National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
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fläche für diese gewinnbringende Cultur verwendet. Die letztere beschränkt sich
nicht, wie in Shansi, auf die werthvollen Alluvialböden, sondern es werden dazu
auch trockene Lössfelder benutzt; doch scheint bei diesen, im Gegensatz zu den
Getreidearten, animalischer Dünger erforderlich zu sein, um eine gute Ernte zu er-
zielen. Man verwendet hier zur Mohncultur besonders solche Felder, welche in
Folge ihrer kastenartigen Einsenkung in den ansteigenden Boden vor Nordwinden
geschützt sind. Ist die Ernte günstig, so übersteigt sie an Werth diejenige des
Weizens auf gleich grossem Areal, und bei den schwierigen Transportverhältnissen
ist kein Landesproduct so gewinnbringend für die Ausfuhr wie das Opium. Dies
gilt in noch höherem Grad für Kansu, wo überdies die Unze desselben an Ort
und Stelle mit Tls. 0.38 bezahlt wird, während man in Shensi nur einen Preis
von 0.28 erzielt. Zwischen beiden steht das Product von Shansi, für welches der
Landmann Tls. 0.33 erhält. Diese Preise geben indess keinen richtigen Begriff
von dem wirthschaftlichen Werth, welchen das Opium für die einzelnen Provinzen
hat. Es muss auch der relative Werth der Früchte in Betracht gezogen werden,
welche der Mohn verdrängt. In dem kalten Klima der meisten Theile von Shansi
kann er nur auf dem berieselungsfähigen Boden der Thalgründe gebaut werden. Er
nimmt dort die besten Theile des Gartenlandes in Anspruch und verdrängt die
sicheren und guten Weizenernten, sowie die noch werthvolleren Gemüse¹). Der
Gesammtertrag ist trotzdem gering und reicht für den einheimischen Consum nicht
hin. Daher findet fast gar keine Ausfuhr statt, und es wird noch eine erhebliche
Quantität Opium aus den Nachbarprovinzen, und für die wohlhabenden Stände aus
Indien, bezogen. Dazu kommt, dass der Consument in Shansi für das einheimische
Product einen hohen Preis bezahlt, welcher z. B. das dreifache von dem beträgt,
welchen der Bewohner von Sz'-tshwan für das Opium aus seiner Provinz erlegt,
ganz abgesehen davon, dass das Opium von Shansi sehr viel nachtheiliger für die
Gesundheit ist. Der Mohnbau ist daher in dieser Provinz in jeder Hinsicht mit
grossen wirthschaftlichen Nachtheilen verbunden. Denn er entzieht dem Land die
wichtigsten Nährstoffe und bringt nicht zum Ersatz dafür eine Einnahme, aus wel-
cher das Deficit durch Import aus anderen Provinzen gedeckt werden könnte. Die
furchtbare Hungersnoth, welche die Bevölkerung des Landes im Jahr 1879 deci-
mirte, hätte ohne den Mohnbau die Höhe ihrer Schrecken kaum erreichen können.
Kansu besitzt in Hinsicht auf Boden und Klima ähnliche Bedingungen wie Shansi,
und es ist wahrscheinlich, dass auch dort nur berieselungsfähiges Land für den
Mohnbau verwendet wird. Aber da dort die Bevölkerungszahl im Verhältniss zu
der ackerbaufähigen Bodenfläche gering ist, kann neben dem Opium ein ausrei-
chender Betrag von Brodstoffen erzielt werden, und da ersteres den einheimischen
Consum übersteigt, und ein bedeutender Export desselben nach Westen und Osten
stattfindet, bringt seine Production dem Land erheblichen Gewinn. In beiden Pro-
vinzen dürfte der Mohnbau kaum einer erheblichen Erweiterung fähig sein, da er
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