfallen. Die tiefste Stufe ist Flachland am untern Wéi; es wird von
Tung-tshöu-fu beherrscht. Der Boden steigt nach Norden sanft an bis zu der
Stufe des Lung-mönn-shan, dessen hervorragende Form wir auf eine Verwerfung
zurückzuführen suchten 1). Eine dritte Staffel durfte durch die eben erwähnte Ein-
schnürung des Strombeckens zu einem engen Canal bezeichnet sein. Jenseits
derselben liegt das Becken von Fu-tshöu. Darüber hinaus gegen Nordosten soll
das Land wegen seiner Durchschlüchtung sehr unzugänglich sein.

Das stumpfwinklige Dreieck, welches von dem Lö-hö, der Ordos-Grenze und
dem Nord-Süd-Lauf des Hwang-hö eingeschlossen wird, scheint zu den am schwierig-
sten gangbaren Gebieten der Provinz zugehören. Zahlreiche kleinere Flüsse rinnen
hier in südöstlicher Richtung nach dem Gelben Fluss hinab. Es lässt sich voraus-
setzen, dass sie steiles Gefäll haben und, ebenso wie alle ihre Zuflüsse, in tief
eingerissenen Betten, von mächtigen Lossmassen begleitet, fliessen. Es sind dies
die Gebiete von Ya-ngan-fu, Sui-tö-tshöu, Yu-lin-fu und Kia-tshöu. Es war mir
kaum möglich, in Hsi-ngan-fu Erkundigungen über sie einzuziehen. Sie gelten
dort als weit abgelegen und schwer erreichbar.

Alle Flüsse welche der Hwang-hö in seiner Nord-Süd-Strecke auf der rechten
Seite aufnimmt, entspringen in einem Land, welches als das Gebiet der Ordos-
Mongolen bekannt ist. Die südliche Grenze desselben wird also nicht durch die
Wasserscheide gebildet, sondern ist künstlich durch den Bau der Grossen Mauer ge-
schaffen worden. Da nun die letztere mit grosser Kenntniss der Terrainverhältnisse
allenthalben so angelegt ist, dass sie den Wasserscheiden in der Regel nur dort folgt, wo
dieselben durch einen Plateau-Abfall gegen ein offenes Land gebildet werden, an
allen Stellen aber, wo die Flüsse selbst im offenen Steppenland entspringen, deren
steile Gebirgsdurchbrüche durchzieht, um die Engpässe zu beherrschen, so werden
wir annehmen können, dass auch am Rand des Ordoslandes die Mauer einer Linie
leichtester Vertheidigung folgt. Es ist daher wahrscheinlich, dass die Quellbäche
der Flüsse sich in Steppenbecken sammeln und dann eine fortlaufende, oder aus
mehreren Theilen bestehende Gebirgsbarrière durchfliessen, welche durch die
Linie der Mauer bezeichnet ist, sei es, dass hier ein steiler und durchbrochener
Plateau-Abfall bestehe, oder dass eine mehr oder weniger regelmässige Gebirgsanord-