National Institute of Informatics - Digital Silk Road Project
Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books
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Grenze zwischen Shansi und Shensi bildet, noch mehrere Fähren über den Fluss.
Jede wird für den Localverkehr benutzt; aber keine kann sich an Bedeutung mit
denjenigen von Tung-kwan und Tai-tsing-kwan messen, und nur in solchen Zeiten,
wenn hier der Uebergang verhindert ist, dienen jene auch für den grössern Ver-
kehr. Strategisch bildet nur das Doppelthor an der grossen Kniebiegung den
Durchgangspunkt activer Bewegungen. Die nördlicheren Uebergangsstellen können
wol in beschränktem Maass für Truppenbewegungen verwendet werden; aber in der
Regel halten sich kaiserliche Heere dort nur in der Defensive, indem sie in Zeiten
der Gefahr den Zugang versperren.
Während nach dem nordöstlichen China nur langwierige Landwege führen, kann
auf der King-tszĕ-kwan-Strasse in wenigen Tagen das Flussnetz des südöstlichen China
erreicht werden. In fünf Tagen von Hsi-ngan-fu aus kommt man nach Lung-kü-
tshai am Tan-kiang, wo bei Hochwasser die Schiffahrt beginnt; zwei bis drei Tage
weiterer Landreise führen nach Tshang-ling-kwan oder King-tszĕ-kwan, zwei Orten
an demselben Fluss, von denen man sich bei niedrigerem Wasserstand einschiffen
kann. Von jedem dieser Plätze kommt man, da die grössere Entfernung von
Lung-kü-tshai durch die stärkere Stromgeschwindigkeit bei Hochwasser ausgeglichen
wird, in der gleichen Zeit von vier Tagen nach Lau-hô-kôn am Han hinab,
während die Fahrt stromaufwärts 12 bis 16 Tage erfordert. Die ganze Reise von
Hsi-ngan-fu bis Hau-hôu kann mit Benutzung des Wasserweges in 20 Tagen gemacht
werden; in umgekehrter Richtung braucht man 40 bis 60 Tage. Um dieselbe
Strecke ganz zu Land zurückzulegen, rechnet man 5 Tage.
Da der Süden und Norden von China ihre Producte in weit höherem Grade
gegenseitig austauschen, als solche Gegenden, welche unter gleichen Breitengraden
gelegen sind, so ist selbstverständlich im Allgemeinen die King-tszĕ-kwan-Strasse
für den internen Handel sehr viel wichtiger, als die Wege, welche nach Osten
führen. Doch beansprucht sie auch einen ähnlichen Vorrang betreffs derjenigen Waaren,
welche auf dem Seeweg nach China gebracht werden, da die Schiffahrt eine billige
Fracht ermöglicht¹). Dennoch wurden bis vor einigen Jahren die europäischen
Güter für Shensi meist von Tien-tsin bezogen. Theils gingen sie über Hwô-lu-
hsien²), theils über Tau-hôu-tshönn³). Um das Jahr 1870 begann die Blüthe von
Tshönn-kiang-fu (Chingkiang der gewöhnlichen Schreibart). Der Markt Tshôn-kia-
kôu⁴) wurde ein Depôt für fremde Güter, und bald bezogen die Kaufleute von
Shensi von hier einen Theil ihres Bedarfs. Inzwischen war auch die King-tszĕ-
kwan-Strasse, welche erst wegen des Taiping-Aufstandes, und dann wegen der
mohamedanischen Verwüstungen verlassen worden war, wieder aufgenommen wor-
den. Sie musste von Jahr zu Jahr an Bedeutung zunehmen, und es werden jetzt
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